mini|rechts|Christoph Haehling von Lanzenauer (Mai 2018)

Christoph Haehling von Lanzenauer (* 11. Mai 1939 in WiesbadenChristoph Haehling von Lanzenauer, Geneall, abgerufen am 22. August 2017) ist Universitäts-Professor emeritus der Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und an der Ivey Business School der University of Western Ontario in London (Kanada).

Leben Christoph Hahling von Lanzenauer ist Sohn von Alois Haehling von Lanzenauer und Josepha Haehling von Lanzenauer, geborene von Stockhausen, und Bruder des Althistorikers Raban Haehling von Lanzenauer. 1964 heiratete er Gabriele von Schuckmann (* 1935). Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor (* 1966, * 1968 und * 1971).Habsburg 29, www.william1.co.uk, abgerufen am 22. August 2017

Er selbst lebt in Berlin und ist ad hoc als Dozent, Berater und Gutachter tätig.Prof. Dr. Christoph Haehling von Lanzenauer, Department Wirtschaftsinformatik der Freien Universität Berlin, abgerufen am 29. August 2020, Vencon Research International GmbH, abgerufen am 28. September 2020

Werdegang Nach dem Besuch der höheren Schule am humanistischen Kloster-Gymnasium in Metten und des Collegium Josephinum Bonn begann Haehling von Lanzenauer nach seinem Abitur 1959 an der Universität Bonn Volkswirtschaftslehre zu studieren und erwarb dort 1963 den akademischen Grad Dipl.-Volkswirt. Seine erste Arbeitsstelle war eine Assistententätigkeit am Institut für Ökonometrie und Operations Research der Universität Bonn unter der Leitung von Martin J. Beckmann. Im Jahre 1966 wurde er von seinem akademischen Lehrer Horst Albach an der Universität Bonn in Betriebswirtschaftslehre zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Dr. rer. pol.) promoviert.

Wissenschaftliche Laufbahn Im Rahmen eines Austauschprogramms der Universitäten Bonn und Wisconsin (Vereinigte Staaten von Amerika) konnte Haehling von Lanzenauer als Stipendiat der University of Wisconsin ein Jahr (1966 bis 1967) als postdoctoral fellow in Madison verbringen. Dort arbeitete er eng mit Howard E. Thompson zusammen, ein Unterfangen, was nicht nur erste Publikationen brachte, sondern auch eine zweijährige (1967 bis 1969) Lehrtätigkeit als Assistant-Professor an der Graduate School of Business nach sich zog. Im Jahr 1969 nahm Haehling von Lanzenauer das Angebot auf eine Fakultätsstelle im Department for Management Science (heute Analytics for Management) an der Ivey School of Business Administration der University of Western Ontario in London in Kanada an.Christoph Haehling von Lanzenauer, Western University Canada, abgerufen am 21. August 2020 Die Ivey School, die seine berufliche Entwicklung entscheidend geprägt hat, beförderte ihn 1972 zum Associate Professor und 1976 zum Full Professor (Ordinarius). Neben seiner Forschungstätigkeit hielt er Vorlesungen nicht nur in den dortigen Bachelor- und Master-of-Business-Administration-Programmen, sondern auch in einer Vielzahl von Seminaren für praktizierende Manager (Executive Development) und war Direktor des Doktorandenprogramms. Während seiner Zeit an der Ivey School war Haehling von Lanzenauer auch als Unternehmensberater im Rahmen seiner Firma Risk Analyses Group Inc. tätig. Die Ivey School war sein berufliches Zuhause, bis er 1995 einen Ruf als Lehrstuhlinhaber in Operations Management an der Freien Universität Berlin annahm.Freie Universität Berlin, abgerufen am 22. August 2017 Ausschlaggebend für diesen Wechsel nach Deutschland war die Möglichkeit, seine umfangreichen Erfahrungen in der nordamerikanischen Managementausbildung nun in den deutschsprachigen Raum zu transferieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde ihm auch von 2003 bis 2008 die Aufgabe der wissenschaftlichen Leitung des Willy Scharnow Instituts für Tourismus übertragen. Seit 2008 ist Haehling von Lanzenauer als Universitäts-Professor offiziell im Ruhestand.

Gastprofessuren Während seiner Berufstätigkeit war Christoph Haehling von Lanzenauer in zahlreichen Ländern als Gastprofessor tätig: Sloan School of Management am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston: 1975 bis 1978 Universität St. Gallen in der Schweiz: 1993 Banff School of Management in Alberta (Kanada): 1981 bis 1990 ESCP Business School in Berlin: 2004 bis 2012 Technische Universität Kaiserslautern: 1991 Universität Heidelberg: 1992 bis 1993 Lomonossow-Universität in Moskau: 2008 bis 2012

Wissenschaftliches Werk Sein wissenschaftliches Werk sowohl in der Forschung als auch der Lehre ist durch die Fokussierung auf Anwendung gekennzeichnet: Betriebswirtschaftslehre ist eine angewandte Wissenschaft. Problemorientierung, Praxisbezug und die Umsetzung wissenschaftlicher Ansätze in Analytics in die betriebliche Realität stehen im Vordergrund. Der rote Faden seines gesamten wissenschaftlichen Schaffens steht unter dem Motto, die White Collar ProductivityFachbereich Betriebswirtschaftslehre / Wirtschaftsinformatik / Lehrstuhl Haehling von Lanzenauer / Forschung / Veröffentlichungen, Freie Universität Berlin, abgerufen am 21. August 2020 des Managements zu stärken. Seine Arbeiten fallen im Wesentlichen in drei Schwerpunktgebiete:

Mehrstufige Produktionsplanung (Intra-firm) und die damit verbundene Thematik des Supply Chain Management (Inter-firm). Die ersten Ansätze stammen aus seiner DissertationChristoph Haehling von Lanzenauer: Optimale Lagerhaltung im Produktionsprozess, Dissertation, Januar 1966, in der die „back box“ des Produktionsapparates geöffnet wurde und die Interdependenzen der einzelnen Produktionsstufen einer optimalen Gestaltung unterzogen wurden. Ein wichtiges Ergebnis ist die Bedeutung von Zwischenlagern, die durchaus notwendig und optimal sein können und somit einen Kontrapunkt zur japanischen Philosophie von Null-Lagerhaltung darstellen. Dies gilt auch für Produktionssysteme im Dienstleistungssektor.With W. James and D. Wright: Insufficient Supply in a Natural Gas Distribution System - a Risk Analysis, European Journal of Operational Research, Vol. 56, No. 1, 1992Mit E. Harbauer, B. Johnston, D. Shuttleworth: RRSP Flood: LP to the Rescue, Interfaces, Vol. 17, No. 4, 1987 Risiko-Management und Versicherungsfragen sowie der Umgang mit Unsicherheit aus Sicht des Eigners. Spezifische Problemstellungen umfassen das (optimale) Verhalten des Versicherten in der Kraftfahrzeugversicherung nach Eintritt eines Schadenfalles sowie die Gestaltung von Risk Sharing Arrangements (Quota Share und Stopp-Loss Arrangements) in der Gruppenlebens- und Sachversicherung. Die Bestimmung von Sicherheitsbeständen in Lagersystemen ist nicht nur aus theoretischer Sicht von Bedeutung, sondern war auch die Grundlage für Arbeiten in der Erdgasverteilungsbranche, wobei die Berechnung des Risikos einer Unterbrechung der Versorgung von Haushalten und Industriebetrieben mit Erdgas in einer großen Region im Vordergrund stand.Prof. Dr. rer. pol. Christoph Haehling von Lanzenauer, Freie Universität Berlin, abgerufen am 21. August 2020 Als fruchtbares und immer wieder auch gesellschaftspolitisch aktuelles Gebiet gehören seine vielseitigen Arbeiten zur Thematik der Pensionsplanung (Retirement Income PlanningMit B. Blindert: Retirement Income Provisions in Canada's Independent Business Sector, C.F.I.B., Toronto, 1981, abgerufen am 21. August 2020) insbesondere aus Sicht des Einzelnen. Die Vermittlung von Wissen und Entscheidungskompetenzen mit interaktiven Lehr- und Lernansätzen sowie die Entwicklung und Verwendung von realen Fallstudien (Case Studies) Cases in Operations Research, Holden-Day, 1975, abgerufen am 21. August 2020With J. Trela: Fallstudien und E-Learning: Möglichkeiten und Grenzen der Interaktivität, in: Suhl, L. und Voß, St. (Hrsg.): E-Learning in Wirtschaftsinformatik und Operations Research, DSOR-Beiträge zur Wirtschaftsinformatik I, DS&OR Lab, Universität Paderborn, 2003, abgerufen am 21. August 2020, vor allem wenn analytische Vorgehensweisen und Methoden zum Einsatz kommen, ziehen sich durch sein gesamtes wissenschaftliches Werk. Neben diesen Hauptgebieten beschäftigte sich Haehling von Lanzenauer auch mit verschiedenen Fragen des Tourismusmanagements, der Personalwirtschaft, der strategischen Planung, des E-Learnings, des Qualitätsmanagements und der Preisgestaltung sowie von Prognosen.

Mitgliedschaften Haehling von Lanzenauer hat als Mitglied in den folgenden Organisationen mitgewirkt:Fachbereich Wirtschaftswissenschaft / Betriebswirtschaftslehre / Wirtschaftsinformatik / Prof. Dr. Christoph Haehling von Lanzenauer, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Berlin, abgerufen am 28. September 2020 Gesellschaft für Operations Research e.V. (GOR) Institute for Operations Research and the Management Sciences (INFORMS) Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft Deutscher Hochschulverband Operational Research Society, Vereinigtes Königreich Deutsch-Kanadische Gesellschaft International Society for Inventory Research (ISIR) der Allied Social Sciences Association Risk and Insurance Management Sciences (RIMS) Ernst-Reuter-Gesellschaft e.V. der Freien Universität BerlinErnst-Reuter-Gesellschaft, Freie Universität Berlin, abgerufen am 29. August 2020 Stiftung Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz, VorstandsmitgliedMitglieder des Vorstands, Stiftung Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz, abgerufen am 8. Oktober 2020.

Veröffentlichungen Bücher (Auswahl) Die Buchveröffentlichungen umfassen sowohl Beiträge zu Büchern als auch Monographien, Haehling von Lanzenauer war zudem auch als Herausgeber beziehungsweise als Mitherausgeber tätig: Operations Research und betriebliche Entscheidungsprobleme, Knapp Publishing Company, Frankfurt am Main, 1972, ISBN 978-3-7819-2603-5 Cases in Operations Research, Holden-Day, 1975 Instructors Manual: Cases in Operations Research, Holden Day, 1976 Retirement Income Provision in Canada’s Independent Business Sector, CFIB, 1981 The Trafalgar Transmission System - A Risk Analysis, Risk Analyses Group Inc.,1988 Storage Design Day Study - A Risk Analysis, Risk Analyses Group Inc., 1991 Forecasting Tourism Demand: A Stochastic Approach, in: Business Intelligence: Methods and Applications, Köppen,V und Müller, R, (Herausgeber), Verlag Dr. Kovaĉ, 2007 Fallstudien und E-Learning: Möglichkeiten und Grenzen der Interaktivität, in: Suhl, L. und Voß, St. (Herausgeber): E-Learning in Wirtschaftsinformatik und Operations Research, DSOR-Beiträge zur Wirtschaftsinformatik I, DS&OR Lab, Universität Paderborn, 2003 Als Mitherausgeber: Demografischer Wandel und Tourismus, Erich Schmidt Verlag, 2006 Als Mitherausgeber der Reihe: Produktion und Logistik, Gabler Verlag, 1995–2006

Zeitschriften (Auswahl) Haehling von Lanzenauer hat zahlreiche Aufsätze in akademischen und professionellen Zeitschriften veröffentlicht, zum Beispiel in: Operations Research Management Science The Journal of Business (Chicago) OR Spectrum Journal of Financial and Quantitative Analysis Zeitschrift für Betriebswirtschaft Interfaces European Journal of Operational Research (EJOR) California Management Review Naval Research Logistics Journal of Risk and Insurance ASTIN Bulletin Long Range PlanningLong Range Planning - International Journal of Strategic Management, Elsevier, abgerufen am 29. August 2020 International Journal of Production ResearchInternational Journal of Production Research, Taylor & Francis, abgerufen am 29. August 2020 Business Quarterly (Ivey Business School)About Ivey Business Journal, iveybusinessjournal.com, abgerufen am 29. August 2020 Journal of Business Market Managementhttps://www.econbiz.de/Record/10003591546 Blätter der deutschen Gesellschaft für VersicherungsmathematikHeute Die Deutsche Gesellschaft für Versicherungs- und Finanzmathematik e.V. (DGVFM), Aktuare online, abgerufen am 29. August 2020

Fallstudien (Auswahl)