Das Terrassenufer ist eine Innerortsstraße im Stadtzentrum von Dresden unmittelbar am linken Ufer der Elbe und Teil einer wichtigen innenstädtischen Ost-West-Achse. Es verläuft am nördlichen Rand der Stadtteile Innere Altstadt und Pirnaische Vorstadt und folgt dabei dem dortigen Elbbogen. Benannt ist es nach der Brühlschen Terrasse, die auf seiner Südseite steht. Am Terrassenufer befindet sich der Liegeplatz der Sächsischen Dampfschiffahrt. Teile der Terrassenuferbefestigung sind als Kulturdenkmal geschützt.

Das Terrassenufer entstand 1852 als Leinpfad, der 1874 bis 1879 zur Verkehrsstraße ausgebaut wurde. Diese wiederum wurde 1910 unter der Augustusbrücke hindurch bis zum Theaterplatz und nach dem Zweiten Weltkrieg noch weiter nach Nordwesten bis vor das heutige Landtagsgebäude verlängert.

Stadtraum Im schmalen Streifen zwischen dem Fluss und der Brühlschen Terrasse liegt der eigentliche Stadtraum Terrassenufer, der den nördlichen Abschluss der Inneren Altstadt bildet. Doch auch östlich der Carolabrücke, die das Terrassenufer ebenso wie die Augustusbrücke überspannt, trägt die Straße bis zum Sachsenplatz noch diesen Namen. Dieser Teil gehört zur Pirnaischen Vorstadt und ist breiter. So befindet sich hier zwischen Straße und Kaimauer ein ausgedehnter Grünstreifen, der den Übergang zu den sich nordöstlich anschließenden Elbwiesen bildet. Gemeinsam ist beiden Abschnitten die Uferbefestigung durch einen Kai, der das gesamte Altstädter Elbufer innerhalb des 26er Rings prägt. Vom Sachsenplatz bis zur Carolabrücke und insbesondere von der Zufahrt Theaterplatz bis zur Augustusbrücke weist die Straße ein merkliches Gefälle auf. Zwischen Augustus- und Carolabrücke befindet sich der tiefstgelegene Abschnitt des Terrassenufers.

Neben der asphaltierten Straße sind dort bis an die Kaimauer heran Gehwegplatten und Pflaster jeweils aus Lausitzer Granit verbaut, Bäume stehen dort nicht. Dafür hat das Terrassenufer im Abschnitt östlich der Steinstraße den Charakter einer Allee. Auch in Höhe der Semperoper ist der Straßenraum großzügiger angelegt – mit einem schmalen Mittelstreifen und Grünstreifen auf beiden Seiten. Vom Terrassenufer bietet sich ein Ausblick auf das Neustädter Elbufer auf der gegenüberliegenden Seite. Nordwestlich, in Höhe des Sächsischen Landtags, schließt sich die Neue Terrasse an – am dortigen Bernhard-von-Lindenau-Platz knickt die Straße um 90 Grad ab. Knapp unterhalb der Carolabrücke mündet am Terrassenufer der Kaitzbach in die Elbe. Allerdings ist die Mündung nicht sichtbar, der Bach ist auf seinem untersten Abschnitt ab dem Bereich Bürgerwiese/Georgplatz verrohrt.

Verkehr Das Terrassenufer ist Teil einer vom motorisierten Individualverkehr stark genutzten Verkehrsachse. Sie zieht sich in Ost-West-Richtung vom Schillerplatz über das Käthe-Kollwitz-Ufer und das Terrassenufer weiter über das Ostra-Ufer zur Magdeburger und Bremer Straße. Damit verbindet das Terrassenufer den Bereich Sachsenplatz und damit die Johannstadt über die Pirnaische Vorstadt und die Innere Altstadt mit dem Bernhard-von-Lindenau-Platz und damit der Wilsdruffer Vorstadt. Der westliche Abschnitt des Terrassenufers ist Teil des Promenadenrings um die Innere Altstadt.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe bieten auf dem Terrassenufer keinen öffentlichen Personennahverkehr an. Auf der Augustus- und der Carolabrücke verlaufen zwei Trassen der Straßenbahn Dresden über dem Terrassenufer; die nächsten Haltestellen liegen am Rathenau- und am Theaterplatz. Entlang der Straße, die bis auf kurze Linksabbiegerspuren eine Kraftfahrspur pro Richtung aufweist, gibt es Gehwege sowie abschnittsweise Radfahr- bzw. Schutzstreifen.

Am Sachsenplatz besteht Anschluss an das Käthe-Kollwitz-Ufer, aber auch an die Albertbrücke und über die Sachsenallee an Güntz- und Gerokstraße. In der Pirnaischen Vorstadt münden von Süden die Schulgutstraße (nur als Fußweg), die Rietschelstraße (mit einem Treppenabgang in Richtung Elbe auf der gegenüberliegenden Straßenseite) und die Steinstraße ein – letztere als Verbindung zur Pillnitzer Straße und zum Rathenauplatz. In der Inneren Altstadt zweigen die Straße Hasenberg (in Richtung Tzschirnerplatz) sowie die unter der Brühlschen Terrasse hindurchführenden Münzgasse und Brühlsche Gasse ab. Eine namenlose Rampe führt hinauf zum Schloßplatz und zur Augustusbrücke, zudem gibt es eine Freitreppe und eine Zufahrt zum Theaterplatz.

Das Terrassenufer ist Teil der Sächsischen Weinstraße, einer der bedeutendsten sächsischen Ferienstraßen. Zwischen der Steinstraße und der Augustusbrücke verläuft der Elberadweg unmittelbar am Straßenrand des Terrassenufers. In Höhe Carolabrücke gibt es am Terrassenufer einen Busparkplatz (Einfahrt über Hasenberg, Ausfahrt zur Steinstraße) sowie elbseitig einen Pkw-Parkplatz. Für die Nutzung der Pkw-Stellplätze, auch auf der Straße selbst, ist eine Gebühr fällig. Etwa 15 vorgelagerte Schwimmanleger in der Elbe bilden für die Sächsische Dampfschiffahrt, die als die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt gilt und als touristisches Verkehrsmittel dient, die zentrale Anlegestelle. Sie ist nach den St. Pauli-Landungsbrücken in Hamburg die größte Anlegestelle im Linienschiffsverkehr der Elbe. Alle neun Raddampfer des Unternehmens gehören zu den technischen Denkmalen in Dresden.Antwort auf die Große Anfrage der AfD-Fraktion vom 23. August 2016; Anhang zur Großen Anfrage Drs. 6/5471. (PDF; 9 MB) Abgerufen am 22. August 2017. Am Terrassenufer liegt außerdem eine Haltestelle der Dresdner Stadtrundfahrt.

Die hohen Verkehrsmengen auf dem Terrassenufer verursachen eine starke Trennwirkung zwischen Altstadt und Elbe. Um sie zu überwinden, wurden Geschwindigkeitssenkungen, Querungshilfen und Maßnahmen für eine konfliktfreiere Radverkehrsführung umgesetzt. Im Verkehrsentwicklungsplan Dresden 2025plus aus dem Jahr 2011 heißt es, „eine grundsätzliche Lösung für diesen Konflikt ist derzeit nicht absehbar“.Sylke Schwarz et al.: Verkehrsentwicklungsplan Dresden 2025plus. Synoptische Verkehrsanalyse. Juli 2011. (PDF; 5 MB) Dresden/Aachen 2011, S. 40. Zudem besteht eine Wechselwirkung mit der Wilsdruffer Straße, die wenige 100 Meter weiter südlich parallel zum Terrassenufer die Innere Altstadt durchschneidet.

Geschichte

mini|Christian Friedrich Gille: Die Brühlsche Terrasse in Dresden, 1862 mini|Das um 1845 gebaute Venezianische Haus am Terrassenufer 3 wurde 1945 zerstört. mini|Sonntagscher Wohnblock zwischen Gerichts- und Rietschelstraße, 1873/74 als größter Dresdner Gruppenbau dieser Zeit nach Plänen von Hugo Strunz errichtet mini|Bis zu den Luftangriffen auf Dresden 1945 war das Terrassenufer – das Foto mit der alten Carolabrücke im Vordergrund stammt von 1915 – geschlossen bebaut.

mini|Ein Bogen der alten, großteils zerstörten Carolabrücke überspannt 1952 noch das Terrassenufer. Im Hintergrund reicht der Ausblick über die von Trümmern beräumten Flächen bis zum Amtsgericht am Sachsenplatz. mini|In den Jahren 1963/64 entstanden die beiden baugleichen Hochhäuser Terrassenufer 12 und 14. Letzteres (links) wurde 2005 abgerissen, der verbliebene Zwölfgeschosser dient als Hotel. Bis ins späte Mittelalter hinein war der Bereich des heutigen Terrassenufers komplett unbefestigt. Die Angehörigen der Dresdner Fischergemeinde, die außerhalb der Stadtmauer lag, gingen dort ihrer Tätigkeit nach. Als zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Gebiet um den Neumarkt nach Dresden eingemeindet wurde, rückten die mächtigen, aus Elbsandstein gemauerten Dresdner Befestigungsanlagen, aus denen die Brühlsche Terrasse hervorging, bis ans Elbufer heran. Das Bedürfnis nach einem Verkehrsweg im engen Bereich zwischen Stadtmauer und Elbe bestand damals nicht, zumal er die Funktion der Elbe als die Stadt schützender Wassergraben ausgehöhlt hätte. Ferner wäre eine Querung jenes Kanals notwendig gewesen, der durch den Salzausfall führte und bis zur Entfestigung im frühen 19. Jahrhundert der Versorgung des Arsenals diente.

Östlich der Festung wurde bereits unter August dem Starken begonnen, entlang der Elbe Prachtbauten nach dem Vorbild der Uferbebauung am Canal Grande in Venedig zu errichten. Der dortige einseitig bebaute Weg reichte seit mindestens dem 17. Jahrhundert bis zur heutigen Gerichtsstraße und trug die Bezeichnung An der Elbe. Im Hinterland dieses Weges befand sich bis 1840 das Gelände für die Dresdner Vogelwiese. Der Maler Caspar David Friedrich hatte im Haus An der Elbe 26 sein Atelier; unter anderem schuf er dort sein Bild Frau am Fenster und wurde dort auch selbst porträtiert. Im Jahr 1820 zog er mit seiner Familie wenige Meter weiter in das auch vom norwegischen Maler Johan Christian Clausen Dahl bewohnte Haus An der Elbe 33, von wo aus er das Gemälde Flussufer im Nebel schuf.

Einen Weg vom Schloßplatz an der Elbseite der Brühlschen Terrasse entlang gab es seit den 1820er Jahren, nachdem die Brühlsche Terrasse jegliche militärische Funktion verloren hatte. Er war allerdings nicht durchgängig und reichte zunächst nur bis zur Dampfschiffanlegestelle. Zur Überwindung des Höhenunterschieds wurde die sogenannte Appareille aufgeschüttet. Die aus dem Französischen stammende Bezeichnung bedeutet „Rampe“ und meint die Auffahrt auf einen Festungswall. Der Bereich unterhalb der Brühlschen Terrasse diente damals vorwiegend als Anlege- und Lagerplatz. Um 1820 entstand an der Mündung des östlichen, im Rahmen der damaligen Entfestigung zugeschütteten Festungsgrabens unmittelbar oberhalb der Jungfernbastei der Dresdner Gondelhafen.

Die Bomätscher, wie die Treidler in Sachsen genannt wurden, nutzten zum Schiffsziehen die Elbbrücke und die Brühlsche Terrasse und wünschten sich die Anlage eines Leinpfads längs der Ufermauer. Diese Forderung zur Erleichterung der Schifffahrt vertrat mit Nachdruck auch der 1846 gegründete „Consessionirte Sächsische Schiffer-Verein“, der Dresdner Gewerbeverein der Elbschiffer.Oskar Merker: Der Leinpfad. Beiträge zu seiner Geschichte. In: Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Hg.): Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Band XX, Heft 5–8/1931, S. 268/269. Bereits ab 1835 war ein Ausbau des Weges vom Schloßplatz zu den Anlegestellen geplant. Er erfolgte aber erst 1852, nachdem auch die Wasserbaudirektion für den Bau des Leinpfads eingetreten war. Dabei wurde ein Weg vor der Jungfernbastei angelegt, deren Grundmauern zuvor die Elbe begrenzt hatten. Damit entstand erstmals eine durchgängige Verbindung vom Schloßplatz bis fast zum heutigen Sachsenplatz.

In diesem Zuge wurde der Gondelhafen, von dem lediglich einige Umfassungsmauern erhalten geblieben sind, wieder zugeschüttet und das Gelände bis zum Bärenzwinger zu einem Park umgestaltet. Der Name (An der) Appareille ging zudem in dieser Zeit auf den Uferabschnitt bis in Höhe der heutigen Carolabrücke überAdreß- und Geschäftshandbuch der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden, 1868. Abgerufen am 22. August 2017. und blieb bis 1877 in Gebrauch, als der Name An der Elbe auf diesen Bereich ausgedehnt wurde. Einzelne Behörden benutzten auch den Namen Hochuferstraße, bevor der ganze Straßenzug von der Augustusbrücke bis zum Sachsenplatz 1879 den Namen Terrassenufer erhielt – benannt nach der seit 1853 offiziell so bezeichneten Brühlschen Terrasse, auf deren Rückseite die nach dem gleichen Muster benannte Terrassengasse verläuft. Hintergrund der Neubenennung war der von 1874 bis 1879 erfolgte Ausbau des Leinpfads zu einer Verkehrsstraße.