Der Große Preis von San Marino 1997 (offiziell XVII Gran Premio di San Marino) fand am 27. April auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola statt und war das vierte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1997.

Bericht Hintergrund Nach dem Großen Preis von Argentinien führte Jacques Villeneuve in der Fahrerwertung mit zehn Punkten vor David Coulthard und Gerhard Berger. In der Konstrukteurswertung führte Williams mit einem Punkt vor McLaren und mit sechs Punkten vor Ferrari.

Vor dem Wochenende kritisierte Villeneuve die seiner Meinung nach schwachsinnigen Regelementänderungen für 1998 sowie der heuchlerische Sicherheitswahn in Imola. Er meinte, „nach Sennas Unglück war der Umbau [der Tamburello-Kurve] politisch notwendig - wegen Roland Ratzenberger, der mir als Freund aus Japan sehr viel näherstand, hätte kein Mensch etwas getan!“.Heinz Prüller: Grand Prix Story 1997, Orac, S. 56ff.

Johnny Herbert bestritt seinen 100. Grand Prix, Berger seinen 200.

Mit Damon Hill (zweimal) und Michael Schumacher (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Vor dem Rennen fanden zwei Trainingseinheiten statt: Die erste am Freitagmorgen und die zweite am Samstagmorgen.

Beim ersten freien Training am Freitag holte sich Eddie Irvine mit einer Zeit von 1:25,981 Minuten vor Schumacher und Berger den ersten Platz.

Beim zweiten freien Training am Samstag konnte sich Heinz-Harald Frentzen vor Villeneuve und Giancarlo Fisichella die Bestzeit sichern.

Qualifying Villeneuve holte sich souverän die Pole-Position vor seinem Teamkollegen Frentzen.motorsportarchiv.de

Warm-Up Die Fahrer gingen am Sonntagmorgen zu einer 30-minütigen Aufwärmsitzung auf die Strecke. Im Warm-Up war Frentzen erneut ganz vorne, Villeneuve hingegen war ganze eineinhalb Sekunden hinter seinem Teamkollegen auf Platz acht.motorsportarchiv.de

Rennen Jarno Trulli konnte aufgrund von Getriebeproblemen nicht starten und Hill startete aus der Boxengasse.

Vor dem Rennen regnete es leicht, allerdings würde das Rennen auf trockener Strecke starten. Alle Fahrer hatten daher Slicks aufgezogen und ihre Wagen für trockene Bedingungen abgestimmt. Einzig die Prost-Fahrer wählten ein Set-Up für nasse Bedingungen, welche sich aber schnell als Fehler herausstellen sollte.

Villeneuve startete so gut, dass er in Tosa an Schumacher, Frentzen und Ralf Schumacher vorbeizog. Probleme gab es für Hill, der aus der Box startete, für Berger, der nicht startete und von allen überholt wurde und für Trulli, der nicht einmal startete. In der dritten Runde schied dann Jan Magnussen aus, in der fünften Runde auch Berger, da beide im Acque Minerali stecken blieben.

Villeneuve, Michael Schumacher, Frentzen und Ralf Schumacher zogen vorne davon, während der Franzose Olivier Panis als Bremsklotz für Eddie Irvine, Fisichella und Mika Häkkinen fungierte. In der zwölften Runde kollidierten Hill und Shinji Nakano, welche beide dadurch ausschieden.

In Runde 18 gelang es Irvine, Panis zu überholen, der eine Panne hatte und auch Fisichella an sich vorbeiziehen lassen musste. Unmittelbar danach hielt Ralf Schumacher an der Box an und schied mit gebrochener Antriebswelle aus. In der darauffolgenden Runde musste Herbert wegen eines elektrischen Defekts an seinem Sauber aussteigen.

Der Erste, der auftankte, war Michael Schumacher, der nach seiner Rückkehr auf die Strecke mit Vollgas versuchte, Villeneuve zu überholen, beim Überrunden der beiden Tyrrell allerdings Zeit verlor. Tatsächlich befand sich der Kanadier, der nach dem Boxenstopp auf die Strecke zurückkehrte, hinter dem deutschen Fahrer. Doch Frentzen lag an der Spitze und nutzte die Auseinandersetzungen der beiden Konkurrenten aus, indem er eine schnelle Runde nach der anderen drehte. Der Deutsche übernahm auch nach seinem Boxenstopp die Führung und versuchte, an Michael Schumacher vorbeizuziehen.

Irvine, mit Fisichella im Schlepptau, näherte sich Coulthard, der Vierter war: Der Motor des McLaren rauchte und verlor Öl, wodurch die Strecke vor den beiden Verfolgern rutschig wurde. Fisichella spürte die Situation, zwang Irvine in einen Fehler und überholte den Iren. Unmittelbar darauf fiel Coulthards Mercedes-Motor komplett aus. Überraschenderweise kehrte Villeneuve in Runde 41 mit Getriebeproblemen an die Box zurück: Das Lenkrad wurde ebenfalls ausgetauscht, aber das Getriebe blieb im dritten Gang hängen. Für den Kanadier war das Rennen beendet.

Frentzen konnte nach seinem zweiten Boxenstopp die Führung behalten und schlussendlich seinen ersten Sieg feiern. Die beiden Ferrari Michael Schumacher und Irvine komplettierten das Podium. Fisichella wurde Vierter, Jean Alesi Fünfter und Häkkinen holte als Sechster den letzten Punkt.

Frentzen sicherte sich zudem mit 1:25,531 Minuten die schnellste Runde.

In der Fahrerwertung blieb Villeneuve vorne. Michael Schumacher war nun Zweiter vor Coulthard. In der Konstrukteurswertung blieb Williams in Führung, dahinter überholte Ferrari McLaren.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Arrows A18 Yamaha 3.0 V10 2 3 Williams FW19 Renault 3.0 V10 4 5 Ferrari F310B Ferrari 3.0 V10 6 7 Benetton B197 Renault 3.0 V10 8 9 McLaren MP4/12 Mercedes-Benz 3.0 V10 10 11 Jordan 197 Peugeot 3.0 V10 12 14 Prost JS45 Mugen-Honda 3.0 V10 15 16 Sauber C16 Petronas 3.0 V10 17 18 Tyrrell 025 Ford ED4 3.0 V8 19 20 Minardi M197 Hart 3.0 V8 21 22 Stewart SF01 Ford Zetec-R 3.0 V10 23

Klassifikation Qualifying

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:23,303 1 2 1:23,646 2 3 1:23,955 3 4 1:24,075 4 5 1:24,081 5 6 1:24,596 6 7 1:24,723 7 8 1:24,812 8 9 1:24,862 9 10 1:25,077 10 11 1:25,371 11 12 1:25,554 12 13 1:25,579 13 14 1:25,729 14 15 1:25,743 15 16 1:26,192 16 17 1:26,253 17 18 1:26,712 18 19 1:26,852 19 20 1:26,960 20 21 1:27,428 21 22 1:28,727 22 107-Prozent-Zeit: 1:29,134 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:23,303 min)

Rennen

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 62 2 1:31:00,673 2 1:25,531 (42.) 2 62 2 + 1,237 3 1:25,537 (61.) 3 62 2 + 1:18,343 9 1:26,811 (45.) 4 62 2 + 1:23,388 6 1:26,620 (23.) 5 61 1 + 1 Runden 14 1:27,091 (30.) 6 61 1 + 1 Runden 8 1:26,791 (29.) 7 61 4 + 1 Runden 12 1:26,753 (43.) 8 61 2 + 1 Runden 4 1:28,064 (27.) 9 60 1 + 2 Runden 19 1:28,189 (32.) 10 60 1 + 2 Runden 21 1:28,886 (54.) 11 59 1 + 3 Runden 22 1:29,554 (59.) – 53 3 DNF 17 1:27,793 (45.) – 40 1 DNF 1 1:25,997 (21.) – 38 1 DNF 10 1:26,067 (33.) – 32 0 DNF 13 1:27,741 (28.) – 18 0 DNF 7 1:27,594 (17.) – 17 0 DNF 5 1:27,217 (17.) – 11 0 DNF 18 1:30,554 (11.) – 11 0 DNF 15 1:29,237 (8.) – 4 0 DNF 11 1:33,513 (4.) – 2 0 DNF 16 1:36,710 (2.) DNS Trulli konnte aufgrund von Getriebeproblemen nicht am Rennen teilnehmen. – – – 20 – Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Williams-Renault 20 2 Ferrari 14 3 Williams-Renault 10 4 McLaren-Mercedes 10 5 Ferrari 10 6 Benetton-Renault 10 7 McLaren-Mercedes 10 8 Prost-Mugen-Honda 6 9 Jordan-Peugeot 4 10 Sauber-Petronas 3 11 Jordan-Peugeot 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 12 Benetton-Renault 3 13 Sauber-Petronas 1 14 Prost-Mugen-Honda 0 15 Tyrrell-Ford 0 16 Minardi-Hart 0 17 Tyrrell-Ford 0 18 Arrows-Yamaha 0 19 Stewart-Ford 0 20 Arrows-Yamaha 0 21 Minardi-Hart 0 – Stewart-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 30 2 24 3 20 4 13 5 7 6 6 Pos. Konstrukteur Punkte 7 4 8 0 9 0 10 0 11 0 – 0

Einzelnachweise

#1997 San Marino