Der Tag, an dem die Bank gestürmt wurde (Kinotitel: Bankkrach in Amerika, Originaltitel: American Madness) ist ein US-amerikanisches Filmdrama unter Regie von Frank Capra aus dem Jahr 1932.
Handlung Thomas Dickson ist seit vielen Jahren Präsident der Union National Bank. Er ist bei seinen Mitarbeitern beliebt, gilt aber als eigenwillig. So gewährt er Kredite auch solchen Kunden, welche alle anderen Banken abgelehnt haben, falls er an deren Erfolg und Charakter glaubt. Dickson ist der Überzeugung, dass der Weg aus der Great Depression nur gelingt, wenn Banken freigebiger mit ihren Krediten werden, anstatt Geld zu horten. Teile seines Bankvorstandes sind jedoch ganz anderer Meinung und kritisieren seine Leitung. Sie fordern Dickson dazu auf, seine Bank mit einer größeren Bank fusionieren zu lassen und dann zurückzutreten. Dickson lehnt das ab.
Dicksons Chefkassierer Cyril Cluett erhält Besuch von dem Gangsterboss Dude Finlay, bei dem er hohe Spielschulden hat. Finlay droht ihm mit dem Tod. Schließlich stimmt Cluett zu, Finlay und seiner Bande bei einem geplanten Überfall auf die Union National Bank in der nächsten Nacht zu helfen. Hierfür soll Cluett bestimmte Sicherheitsvorkehrungen ausschalten, damit der Überfall problemlos gelingen kann.
Privat vernachlässigt Dickson seine Frau Phyllis seit Jahren. Sie erscheint im Büro, damit er überhaupt an ihren Hochzeitstag denkt. Doch den Abend hat Dickson bereits geschäftlich verplant. Cluett – auf der Suche nach einem Alibi für die Zeit des nächtlichen Überfalls – flirtet mit Phyllis und lädt sie zu einem abendlichen Kinobesuch ein, was von dem Angestellten Matt Brown beobachtet wird. Der behält seine Beobachtung zunächst für sich und ist sich unsicher, ob er Dickson davon berichten soll. Matt hat eine kriminelle Vergangenheit und Dickson hatte ihm trotzdem eine Chance bei der Bank gegeben, deshalb ist Matt seinem Chef in treuem Dank ergeben.
Am Abend beobachtet Matt, wie Phyllis Dickson und Cluett miteinander ausgehen. Er wartet auf sie in Cluetts Wohnung und schafft es, Phyllis eine mögliche Affäre auszureden. Zur selben Zeit wird die Bank von Finlays Bande um 100.000 US-Dollar bestohlen und ein Wachmann dabei getötet. Als am nächsten Morgen der Überfall bekannt wird, fällt der Verdacht schnell auf Matt – weil er eine kriminelle Vergangenheit hat und es überdies zu seinen Aufgaben gehört, jeden Abend den Safe abzuschließen. Der Polizei ist klar, dass jemand aus dem Inneren der Bank geholfen haben muss. Matt weigert sich zu sagen, wo er sich in der Nacht befand, da er sonst von Mrs. Dickson und Cluett berichten müsste. Er behauptet daheim gewesen zu sein, was aber schon bald widerlegt wird und ihn noch weiter belastet.
Dann findet die Polizei aber heraus, dass Finlay und Cluett sich am Vortag trafen. Matt wird freigelassen. Cluett gesteht seine Beteiligung am Überfall und berichtet auch von seinem abendlichen Treffen mit Mrs. Dickson, als die Frage aufkommt, ob er auch an dem Mord am Nachtwächter beteiligt war. Damit ist der Kriminalfall geklärt. Inzwischen sind allerdings aufgrund des Banküberfalls übertriebene Gerüchte aufgekommen, dass die Bank pleite sei. Die Kunden stürmen in Panik die Bank und heben massenweise Geld ab, sodass kaum noch Geldreserven vorhanden sind. Nun droht der Bank tatsächlich der Ruin. Als Dickson von der möglichen Untreue seiner Frau hört, ist dem sonst kämpferischen Mann alles egal.
Matt und seine Verlobte Helen, zugleich Dicksons Sekretärin, rufen jedoch Menschen an, denen Dickson großzügig Kredite gewährt hat. Diese helfen der Bank mit ihrem privaten Geld aus und Dickson schöpft wieder neuen Mut. Selbst die zuvor gegen Dickson so skeptischen Vorstandsmitglieder gehen an ihr Privatvermögen. Nun ist wieder genug Geld vorhanden und die Kunden sind allmählich beruhigt. Am Ende gehen Dickson und seine Frau in die zweiten Flitterwochen, während Matt seine Verlobte Helen heiraten kann.
Hintergrund American Madness gilt als bedeutend, da Regisseur Capra viele Themen entwickelt, die in seinen noch erfolgreicheren Filmen in den folgenden Jahren immer wieder auftauchten. So werden beispielsweise soziale und politische Missstände in der Great Depression sowie der Kampf des einzelnen, kleinen Individuums gegen eine größere Macht gezeigt. Die Idee, dass sich ein ehrlicher Mann gegen eine unter seinen Kunden entstehende Panik erwehren muss, wird auch in einer sehr ähnlichen Szene in Capras wohl bekanntestem Film Ist das Leben nicht schön? aus dem Jahr 1946 wieder aufgegriffen: In diesem stürmen Kunden die Bausparkasse Building and Loan von George Bailey (gespielt von James Stewart), weil sie glauben, dass diese insolvent ist. Bailey und seine Frau opfern das eigentlich für ihre Hochzeitsreise geplante Geld, um ihre Kunden auszuzahlen.
Es war die erste von vielen Zusammenarbeiten zwischen Capra und dem Drehbuchautor Robert Riskin. In einer im Abspann unerwähnten Rolle als Oscar absolvierte Sterling Holloway sein Filmdebüt. Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 2. und 27. April 1932 statt, seine Premiere hatte der Film am 15. August 1932.
Kritiken Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Melodram mit turbulenten Verwicklungen, in dem bereits Capras später kultivierte Lieblingsthemen anklingen: die Schilderung sozialer Mißstände als Hintergrund für eine Apologie der schlichten Ehrlichkeit und des optimistischen Individualismus.“
Leonard Maltin gab dem Film drei von insgesamt vier Sternen und lobte vor allem Hauptdarsteller Huston. Der Film sei „lebhaft, optimistisch“ und werde nur durch eine idiotische romantische Nebenhandlung geschwächt. Der US-Filmkritiker Dennis Schwartz schrieb: „Obwohl predigend, bewegt sich Capras Film mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und erfreut immer.“ bei Dennis Schwartz
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Einzelnachweise
Kategorie:Frank Capra Kategorie:Filmtitel 1932 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Schwarzweißfilm