Frauenbataillon ist ein tragischer Liebes- und Kriegsroman von Heinz G. Konsalik aus dem Jahr 1981, der in der Sowjetunion vor dem Hintergrund des Deutsch-Sowjetischen Kriegs spielt.
Inhalt Klappentext Sie kämpften an vorderster Front gegen Hitlers Armeen. Die deutschen Soldaten fürchten ihre Unerbittlichkeit und ihren Todesmut. Als Scharfschützen, an der Flak und im Nahkampf kannten sie weder Furcht noch Gnade – die Soldatinnen der russischen »Frauenbataillone«. Doch diese Frauen waren keine eiskalten Killer. Der Krieg zwang sie zu töten – ihre Sehnsucht und ihren Hunger nach Liebe bezwang er nicht.
Handlung In der Eingangssequenz wird der Jäger Pjotr Salnikow von einem Bären getötet. Schauplatz sind die sibirischen Wälder in der Nähe der Ortschaft Nowo Kalga. Seine Frau, Stella, die in einem Gefäß das Blut ihres getöteten Ehemanns aufbewahrt, sinnt auf Rache. Es gelingt ihr, den Bären zu erlegen und in einer Art Ritual das Blut ihres Mannes in dessen Rachen zu schütten. Sie erinnert sich wieder an den Juli 1943, nördlich des Donez, in der Nähe von Bjelgorod, wo sie ihren späteren Ehemann kennengelernt hatte.
Die Handlung wechselt zum Zweiten Weltkrieg an der Ostfront. Im Sektor der Heeresgruppe Don, im Abschnitt der italienischen 8. Armee werden sonderbare Vorfälle gemeldet. Immer wieder verschwinden vorgeschobene Posten entlang der HKL. Die Heeresleitung geht zunächst von Überläufern aus und beschließt, diese Vorfälle genauer zu untersuchen. Dabei werden alle drei Offiziere erschossen. Täterinnen sind die sowjetischen Scharfschützinnen Schanna (29 Treffer), Lida (24 Treffer) und Darja (29 Treffer). Diese und eine Reihe anderer Frauen haben eine Spezialausbildung an der Moskauer Scharfschützenschule in Weschnjaki absolviert, gehören zu den Besten des Landes und dienen in der Eliteeinheit der Soja Valentinowna Badja, im sogenannten „Frauenbataillon“. Sie haben im „Niemandsland“ der Front italienische Soldaten entführt, sie im Schutz der Nacht in ihre Stellungen verschleppt und sich dort gemeinschaftlich an ihnen vergangen. Danach wurden die Männer erschossen. Diese Vorfälle wiederholen sich verschiedene Male.
Die Meldung über die Taten der Scharfschützinnen dringen bis zur obersten Generalität. So erfährt auch Generalfeldmarschall von Manstein davon. Daraufhin werden die beiden Scharfschützen Hesslich und Dallmann von der Scharfschützenschule in Posen unter der Leitung von Major Molle damit beauftragt, den Spuk zu beenden und die sowjetischen Scharfschützinnen zu töten. Am 12. Januar 1943 beginnt die sowjetische Großoffensive in der Donsteppe und die Operation muss abgebrochen werden. Die Scharfschützinnen, deren Leben als Einzelkämpferinnen sehr wertvoll ist, werden von der HKL abgezogen. Im Frühjahr 1943 stabilisiert sich die Front zwischen Donez und Mius wieder und ein neuer Stellungskrieg beginnt. Dies ist wiederum die Stunde der Scharfschützen, die sich bei dieser Kampfweise ideal entfalten können. Die Scharfschützenabteilung Badja richtet sich im Grabensystem der Roten Armee nördlich von Bjelgorod ein. Stalin veranlasst, dass die Politkommissare nach und nach von der kämpfenden Truppe zurückgezogen und durch Offiziere ersetzt werden. Die Scharfschützinnen sind sehr erfolgreich und töten innerhalb kurzer Zeit 39 Wehrmachtsoldaten durch gezielte Kopfschüsse. Insbesondere im Abschnitt der 4. Kompanie/Leutnant Bauer III, wo jetzt auch Hesslich und Dallmann eingesetzt werden. Die Scharfschützinnen beobachten Hesslich, der sich charakteristischerweise mit der Strickmütze seiner Großmutter tarnt und sich damit, bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen er gesichtet wurde, gewissermaßen unverwechselbar macht. Beide Gruppen belauern einander nächtelang. Bei einer dieser Jagden wird Schanna, die in einem verlassenen Dorf allein die Stellung hält, während der Rest der Abteilung bei einer politischen Schulung ist, von Hesslich an der Schulter verletzt, kann jedoch entkommen. Damit wurde Schannas „Kriegsehre“ verletzt und ihre Kommandantin Badja macht ihr zur Auflage, dass sie weitere zehn Deutsche töten muss, um erneut in die Gemeinschaft der Scharfschützinnen aufgenommen zu werden. Der Ruf der gefährlichen „Strickmütze“, jenes geheimnisvollen wie gefährlichen deutschen Scharfschützen, macht die Runde. Ansonsten sind die militärischen Aktivitäten an der weitgehend ruhigen Front eingeschlafen. Beide Seiten erfreuen sich drei Monate lang einer trügerischen Stille und genießen den Sommer. Die deutsche und die sowjetische Scharfschützengruppe belauern sich gegenseitig, beobachten einander durch das Zielfernrohr, wie sie nackt ein Bad im Fluss nehmen, und die sexuelle Gier beider Parteien steigert sich.
In Zwischenzeit verführt Darja den Politkommissar Foma, woraus sich eine heftige Affäre entwickelt. Seine Ehefrau Praskowadt. Übersetzung Pfirsich erhält von höchster Stelle die Erlaubnis, ihren Mann an der Front zu besuchen. Eines Tages, im Juni 1942, taucht sie überraschend im Bunker des Politkommissars auf und entdeckt Darja, die gerade ein Bad nimmt. Rasend vor Eifersucht erschlägt Praskowa ihre Nebenbuhlerin mit einem Holzknüppel. Der durch die Schreie seiner Geliebten alarmierte Foma wird ebenfalls von seiner Frau erschlagen. Soja Badja versucht den Skandal in ihrer Eliteeinheit zu vertuschen. Praskowa, deren Leben auf einmal sinnlos geworden ist, will sich aus Verzweiflung im Donez ertränken, wird aber vorher von Dallmann erschossen. Die russischen Scharfschützen beschließen eine Falle auszulegen und binden ein fettes Schwein an einen Pflock, um damit die Deutschen anzulocken. Stabsgefreiter Plötzerenke fällt auf diese Falle herein und versucht sich des Schweines zu bemächtigen. Jetzt schlagen die Frauen aus dem Hinterhalt zu. Doch der Plan der Scharfschützinnen geht schief. Es kommt zu einem Handgemenge. Dabei wird Wanda getötet und Schanna gerät in deutsche Gefangenschaft. Plötzerenke beschließt, seine „Beute“ Schanna nicht an SS, SD oder Einsatzgruppen auszuliefern, sondern sie zu seinem privaten Vergnügen in einer kleinen Hütte im Niemandsland gefangen zu halten. Plötzerenke hält die verletzte Schanna am Leben, versorgt sie, vergewaltigt sie aber auch regelmäßig. Die immer schwächer werdende Schanna gibt ihren Widerstand zunächst auf und ergibt sich ihrem Schicksal. Plötzerenke entwickelt Gefühle für das ungewöhnlich hübsche Mädchen und verliebt sich in sie.
Währenddessen versucht der Kompaniechef der 4. Kp, die nachlassende Kampfmoral seiner Truppe durch Formaldienst und kleinere Gefechtsübungen wieder auf Vordermann zu bringen. Die Tatsache, dass es in einem vollkommen ruhigen Frontabschnitt dennoch zu dieser hohen Ausfallquote durch gegnerische Scharfschützinnen kommt, verursacht bei der übergeordneten Führung große Aufregung und nötigt die Division, entsprechende Maßnahmen zu treffen. Der Generalmajor und Kommandeur der Division bittet Hesslich um eine Unterredung. Es seien unhaltbare Zustände, dass sich deutsche Soldaten als Wachposten so einfach vom Feind, und zumal auch noch von Frauen, von sogenannten „Flintenweibern“, „ausknipsen“ lassen. Hesslich und Dallmann sollen dieses Treiben umgehend beenden.
Peter Hesslich geht jedoch allein, ohne Dallmann, auf eine mehrtägige „blinde Jagd“, da er sich im Gelände allein unauffälliger bewegen kann. Er benutzt dabei die gleichen Techniken wie sein Gegenüber, die sowjetischen Scharfschützinnen, nämlich Waffe und Kleidung auf einem als natürliche Insel getarnten Floss abzulegen, um unbemerkt im Schutz der Nacht das gegnerische Ufer zu erreichen. Im verlassenen Dorf kommt es zwischen ihm, Stella und Flora Victorowna zu einem nächtlichen Feuergefecht, bei dem Flora erschossen wird. Für einen Moment hat Hesslich Stella im Fadenkreuz, doch er ist von ihrer Schönheit geblendet und kann nicht abdrücken. Zurück im Stellungssystem ist Badja außer sich vor Zorn, dass es einem deutschen Scharfschützen gelungen ist, den Spieß umzudrehen und ihnen derartige Verluste beizubringen.
Der Zustand Schannas ist mittlerweile kritisch. Ihre Wunde eitert und sie bekommt starkes Fieber. Plötzerenke muss ihr ärztliche Hilfe besorgen, da sie andernfalls stirbt. Ihre Situation ist verzweifelt. Eines Nachts konnte sie unbemerkt ein Lichtzeichen zur anderen Seite des Flusses abgeben, was aber von ihren Kameradinnen nicht beantwortet wurde. Noch hält der Hass sie am Leben, doch sie wird stündlich schwächer. Lida, Marianka und eine andere Frau überqueren den Donez, um Schanna zu befreien. Sie handeln damit gegen den Befehl von Badja. In einer Hütte entdecken sie das Mädchen, welches gerade im Beisein von Plötzerenke von Unterarzt Ursbach notoperiert wird. Bei der Schießerei wird Plötzerenke tödlich in der Lunge getroffen und verblutet daraufhin qualvoll. Lida und der Unterarzt küssen sich in einem schwachen Moment. Doch dann besinnen sich die Mädchen wieder auf ihren Auftrag und ihr Feindbild und schlagen Ursbach nieder. Schanna nehmen sie in ihr Grabensystem mit. Trotz ihrer erlittenen Qualen wird sie von Soja Badja nicht amnestiert, erträgt die Schande nicht und erschießt sich selbst.
Auch die Rote Armee ist durch das Auftauchen deutscher Scharfschützen beunruhigt und schickt den besten Mann der 7. Gardearmee: Sergeant Bairam Wadimowitsch Sibirzew. Ein sibirischer Meisterschütze. Bei den Scharfschützinnen fällt er wegen seines arroganten Auftretens und seiner Einstellung, Frauen als leichte Beute anzusehen, schnell in Ungnade. Stella erhält als eine der ersten das neue Scharfschützengewehr Tokarew SWT-40 und sie kann es kaum erwarten, dieses gleich an lebenden Zielen auszuprobieren. Während sich zwischen Stella und Bairam ein Konkurrenzkampf um die besten Abschussergebnisse entwickelt, laufen im Hintergrund auf deutscher Seite Vorbereitungen, um in einer neuen Großoffensive den Frontbogen von Kursk zu bereinigen.
Berichte über Gräueltaten der Einsatzgruppen heizen bei der Roten Armee die Stimmung gegen die Deutschen auf. Usanow und Badja studieren Luftbilder der deutschen Stellungen. Sie bekommen immer deutlicher ein klares Bild der Gegebenheiten ihres Feindes, den sie alsbald endgültig ausschalten wollen. Hesslich und Dallmann liegen wieder gemeinsam auf Lauerposten. Hesslich bekommt heraus, dass Dallmann Pervitin als Aufputschmittel benutzt. Auf der anderen Seite, auf einer gewölbten Sandbank des Flusses, die „Schildkrötenrücken“ getauft wird, liegt Stella mit ihrem Nachtsichtfernrohr auf Beobachtungsposten. Dallmann, der nachlässig wird und sich leichtsinnig aus seiner Stellung vorschiebt, wird von Stella per Kopfschuss getötet. Hesslich eilt auf den „Schildkrötenrücken“ und findet Patronenhülsen. Er schwört, den Tod seines Kameraden und Freundes zu rächen und will auf eigene Faust in den russischen Linien nach der „Mörderin“ suchen und sie gnadenlos zur Strecke bringen.
Im Folgenden wird eine Scharfschützin nach der anderen von ihm eliminiert. Hesslich legt eine Fährte, eine Blutspur aus, um vor allem die blonde Meisterschützin endlich zur Strecke zu bringen. Der Name „Mützensatan“ geistert um. Ein Mann, der es tatsächlich geschafft hatte, bis tief in ihre Linien einzusickern und jetzt wahllos Rotarmisten erschießt. Marianka, Lida, Stella, Sibirzew und andere schwärmen in kleinen Gruppen aus, um ihn zu stellen und zu töten. Stella bittet Bairam, ihn bei einer Begegnung nur zu verwunden und ihn ihr zu überlassen. Hesslichs Jagdrausch ist vorerst abgeklungen. Er beobachtet eine Menge leichter Ziele, darunter auch Rotarmisten, die mit Bauernmädchen im Schutz des Waldes Geschlechtsverkehr haben, doch er tötet sie nicht mehr. In Wahrheit träumt er von seinem alten Leben in der Heimat und sehnt sich nach den Wildtieren seines Forstes.