Die Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins (DAV) e. V. (kurz DAV Kempten) ist eine Sektion des Deutschen Alpenvereins sowie nach den Sektionen München und Oberland die drittgrößte Sektion in Bayern. Der DAV Kempten ist mit Mitgliedern (Stand: ) zugleich einer der mitgliederstärksten Sportvereine Deutschlands und auf Platz sechs der größten Sektionen des Deutschen Alpenvereins.

Zur Sektion Allgäu-Kempten gehört auch eine Ortsgruppe in Obergünzburg mit rund 700 Mitgliedern.

Geschichte Kemptener Bergsteiger wollten 1871 zusammen mit der Sektion Augsburg und deren Zweigstelle in Immenstadt eine umfassende Sektion Allgäu gründen. Da es hierzu keine Einigung gab, wurde am 6. September 1871 im kleinen Kreis auf der Burghalde in Kempten die Gründung einer eigenen Sektion beschlossen. Sie sollte den Namen „Allgäu“ tragen und ihren Sitz in Kempten haben. Führend im Verein waren der Bezirksgerichtsarzt Julius Oertel und Apotheker Oskar von Kolb. Der Jahresbeitrag wurde auf 1½ Gulden festgelegt. Insgesamt gab es 63 Gründungsmitglieder. Eine größere Zahl von Kemptener Bergsteigern wollte, um unabhängig zu bleiben, ursprünglich gar keinen Anschluss an den Deutschen Alpenverein. Sie gründeten zusätzlich einen eigenen Verband mit dem Namen „Alpenverein im Allgäu und für dasselbe“, dieser hatte bereits in kurzer Zeit 126 Mitglieder.Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 371. 1878 wurde dieser Verband aufgelöst, der Großteil der Mitglieder schloss sich der Sektion Kempten an. Die südlich benachbarte, eigenständige Sektion Allgäu-Immenstadt wurde 1874 gegründet.Sektion Allgäu-Immenstadt (Hrsg.): 125 Jahre Sektion Allgäu-Immenstadt (PDF; 8,9 MB)

Im Winter 1879/80 probierten Mitglieder erstmals den modernen Schneeschuhlauf aus, was jedoch nicht weiterverfolgt wurde, da Experten der Verwendbarkeit von Schneeschuhen keine Chance geben wollten.Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 379. Am 3. Juli 1881 wurde das von den Sektionen Kempten und Immenstadt errichtete Prinz-Luitpold-Haus am Glasfelderkopf eröffnet.Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 381. Am 16. August 1891 wurde die neue Kemptner Hütte nach einer Bauzeit von zehn Wochen der Öffentlichkeit übergeben. Die Hütte bot 16 Matratzen und die zwei Heulager unter dem Dach etwa 25 bis 30 Personen Unterschlupf an. Die Baukosten betrugen, einschließlich einer Wasserleitung, 7215 Mark.Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 393.

1910 erklärten sich 17 Personen, im Falle eines Bergunglücks freiwillig Hilfe zu leisten. Der erste Einsatz folgte noch im gleichen Jahr am 13. Dezember mit der Bergung eines tödlich abgestürzten Leutnants am Grünten. 1911 stellen die Sektionen Kempten, Augsburg, Füssen, Pfronten und Reutte einen Antrag für die Einrichtung von Pflanzenschutzgebieten im Allgäu.Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 414.

Sektionsvorsitzende Eine chronologische Übersicht über alle Vorsitzenden der Sektion seit Gründung. Amtszeit Vorsitzender 1871–1878 Julius Oertel 1879–1883 Oskar von Kolb 1884–1886 Gottlieb Wunderer 1887–1890 Eduard Schuler 1891–1894 Johann Hochfellner 1895–1903 Max Förderreuther 1904–1908 Otto Mayr Amtszeit Vorsitzender 1908–1909 Max Förderreuther 1910–1912 Karl Denk 1913–1934 Andreas Janson 1934–1945 Alois Mögele 1945–1946 Theodor Mielach 1947–1952 Georg Schwarzmann 1952–1956 Heinrich Fuchsberger Amtszeit Vorsitzender 1956–1957 Wilhelm Redenbacher 1957–1958 Hans Mayr 1958–1980 Fritz März 1980–1994 Erich Knoll 1994–2023 Harald Platz 2023– Klaus-Peter Wildburger

Einrichtungen miniatur|hochkant|Außenkletteranlage der Sektion Allgäu-Kempten des DAV im Engelhaldepark mini|Swoboda Alpin: Zentrale der Sektion Allgäu-Kempten des DAV mit Kletteranlagen

Der DAV-Kempten unterhält neben einem Wegenetz von etwa 27 km drei Hütten in den Allgäuer Alpen und zwei Kletterzentren in Kempten. Weitere Einrichtungen werden vom DAV Immenstadt betreut.

Folgende Hütten werden vom DAV Kempten betreut, in Klammern jeweils das Jahr der Errichtung: Kemptner Hütte, 1846 m (1891) Rappenseehütte, 2091 m (1885) Tannheimer Hütte, 1760 m (1886) Tannheimer JugendhütteDAV-Kempten.de: Tannheimer Jugendhütte (Selbstversorgung)

Ehemalige Hütte: Bad Kissinger Hütte 1792 m (Tannheimer Berge)

Folgende Klettereinrichtungen wurden errichtet: Kletterturm Engelhaldepark: Im Jahr 2000 eröffnete Freiluft-Klettersportanlage mit 18 Metern Wandhöhe und 2200 Griffen.Klettern In: kempten.de (abgerufen am 17. August 2017) Swoboda Alpin: 2017 eröffnete Anlage mit 2100 Quadratmetern Kletterfläche und 1200 Quadratmetern Boulderfläche sowie einer Kletterwand im Außenbereich, gleichzeitig neue Zentrale des DAV-Kempten. Als Baukosten waren rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt. Boulderraum in der Turnhalle am Königsplatz (Stadtpark) in Kempten.

Bekannte Mitglieder Max Förderreuther, Oberstudiendirektor sowie Museums- und Heimatpfleger des Allgäus. Fritz März, Jurist, Bergsteiger und Sportfunktionär (22 Jahre lang Vorsitzender).

Weblinks Offizielle Website der Sektion Allgäu-Kempten des DAV Sektionsschriften der Sektion Allgäu-Kempten (Digitalisate der Bibliothek des DAV)

Einzelnachweise

Kempten DAV Kategorie:Vereinsgründung 1871 Kategorie:Wandern (Bayern)