mini|hochkant|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin mini|hochkant|Katholische Filialkirche St. Peter und Paul mini|Ehemaliges Seckendorffsches Schloss
Unteraltenbernheim (fränkisch: Innea-AldabäanaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ínɘʳąldɒbæɘnɒ“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Obernzenn im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Unteraltenbernheim hat eine Fläche von 10,030 km². Sie ist in 1201 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8351,07 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Binsmühle, Hechelbach, Hörhof, Limbach und Wimmelbach.
Geografie Das Pfarrdorf liegt an der Zenn. Der Holzbrunnengraben mündet dort als linker, der Kemmathbach als rechter Zufluss in die Zenn. 0,5 km nordwestlich des Ortes erhebt sich der Weinberg, 0,75 km südöstlich der Galgenberg (). 0,75 km nordöstlich befindet sich das Waldgebiet Herrlohe und 1 km südlich die Wolfsklinge. Die Staatsstraße 2413 verläuft nach Oberaltenbernheim (1,8 km westlich) bzw. nach Buch (2 km östlich). Die Kreisstraße AN 21/NEA 38 führt an der Binsmühle und Hörhof vorbei nach Sondernohe (2,5 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Hechelbach (0,9 km nördlich).
Geschichte Unteraltenbernheim entstand wahrscheinlich im achten Jahrhundert. Obernzenn wurde bereits 830/50 als „Cenne“ urkundlich bezeugt und könnte die Muttersiedlung von Unteraltenbernheim gewesen sein. 1288 wurde der Ort als „Niederaltenbern“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens ist būr (ahd. für Haus, Kammer), der Ortsname bedeutet also zum unten gelegenen alten Haus.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 149 f. Hiernach Ersterwähnung 1294 als „nidern Alltenbern“. Nach M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 436, sei das Grundwort der Bär oder der Personenname Bero. Dies ist jedoch aus sprachwissenschaftlicher Sicht abwegig. Der Ort war zu dieser Zeit ein Marktflecken mit Schloss, das dem Ritter Ludwig von Huslode gehörte. Seit 1294 hatte dort auch der Deutsche Orden Besitz, den es von Konrad IV. von Nürnberg geschenkt bekommen hatte.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 96. Im Jahre 1381 wurde eine Kirche im Ort bezeugt. Als eine der ersten Gemeinden im weiteren Umkreis schloss sich Unteraltenbernheim der Reformation an.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 193. 1564 verkauften die von Huslodes das Schloss samt Eingehörungen an Arnold von Seckendorff-Aberdar, der in Obernzenn residierte. 1737 wurde es an Christoph Friedrich von Seckendorff in Unternzenn veräußert.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Unteraltenbernheim 46 Anwesen. Das Hochgericht übte das Obervogteiamt Virnsberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Deutschordenskommende Virnsberg gemeinsam mit dem Rittergut Unternzenn inne. Grundherren waren die Deutschordenskommende Virnsberg (21 Anwesen: Kirche, Pfarrhaus, Mesnerhaus, 2 Mühlen, Schmiede, Schenkstatt, 4 Höfe, 7 Güter, 2 Tropfhäuslein, Zehntstadtel), das Rittergut Unternzenn (22 Anwesen: Schlösslein, Schäferhaus, Schenkstatt, 13 Güter, 4 Tropfhäuser) und die Pfarrei Unteraltenbernheim (2 Güter, 1 Gütlein).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 135.
1806 kam Unteraltenbernheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sondernohe und der 1811 gebildeten Ruralgemeinde Sondernohe zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–1817. Zitiert nach Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Unteraltenbernheim, zu der Binsmühle, Hechelbach, Hörhof, Limbach, Schafhof und Wimmelbach gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 228. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach. Am 4. Januar 1821 kam die Ruralgemeinde Unteraltenbernheim an das Landgericht Windsheim und das Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei über 23 Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Unternzenn inne.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 216. Ab 1862 gehörte Unteraltenbernheim zum Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1932 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,013 km².
Am 1. Mai 1978 wurde Unteraltenbernheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Obernzenn eingemeindet.
Baudenkmäler In Unteraltenbernheim gibt es fünf Baudenkmäler: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin katholische Filialkirche St. Peter und Paul ehemaliges Seckendorffsches Schloss zwei Ausleger an Gaststätte Wegkapelle
Bodendenkmäler In der Gemarkung Unteraltenbernheim gibt es zehn Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Unteraltenbernheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 590 617 673 631 610 612 608 616 625 642 590 571 562 594 563 589 566 565 548 686 661 600 533 535HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 88 91 116 121 122 120 112 106 107 Quelle Für die Gemeinde Unteraltenbernheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Binsmühle (S. 10), Hechelbach (S. 37), Hörhof (S. 42), Limbach (S. 55) und Wimmelbach (S. 103).
Ort Unteraltenbernheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 381 388 358 349 365 324 354 381 317 308 297 330Häuser 46 53 71 71 68 67 68 77 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation gemischt konfessionell und Sitz der evangelisch-lutherischen Pfarrei St. Martin. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Mariä Himmelfahrt (Sondernohe) gepfarrt.
Wanderwege Durch Unteraltenbernheim führen die Fernwanderwege Deutschherrenweg und Grünes Schlüsselloch sowie der Rundwanderweg Zenntalwanderweg.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Obernzenn Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1288 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Zenn Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim