The Daily Stormer (TDS) war eine neonazistische, antisemitische Website in den USA im Stil eines Nachrichtenportals. Sie bezeichnete sich selbst als Sprachrohr der Alt-Right. Google und GoDaddy sperrten den Daily Stormer nach den Ausschreitungen und dem Attentat von Charlottesville im August 2017. 2026 stellte die Website den Betrieb ein.
Geschichte mini|Andrew Anglin (2013) Die Site wurde 2013 vom faschistischen Netzaktivisten Andrew Anglin gegründet. Der Name nahm Bezug auf die NS-Propagandazeitung Der Stürmer aus dem Dritten Reich.
Im August 2017 wurde die Site infolge der Ausschreitungen von Charlottesville vom Betreiber GoDaddy und Google gesperrt, da die dabei zu Tode gekommene Gegendemonstrantin verhöhnt worden war.Daily Stormer being dumped by GoDaddy. In: CBS News. 14. August 2017 (englisch).
Die Site war zunächst nur im Darknet verfügbar und ließ sich nur episodisch im Clearnet aufrufen, da die Betreiber Schwierigkeiten hatten, einen Domainnamen und eine Internetverbindung zum Hosten der Server zu kaufen.
Im März 2026 teilte die Website mit, dass sie schließen werde.
Inhalte Die Site bezeichnete sich selbst als The world's most visited alt right web site. Zusammen mit Stormfront gehörte The Daily Stormer zu den größten Hate-Speech-Websites im Internet. Die Inhalte von The Daily Stormer ließen sich der Idee des White Supremacy zuordnen und waren offen antisemitisch und rassistisch. Typisch war die Verwendung von Memes wie Pepe dem Frosch. Oft wurde das Design des Headers geändert, wobei auf Symbolik wie den Reichsadler und das Hakenkreuz zurückgegriffen wurde.Archivierte Ausgabe vom 1. April 2016 Während der Präsidentschaftswahlen 2016 forderte die Site zur Wahl von Donald Trump auf.
Laut einem 17-seitigen Dokument, das in einem internen Chat veröffentlicht wurde, waren die Publikums-Zielgruppe Menschen, die zuvor wenig Kontakt zu rechtsradikalen Ideologien hatten. Leser sollen zunächst durch den „bösen Humor“ neugierig gemacht werden und nach und nach die Ideologie internalisieren. Juden bzw. „jüdischer Feminismus“ werden dabei für alles verantwortlich gemacht. Das Handbuch gab auch Tipps für Beleidigungen von Schwarzen, Latinos, Juden, Menschen asiatischer Herkunft, Schwulen und Frauen. Schimpfworte sollen überwiegend in Artikeln, die in „halb scherzhaftem“ Ton verfasst wurden, benutzt werden, in ernsthaften Artikeln soll auf sie verzichtet werden. Stereotype Witze über hasserfüllte Rassisten sind dabei durchaus erwünscht, da so die Leser nicht auf den ersten Blick erkennen können, ob etwas ernst gemeint ist oder nicht. Nach eigenen Angaben verfügte der Daily Stormer über eine „Trollarmee“, die mit Attacken auf ins Visier genommene Personen und Gruppen reagierte, was dem Daily Stormer ermöglichte, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Laut dem internen Handbuch war es der Plan, „den Feind zu entmenschlichen, bis zu dem Punkt, an dem die Menschen bereit waren, über seinen Tod zu lachen“. Es sei zwar illegal, im Internet zu Gewalt aufzurufen oder diese zu begrüßen, gleichzeitig sei es „total wichtig“, die Akzeptanz von Gewalt als Eventualität oder Unausweichlichkeit zu normalisieren.Karolin Schwarz: Hasskrieger. Der neue globale Rechtsextremismus. Herder, Freiburg 2020, S. 60 ff.
Medien wie der Independent und Zeit Online beschrieben den Daily Stormer als eine Neonaziseite. Die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center nannte den Daily Stormer die „Top-Hassseite in Amerika“.Schwarz, S. 61
Wirkung Am 17. Juni 2015 erschoss der 21-jährige Weiße Dylann Roof aus rassistischen Gründen neun Besucher einer Bibelstunde in Charleston. Das Southern Poverty Law Center analysierte Roofs Manifest und kam zu dem Schluss, dass er regelmäßiger Leser und Beitragsschreiber des The Daily Stormer war.
Einzelnachweise
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