Marienwerder ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Barnim des Bundeslandes Brandenburg. Sie ist Mitglied des Amtes Biesenthal-Barnim. Marienwerder bezeichnet gleichzeitig einen Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde.
Geografie Die Gemeinde Marienwerder liegt westlich der Kreisstadt Eberswalde.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet von Marienwerder wird gebildet aus den Ortsteilen
Marienwerder Ruhlsdorf Sophienstädt
sowie den Wohnplätzen
Forsthaus Grafenbrück Grafenbrücker Mühle Grafenbrückschleuse Pechteich Ruhlsdorfer Schleuse
Geschichte Marienwerder gehörte seit 1817 zum Kreis Niederbarnim in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Bernau im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Barnim.
Die (Groß-)Gemeinde Marienwerder wurde am 1. Mai 2001 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Marienwerder und Sophienstädt gebildet. Am 31. Dezember 2002 kam die ebenfalls vormals selbstständige Gemeinde Ruhlsdorf dazu. Alle drei Gemeinden gehörten zu diesem Zeitpunkt zum 1992 gebildeten Amt Groß Schönebeck (Schorfheide). Dieses wurde zum 26. Oktober 2003 aufgelöst; die Gemeinde Marienwerder wurde dem Amt Biesenthal-Barnim zugeordnet.
Ortsteil Marienwerder
Die Gründung des Ortes im Jahr 1746 geht auf Friedrich den Großen zurück. Im Zuge des Neubaus des Finowkanals sollte an der Leesenbrücke ein Spinnerdorf errichtet werden.
Ortsteil Ruhlsdorf
Ruhlsdorf wurde erstmals 1315 urkundlich erwähnt. Typische Gehöfte mit traufständigen Wohnhäusern und giebelständigen Stallungen sind noch heute erhalten.
Ortsteil Sophienstädt
Sophienstädt entstand aus einem Vorwerk, das nach 1700 angelegt wurde. Ein Großfeuer im Jahre 1824 zerstörte viele Fachwerkhäuser, die jedoch wieder neu errichtet wurden.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1.077 1890 1.153 1910 1.080 1925 1.376 1933 1.493 1939 1.524 Jahr Einwohner 1946 1.470 1950 1.445 1964 1.065 1971 990 1981 835 1985 797 Jahr Einwohner 1990 721 1995 731 2000 918 2005 1.763 2010 1.765 2015 1.745 Jahr Einwohner 2020 1.691 2021 1.696 2022 1.670 2023 1.655 2024 1.640 2025 1.620 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022
Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von Marienwerder und Sophienstädt zur neuen Gemeinde Marienwerder im Jahr 2001 und die Eingemeindung von Ruhlsdorf 2002 zurückzuführen.
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Marienwerder besteht aus 12 Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 73,1 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergruppe für Heimat, Tourismus und ländliche Entwicklung 35,9 % 4 46,9 % 6 Wählergruppe für kommunalpolitisch interessierte Bürger 31,6 % 4 42,8 % 5 CDU 5,7 % 1 10,3 % 1 Bürgerbündnis Marienwerder 19,0 % 2 – – Die Linke 7,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 12 100 % 12
Bürgermeister 1998–2008: Danko Jur (CDU) 2008–2019: Mario StrebeKommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 8 seit 2019: Annett Klingsporn
Klingsporn wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 54,1 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 69,2 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
Wappen
Gemeindepartnerschaften Dobra (Woiwodschaft Westpommern, Polen)Partnergemeinden Ryman und Dobra in Polen Rymań (Woiwodschaft Westpommern, Polen)
Sehenswürdigkeiten und Kultur Bauwerke In der Liste der Baudenkmale in Marienwerder und in der Liste der Bodendenkmale in Marienwerder stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Das Ortsbild des Ortsteils Marienwerder wird geprägt durch die 1855 erbaute Dorfkirche in neugotischem Stil.
Die Ruhlsdorfer Kirche wurde 1775 erbaut. Der quadratische Saalbau zeichnet sich durch eine Besonderheit aus – eine Ein-Zeiger-Uhr im Kirchturm. Im Ortsteil befindet sich am Ruhlesee das Feriendorf Dorado für Klassen- und Gruppenfahrten auf einer Fläche von 43.000 m².Website des Feriendorfs Dorado
Die Kirche im Ortsteil Sophienstädt wurde 1914 durch Georg Büttner erbaut. In der Nähe des Ortsteils liegt das Naturschutzgebiet Mergelluch.
Regelmäßige Veranstaltungen mini|Suzanne Vega im Juli 2016
Seit dem Jahr 2004 findet jährlich an einem Wochenende im Sommer das Festival „Inselleuchten“ an der Leesenbrücker Schleuse statt.Website des Inselleuchten-Festivals Zu den zweitägigen Open-Air-Konzerten wird die „Insel“, an der Schleuse beidseitig vom Wasser des Finowkanals umflossen, durch Lichtinstallationen geschmückt. Viele Kleinkünstler bieten ein Nebenprogramm mit Gesang, Tanz, Jonglage und Artistik.
Seit 2007 führt der Schauspieler und Musiker Axel Prahl durch das Programm, der neben der Moderation auch selbst musiziert und improvisiert. Prominente Künstler, die beim „Inselleuchten“ Konzerte gaben, waren bisher beispielsweise Heinz Rudolf Kunze, Annett Louisan, Katja Riemann, Joachim Witt, Klaus Hoffmann, Marianne Rosenberg, Andreas Kümmert, Suzanne Vega mit Gerry Leonard, die Rockbands Silly und Lift oder auch der Popchor Scala & Kolacny Brothers und die 17 Hippies. Veranstalter ist der Verein Kulturreich Barnim, Ausrichter die Agentur PUBLIC aus Lanke. Unterstützt wird das Festival vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).
Verkehr mini|Leesenbrücker Schleuse mini|Marienwerder, Blick auf den Werbellinkanal
Die Bundesstraße 167 zwischen Liebenwalde und Eberswalde verläuft im Norden des Gemeindegebietes. Über die Anschlussstellen Finowfurt und Lanke an der A 11 ist Marienwerder mit dem Autobahnnetz verbunden.
Im Ortsteil Ruhlsdorf befindet sich der Bahnhof Ruhlsdorf-Zerpenschleuse. Er liegt an der Regionalbahnlinie RB 27 von Berlin-Karow nach Groß Schönebeck, der sogenannten „Heidekrautbahn“, die von der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) betrieben wird.
Der Werbellinkanal, der den Werbellinsee mit dem Oder-Havel-Kanal und dem Finowkanal verbindet, durchquert das Gemeindegebiet. Am Finowkanal befinden sich die Leesenbrücker, die Grafenbrücker und die Ruhlsdorfer Schleuse.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde August von Rentzell (1809–1891), Genre- und Tiermaler
Mit Marienwerder verbundene Persönlichkeiten Axel Prahl (* 1960), Schauspieler, wohnte von 2003 bis 2010 in Marienwerder
Weblinks
Website der Gemeinde Marienwerder Marienwerder in der RBB-Sendung Landschleicher vom 12. Juni 2005 Ruhlsdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 4. September 2016
Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Marienwerder vom 4. Juni 2003 PDF Bildung einer neuen Gemeinde Marienwerder. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 16. März 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 22, Potsdam, den 30. Mai 2001, S. 390 PDF Bildung der neuen Gemeinde Marienwerder. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 6. August 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 38, Potsdam, den 11. September 2002, S. 837 PDF Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 82), geändert durch Gesetz vom 01. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr.10, S. 187)
Kategorie:Ort im Landkreis Barnim
Kategorie:Ersterwähnung 1315