Grand-Brassac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Grand-Brassacois und Grand-Brassacoises genannt.
Geografie
Grand-Brassac liegt etwa 30 Kilometer südsüdwestlich von Nontron, etwa 22 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 49 Kilometer nördlich von Bergerac in der Landschaft des Ribéracois im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, der Euche, von den Flüsschen Jalley, Maine und Ruisseau des Vergnes sowie von drei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Grand-Brassac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Grand-Brassac erstreckt sich über eine wenig bewaldete Hügellandschaft, die im Südosten durch das breite Tal der Dronne begrenzt wird. Die Erhebungen sind Höhenzüge zwischen den Tälern der genannten Fließgewässer und erreichen Höhen von generell unter . Die topografisch höchsten Punkte liegen mit Höhe im Nordwesten in der Nähe des Lieu-dit le Colombier und im Süden, etwa 1,5 Kilometer östlich des Zentrums an der Grenze zur Nachbargemeinde Montagrier. Der tiefste Punkt mit befindet sich im äußersten Südosten beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 72 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 28 % sind bewaldet, rund 1 % entfällt auf Gebiete mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.
Grand-Brassac wird von folgenden elf Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Grand-Brassac Naturrisiken manifestieren sich in Grand-Brassacneben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dronne und am Mündungsgebiet der Euche Dürren Waldbrände Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1993, 1999, 2003, 2006 und 2022 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist über die Hälfte des Gemeindegebiets, insbesondere im Südwesten, von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 1997, 2003, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Die große Wehrkirche wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts vor der erstmaligen Erwähnung des Dorfes errichtet. Sie erschien im 13. Jahrhundert in der latinisierten Form Brassacum, anschließend ist Brassac im Jahre 1383 belegt. das ab 1738 zu Brassac wurde, genannt le Grand-Brassac, im Gegensatz zu dem weiter westlich gelegenen Petit-Brassac. Le Grand-Brassac setzt einen Personennamen gallischen Ursprungs, Biracius, fort, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde.
Das heutige Schloss Montardy ging ein mittelalterlicher Bau voraus. Der Name des Weilers Montardit war nämlich ab 1285 bekannt. Er repräsentiert das okzitanische mont aus dem lateinischen mons und ardit (). Das Adjektiv hat germanischen Ursprungs und galt im Mittelalter und wurde auf die Qualität von Befestigungen angewendet.Siehe Tanet, Hordé, Seite 169
Innerhalb der Gemeinde befinden sich mehrere kleine Stätten, die auf die Anwesenheit im Moustérien zurückgehen und etwa 30.000 bis 60.000 Jahre alt sind: La Reyssetie, Truffières und Candulou.
Die Höhle von Rochereil, eine Fundstätte des Magdalénien und Azilien (vor 10.000 bis 20.000 Jahren), war reich an bearbeiteten Steinen und gravierten Knochen. Dank der Ausgrabungen von Dr. Jude um 1930 wurden dort mehrere menschliche Skelette sowie das eines Hundes (ein seltener Fund) freigelegt.
Der Ort wurde zweifellos aufgrund von Felsunterständen und der Nähe zur Dronne sehr früh besiedelt. Er zählt zu den Orten mit den meisten unterirdischen Wohnhäusern (Cluzeaux), was sich durch den Kalksteinuntergrund aus dem Campanium erklären lässt.
Das Dorf entwickelte sich jedoch nördlich seiner Kirche. Um die Kirche herum, die selbst eine Festung bildete, wurde dann das ganze Dorf befestigt, um Schutz während Konflikten wie dem Hundertjährigen Krieg zu bieten. Die mächtigen Adelsfamilien Montardy und Rohan-Chabot de Marouatte errichteten im Ort zwei imposante, nach ihnen benannte Schlösser. Um diese beiden Zentren des Lebens erlebte das Dorf seine Blütezeit. Im 16. Jahrhundert musste die Pfarrkirche zum zweiten Mal erweitert und eine Mühle mit zwei Wasserrädern gebaut werden.
Das Dorf zählte Anfang des 19. Jahrhunderts noch fast 2000 Einwohner, doch dann litt es, wie viele Kleinstädte im Périgord, unter der Landflucht.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert, Umbauten aus dem 16. Jahrhundert, seit 1885 als Monument historique klassifiziert Früherer Konvent der Schwestern der Kongregation des Heiligen Josephs aus dem 16. Jahrhundert, Umbauten bis in das 18. Jahrhundert Prähistorische Höhlen von Rochereil, seit 1952 als Monument historique klassifiziert Schloss Le Bouchillon aus dem 19. Jahrhundert Schloss Marouatte aus dem 13. Jahrhundert, Umbauten aus dem 19. Jahrhundert. Während der Französischen Revolution wurde die Burg abgerissen und als Steinbruch genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts restaurierte der Architekt Dannery sie und fügte einige seiner eigenen architektonischen Kreationen hinzu. Das Schloss Montardy wurde im 14. Jahrhundert an der Stelle früherer Abris errichtet. Ursprünglich bestand es aus einem quadratischen Innenhof und zwei Eingängen. Ein erster Brand im 16. Jahrhundert führte zu einigen Umbauten. Im 17. Jahrhundert wurden westlich des Schlosses Nebengebäude errichtet, die noch immer die Jahreszahl 1666 tragen. An der Südseite wurde ein Taubenschlag angebaut. Während der Französischen Revolution wurde das Schloss teilweise abgerissen. Der quadratische Donjon, in dem sich heute eine monumentale Treppe befindet, wurde zerstört. 1871 verwüstete ein zweiter Brand die Gebäude des Ostflügels. In diesen heute nicht mehr existierenden Gebäuden befand sich möglicherweise die Bibliothek. Das Schloss wurde anschließend umfassend restauriert. Die Familie Du Lau d'Allemenas ist seit 1600 dort ansässig. Das Schloss ist seit 2001 als Monument historique eingeschrieben. Getreide- und Ölmühle Rocheyrel an der Dronne, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle).
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 221 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Grand-Brassac erwerbstätig, entsprechend 72,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (73,6 %) höher war als bei den Frauen (72,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 32 Personen im Jahr 2022 etwas höher als im Jahr 2016 (30). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 13,0 % (2016) auf 14,4 % (2022).
Branchen und Betriebe 37 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Grand-Brassac wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt37Fertigung, Bergbau und andere Industrien616,2 %Baugewerbe616,2 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1027,0 %Finanzen und Versicherungen12,7 %Immobilien12,7 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten513,5 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln616,2 %Andere Dienstleistungen25,4 %
Landwirtschaft Grand-Brassac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Walnussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 61 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 48 im Jahr 2000, auf 28 im Jahr 2010 und auf 24 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 60,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 2170 Hektar im Jahre 1988 auf 1678 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen signifikant von 35,6 Hektar auf 69,9 Hektar.
Verkehr Grand-Brassac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine
Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert