mini|hochkant|Lautenspielerin im blauen Kleid, 1887 Emanuel Schaltegger (* 2. September 1857 in Alterswilen im Kanton Thurgau; † 4. Januar 1909 in München) war ein Schweizer Landschafts- und Porträtmaler.
Leben Schaltegger wurde in Alterswilen geboren, wo sein Vater als Pfarrer tätig war. Nach dem Besuch der thurgauischen Kantonsschule ging er 1873/74 an die Kantonsschule in St. Gallen, wo Wilhelm Völker zu seinen Lehrern gehörte. Schalteggers Wunsch nach einer Künstlerlaufbahn wurde von seinen Eltern zunächst abgelehnt, so dass er stattdessen bei Ganz in Zürich eine dreijährige Ausbildung zum Fotografen absolvierte. Danach war er in Dresden und Wien als Fotograf tätig.
Mit Zustimmung seines Vaters und finanzieller Unterstützung eines Verwandten konnte Schaltegger zwei Semester an der Akademie der bildenden Künste Wien studieren. Nach Einstellung der Beihilfe zog er nach München, wo er sich am 30. November 1878 an der Königlichen Akademie der Künste in München (Fach Antikenklasse) einschrieb.03635 Emanuel Schaltegger. In: Matrikeldatenbank Akademie München. Abgerufen am 4. Juli 2025. Er war ein Schüler von Gabriel von Hackl, Johann Leonhard Raab, Franz von Defregger und Alexander von Wagner.
Nach dem Studium wirkte Schaltegger als freischaffender Künstler. Er malte vor allem Landschaften und Porträts, aber auch religiöse Motive. Für seine landschaftlichen Studien reiste er nach Dachau, Hard, Immenstadt im Allgäu und an den Hallstätter See. Da er sich nicht der Moderne anschloss, traf seine Kunst häufiger auf Ablehnung, so wurden Werke von ihm bei einer Ausstellung als „zu altmodisch“ abgewiesen. Trotzdem fand er schließlich Käufer für viele seiner Bilder.T. Schieß: Schaltegger, Emanuel. In: Carl Brun (Hrsg.): Schweizerisches Künstler-Lexikon. Band 4, Supp. Huber, Frauenfeld 1917, S. 385.
Schaltegger starb 1909 im Alter von 51 Jahren nach einem Schlaganfall. Seine schwer erkrankte Ehefrau, die er zuletzt gepflegt hatte, verstarb kurz nach ihm.
Werke (Auswahl) Schwizer Bauernstube, um 1880–1890, Leinwand/Karton, 46 × 57 cm, Kunsthaus Zürich, Inventarnummer 885Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Band 1. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-24250-2, S. 1324. Children Playing, ca. 1900, Öl auf Leinwand, 31,7 × 27 cm, Ungarische Nationalgalerie, Inventarnummer 339.BChildren Playing. In: en.mng.hu. Abgerufen am 4. Juli 2025. Bildnis des Architekten E. Kessler, 1901, Leinwand/Karton, 49,5 × 40 cm, Kunstmuseum St. Gallen Bildnis des Baumeisters Max Högger, 1901, Karton, 108 × 79 cm, Kunstmuseum St. Gallen Bildnis des Dekans Dr. C. W. Kambli, 1901, Karton, 106 × 80 cm, Kunstmuseum St. Gallen Bildnis einer jungen Frau, Karton, 36,5 × 28,3 cm, Kunstmuseum St. Gallen Selbstbildnis, Karton, 59 × 40 cm, Rückseite: Rosen in Vase, Kunstmuseum St. Gallen Selbstbildnis, 1902, Leinwand, 61 × 49 cm, Kunstmuseum St. Gallen Vor dem Ausgang (Dame in Biedermeierkostüm vor dem Spiegel), 1906, Leinwand, 81 × 56 cm, Kunstmuseum St. Gallen
Ausstellungen (Auswahl) 1901: VIII. Internationale Kunstausstellung im Glaspalast, München 1906: Münchener Jahresausstellung, GlaspalastFritz von Ostini: Die Münchener Jahresausstellung im Glaspalast 1906. In: Die Kunst. 15. Band. Freie Kunst. Kunst für Alle. 12. Jg. Bruckmann, München 1907, S. 6 (online).
Literatur Hyacinth Holland: Schaltegger, Emanuel. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Reimer, Berlin 1912, S. 178–179 (online). T. Schieß: Schaltegger, Emanuel. In: Carl Brun (Hrsg.): Schweizerisches Künstler-Lexikon. Band 4, Supp. Huber, Frauenfeld 1917, S. 385 (online).
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