mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria, Simon und Judas
Altheim (fränkisch: AhldaE. Fuchshuber: Uffenheim. S. 8. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „åldɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Dietersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Altheim hat eine Fläche von 7,921 km². Sie ist in 790 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.027,22 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hausenhof und Schormühle.
Geografie Das Pfarrdorf liegt am Aisch-Flutkanal und an der Aisch. Unmittelbar nördlich des Ortes erhebt sich der Kirchberg (), im Westen liegt das Gänsfeld und im Osten Am Wasen. Die Kreisstraße NEA 26 verläuft nach Unternesselbach (3 km nördlich) bzw. nach Dottenheim zur Bundesstraße 470 (0,8 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kaubenheim zur Kreisstraße NEA 35 (3,2 km südwestlich).
Geschichte Am westlichen Dorfrand befinden sich Überreste von merowingischen Reihengräbern mit dem typischen elliptischen Grundriss des 6. und 7. Jahrhunderts, weswegen man davon ausgehen kann, dass eine Besiedlung bereits im 5. Jahrhundert zur Zeit des Königs Chlodwig I. erfolgte und Altheim als eine der ersten Siedlungen des mittleren Aischtals angesehen werden kann. Wahrscheinlich wurde vom Würzburger Bischof Burkard dort im Jahr 750 eine Martinkirche geweiht.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 69. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich in einer Urkunde des Klosters Fulda, die im Zeitraum von 750 bis 779 entstand. Schon damals hieß der Ort Altheim wahrscheinlich zur Unterscheidung von dem jüngeren Dottenheim.E. Fuchshuber: Uffenheim. S. 8 f.
Das Kloster Münchaurach besaß seit 1133 Altheim mit Kirche und Kapelle, wie aus einem Schutzbrief des Kaisers Friedrich I. (1158) hervorgeht. Die Kirche wurde 1463 erneuert.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 128. Bis die evangelische Lehre und Kirchenführung der 1528 einsetzenden Reformation in Altheim gesichert war, verging beinahe ein Jahrhundert.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 190. Seit dem 17. Jahrhundert gab es ein Wasserschloss, das ursprünglich den Herren von Hohenlohe gehörte und später Sitz des klostermünchaurachischen Vogteiamts Altheim-Rüdisbronn (mit seinem berüchtigten Verwalter Siegmund Berchtold, der 1598 bis 1601 Stadtvogt von Neustadt an der Aisch wurde) war.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 210 f.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim. S. 44. Im Jahre 1621 überfielen während des Dreißigjährigen Kriegs Söldner unter anderem Altheim, wo sie 40 Gulden erbeuteten.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 232.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Altheim 62 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Altheim aus. Es hatte gegebenenfalls an das Vogtamt Lenkersheim auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Windsheim. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Vogtamt Altheim: Pfarrhaus, Schulhaus, Kirche, Schlösslein, 1 Mühle, 1 Hof mit Schäferei, 2 Wirtshäuser, 15 Huben, 22 Halbhuben, 13 Sölden, 1 Tropfhaus, 1 Gemeindeschmiede; Kastenamt Ipsheim: 1 Gut, 1 Haus).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 79.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. Im Jahre 1810 kam Altheim zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeediktes wurde 1811 der Steuerdistrikt Altheim gebildet, zu dem Dottenheim, Hausenhof, Oberdachsbach, Obernesselbach, Schormühle und Walddachsbach gehörten. 1817 entstand die Ruralgemeinde Altheim, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden vier Ruralgemeinden gebildet: Altheim mit Hausenhof und Schormühle, Dottenheim, Obernesselbach, Walddachsbach mit Oberdachsbach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 226. Die Ruralgemeinde Altheim war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 210. Ab 1862 gehörte Altheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,923 km².
Am 1. Juli 1972 wurde Altheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Dietersheim eingemeindet.
Im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden des Landkreises Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, wurde Altheim im Jahre 1973 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
Baudenkmäler In Dietersheim gibt es neun Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria, Simon und Judas. Pfarrhaus Wasserschloss ehemalige Schäferei Feuerwehrhaus diverse Bauernhöfe
Bodendenkmäler In der Gemarkung Altheim gibt es acht Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Altheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 397 379 339 347 352 355 368 385 370 358 317 334 324 334 344 336 297 316 296 492 494 438 295 272HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 59 63 65 65 67 67 64 63 66 Quelle Für die Gemeinde Altheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Oberwalddachsbach (S. 37).
Ort Altheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2013 2014Einwohner 393 367 336 355 343 314 284 478 286 266 219 216 218Häuser 58 60 63 64 62 61 64 61 Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Maria, Simon und Judas und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Literatur
Weblinks
altheim-mittelfranken.de – offizielle Website des Dorf- und Kulturvereines Altheim e. V. sowie der Freiwilligen Feuerwehr Altheim e. V.
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Dietersheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1817 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort an der Aisch Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim