Walddachsbach (fränkisch: (Unna)dachsbachE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 213. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „(uneɘ)dagsbax“., früher Unterdachsbach) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Dietersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Walddachsbach hat eine Fläche von 2,324 km². Sie ist in 263 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8838,28 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Oberdachsbach.
Geografie Das Dorf liegt am Schweinebachgraben, einem linken Zufluss des Schweinachbachs, der wiederum ein rechter Zufluss der Aisch ist, und am Ludergraben, der im Ort als rechter Zufluss in den Schweinebachgraben mündet. Der Ort ist von Wald umgeben: Im Süden und Westen von der Hohenecker Forst, im Südwesten vom Vorderen Wald und im Nordwesten vom Unteren Wald. 0,25 km südwestlich des Ortes liegt das Flurgebiet Egert, unmittelbar nordöstlich der Kühnbuck und 0,75 km westlich erhebt sich der Wesenberg ().
Die Kreisstraße NEA 26 verläuft nach Dottenheim zur Bundesstraße 470 (2,3 km nordwestlich) bzw. zur Kreisstraße NEA 35 bei Holzhausen (1,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Beerbach (1,8 km nordöstlich).
Geschichte Nordöstlich von Walddachsbach gibt es einen Einzelfund, der auf eine Besiedlung in der Jungsteinzeit (5000–1800 v. Chr.) hinweisen könnte.
Der Ort wurde im Würzburger Lehensbuch, das im Zeitraum von 1317 bis 1322 entstand, als „Daspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Ein „Tauberlini de Hohenecke“ hatte es vom Hochstift Würzburg zu Lehen bekommen. Um 1360 wurden den Burggrafen von Nürnberg in „Daschbach“ 4 Lehen, 2 Huben, 6 Hofstätten (darunter das Burggut des Teuerlein) als gilten- und zinspflichtig zuerkannt.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 213 f. Vermutlich wurde zu diesem Zeitpunkt „Oberdachsbach“ für das Burggut unterschieden zu „Unterdachsbach“, dem Dörflein, das später in Walddachsbach umbenannt wurde. Um 1578 wurde ein Schlösslein in Oberdachsbach bezeugt, das zu dieser Zeit Eustachio von Abenberg gehörte. Um 1690 kamen Ober- und Unterdachsbach an die Gräfin von Hohenlohe zu Wilhelmsdorf.Siehe Website dietersheim.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Walddachsbach mit Oberdachsbach eine Realgemeinde. In Walddachsbach gab es 16 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Ipsheim. Grundherren waren das Kastenamt Ipsheim (14 Anwesen: 6 Güter, 1 Gütlein, 5 Häuser, Gemeindeschmiede, Gemeindehirtenhaus) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (2 Güter).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 139.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. 1810 kam Walddachsbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Altheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Altheim zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Walddachsbach, zu der Oberdachsbach gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 226. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 217. Auf dem Gemeindegebiet wurde Feldhäusel errichtet. Ab 1862 gehörte Walddachsbach zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,289 km².
Am 1. Juli 1972 wurde Walddachsbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Dietersheim eingemeindet.
Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 1: dazugehöriges Hofhaus von 1702; erdgeschossiges schwellenloses Fachwerkwohnstallhaus mit weit herabreichenden Bundpfosten auf gewölbtem Keller mit Vorhaus; am Sturz der rundbogigen inneren Kellertür bezeichnet „17 T G 02“, freistehender Backofen; kugelgekrönte, steinerne TorpfostenH. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 207. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Bodenkmal In der Gemarkung Walddachsbach gibt es Ein Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Walddachsbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 101 146 138 130 127 130 133 131 133 141 125 122 119 114 111 105 94 99 109 168 152 143 84 100HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 19 22 22 22 20 23 23 22 22 Quelle Für die Gemeinde Walddachsbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Oberwalddachsbach (S. 65).
Ort Walddachsbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 87 122 109 109 123 110 90 143 84 95 89Häuser 17 19 20 21 22 21 22 22Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Markus (Dottenheim) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Dietersheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1317 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim