mini|rechts|Marlon Bröhr (2021) Marlon Andreas Paul Bröhr (* 3. April 1974 in Geilenkirchen) ist ein deutscher Zahnarzt und Politiker (CDU). Von Mai 2015 bis September 2021 war er Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises.Aktuelles: Wahl der Landrätin / des Landrats 2022, Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis Seit 2021 gehört er dem Deutschen Bundestag an.
Leben und Beruf Bröhr legte 1993 sein Abitur am Bischöflichen Mariengymnasium in Mönchengladbach ab. Zuvor hatte er in den USA ein Jahr an der Groton Highschool in South Dakota verbracht. Er studierte bis 1998 Zahnmedizin an der RWTH Aachen und promovierte dort 2002. Zwischenzeitlich war er als Assistenzarzt in einer Zahnarztpraxis in Aachen tätig.
Privates 2003 zog Bröhr mit seiner Familie nach Kastellaun im Hunsrück, wo er bis 2006 eine eigene Zahnarztpraxis betrieb. Marlon Bröhr ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Politik Marlon Bröhr trat 1999 der CDU bei.Tritt Hunsrücker Landrat Marlon Bröhr für die Landes-CDU 2021 gegen Malu Dreyer an?, Verlagsgruppe Rhein Main, 27. Juni 2018 2007 wurde Bröhr als unabhängiger Kandidat zum Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Kastellaun und 2009 zum Stadtbürgermeister von Kastellaun gewählt. Beide Ämter behielt er bis 2014 inne. Im Dezember 2013 gab Bröhr bekannt, bei der nächsten Landratswahl im Rhein-Hunsrück-Kreis für die CDU antreten zu wollen.Marlon Bröhr will an die Spitze des Kreises, rhein-zeitung.de, 22. Dezember 2013 Bei der Landratswahl am 28. September 2014 wurde er mit 68,7 % der gültigen Stimmen zum neuen Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises gewählt. Am 3. Mai 2015 trat er die Nachfolge von Bertram Fleck (CDU) an.
Parteipolitik Parteiintern sorgte Bröhr erstmals im November 2016 für Aufsehen, als er auf dem Landesparteitag der CDU Rheinland-Pfalz die bisherige Vergabe der Vorstandsposten kritisierte.„Der Rebell ist begehrt“, Allgemeine Zeitung, 26. November 2016
Im Oktober 2019 lud Marlon Bröhr über seinen Landrats-Account zu einer Pressekonferenz ein und gab seine Bewerbung für die CDU-Spitzenkandidatur im kommenden Landtagswahlkampf bekannt.Marlon Bröhr startet mit einem Fauxpas, Allgemeine Zeitung, 25. Oktober 2019 Der Landesvorstand der CDU Rheinland-Pfalz hatte zuvor im Juni 2019 den Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf als Spitzenkandidaten für 2021 nominiert.Julian Staib: Rebellion aus dem Hunsrück?, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. September 2019 Auf dem Landesparteitag am 16. November 2019 trat Bröhr in einer Kampfabstimmung gegen Baldauf an., SWR Aktuell, 29. Oktober 2019 Er kam dort auf rund 20 Prozent der Delegiertenstimmen und verlor damit die Wahl., SWR Aktuell, 16. November 2019
Kommunal- und Landespolitik Im Streit um den geplanten Bau der Mittelrheinbrücke reichten im Juli 2017 die Kreistagsfraktionen von SPD, FDP und den Freien Wählern Klage gegen Landrat Bröhr ein.Mittelrheinbrücke: Drei Fraktionen klagen gegen Landrat Marlon Bröhr, rhein-zeitung.de, 7. Juli 2017 Dieser hatte zuvor einen gemeinsamen Antrag der klagenden Fraktionen, das Raumordnungsverfahren im Landkreis zu starten, nicht zur Tagesordnung zugelassen. Bröhr begründete seine Entscheidung damit, dass es sich um ein Bauprojekt des Landes Rheinland-Pfalz handele. Am 1. Februar 2018 entschied das Verwaltungsgericht Koblenz, dass der Bau der Mittelrheinbrücke auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung gesetzt werden muss. Die Richter begründeten das Urteil damit, dass die Brücke den Rhein-Hunsrück-Kreis betreffe. Bröhr kündigte an, dagegen in Berufung zu gehen.Landrat will über Mittelrheinbrücke abstimmen lassen, Die Welt, 2. Februar 2018
Im Streit um Kirchenasyl erstattete Bröhr im September 2018 Strafanzeige gegen mehrere Pfarrer, die Flüchtlingen Zuflucht gewährt hatten.Fatima Abbas: Streit in Rheinland-Pfalz: Das Kirchenasyl – ein Fall für die Justiz? Saarbrücker Zeitung, 4. September 2018 Im Zuge der Ermittlungen gegen die Geistlichen wurden Ende Januar 2019 die Diensträume von fünf Pfarrern durchsucht, Akten beschlagnahmt und Computerdateien zur Auswertung kopiert.Kirchenasyl: Razzia bei angezeigten Pfarrern auf dem Hunsrück, Rhein-Zeitung, 31. Januar 2019Lara Straatmann, Shafagh Laghai: Pfarrer im Visier der Justiz: Ende des Kirchenasyls?, Fernsehmagazin Monitor, 14. März 2019 Eine Mediation hatte Bröhr abgelehnt.Kirchenasyl: Strafverfahren gegen Hunsrück-Pfarrer, evangelisch.de, 4. September 2018Volker Boch: Pfarrer widerspricht Landrat Bröhr im Kirchenasylstreit: Verwaltung hat nicht "Gespräche gesucht und auch geführt", Rhein-Zeitung, 7. Februar 2019 Im April 2019 stellte das Landgericht Bad Kreuznach fest, dass die Hausdurchsuchungen bei Pfarrern im Hunsrück rechtswidrig waren.Gernot Ludwig: , SWR Aktuell, 12. April 2019
Im Dezember 2018 erstattete Bröhr Strafanzeige gegen mehrere Grundschullehrer, da sie eine durch die Kreisverwaltung durchgeführte Abschiebung mit der Reichspogromnacht in Verbindung gebracht hätten. In einem Protestbrief schrieben die Lehrer, am 9. November 2018 sei eine fünfköpfige armenische Familie „deportiert“ worden.Volker Boch: „Deportation“: Landrat Bröhr verklagt Lehrer – Schule erinnert nach einer Abschiebung an die Nazizeit, Rhein-Zeitung, 12. Dezember 2018 Die Umstände der Abschiebung am 9. November 2018 waren auch von Flüchtlingshilfeorganisationen kritisiert worden., SWR Aktuell, 13. Dezember 2018 Das Verfahren gegen die Lehrer wurde eingestellt, es liege keine Beleidigung vor, ihr Schreiben sei durch die Meinungsfreiheit abgedeckt., Rhein-Hunsrück-Zeitung, 13. Juni 2019
Im April 2021 stellte Marlon Bröhr als Privatperson einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Koblenz gegen die Corona-Maßnahmen im Rhein-Hunsrück-Kreis zur Feststellung der Rechtmäßigkeit der Ausgangsbeschränkungen. Diese Maßnahmen musste er selbst auf Weisung des Landes Rheinland-Pfalz als Landrat am 7. April 2021 verfügen.Ausgangssperre: Marlon Bröhr und Christian Keimer legen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein, Rhein-Hunsrück-Zeitung, 16. April 2021 Der Eilantrag wurde vom VG Koblenz abgelehnt., SWR Aktuell, 13. April 2021
Bundestag Nachdem der langjährige Abgeordnete Peter Bleser nicht mehr für den Wahlkreis 200 für die Bundestagswahl im September 2021 antrat, bekundete Bröhr sein Interesse an dem Mandat. In einer Delegiertenversammlung am 9. Januar 2021 wurde er in Sohren mit 95 Prozent der abgegebenen Stimmen als Direktbewerber der CDU für die Wahl zum Deutschen Bundestag nominiert.Delegierte geben klares Votum Richtung Berlin, Rhein-Hunsrück-Zeitung, 10. Januar 2021 Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 konnte Bröhr seinen Wahlkreis mit 34,3 Prozent der Stimmen direkt gewinnen.
Bröhr war im 20. Deutschen Bundestag (2021–2025) ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss, im Petitionsausschuss des Bundestages sowie stellvertretendes Mitglied in der Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands“.
Bei der Bundestagswahl 2025 konnte Bröhr mit 38,2 Prozent der Erststimmen wieder das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewinnen. Im 21. Deutschen Bundestag ist er erneut ordentliches Mitglied im Verteidigungs- und Petitionsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.
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