Plumeria ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Rauvolfioideae innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die etwa 20 Arten sind in der Neotropis verbreitet.
Beschreibung mini|Illustration aus Flore médicale des Antilles, ou, Traité des plantes usuelles, Tafel 178 der Westindischen Frangipani (Plumeria alba)
Vegetative Merkmale Die Plumeria-Arten wachsen als laubabwerfende Bäume oder Sträucher. Sie enthalten reichlich Milchsaft. Die fleischigen Zweige weisen einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern auf.
Die Blattachseln sind drüsig. Die wechselständig oder spiralig, meist gehäuft an den Zweigspitzen angeordneten Laubblätter sind derb und gestielt.
Generative Merkmale Die seiten- oder endständigen, zusammengesetzten Blütenstände enthalten oft viele Blüten. Die großen Tragblätter fallen schon während der Blütezeit ab.
Die wachsigen, duftenden, zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Die fünf verwachsenen Kelchblätter sind kurz mit gleich- oder verschiedengestaltigen Kelchlappen und besitzen keine Drüsen. Die fünf Kronblätter sind schüssel- bis trichterförmig verwachsen. Die innen behaarte, schmale Kronröhre endet in fünf ausgebreiteten Kronlappen, die sich im Uhrzeigersinn überlappen. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß bis gelb und von hell- bis dunkelrosa. Wenn ein Diskus vorhanden ist, dann ist er fleischig. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Basis der Kronröhre, aber nicht mit dem Stempel verwachsen. Die zwei Fruchtknoten sind halbunterständig mit vielen mehrreihig angeordneten Samenanlagen. Der kurze Griffel endet in einer zweispaltigen Narbe.
Pro Blüte werden zwei längliche Balgfrüchte gebildet, die viele Samen enthalten. Die Samen besitzen häutige Flügel. Das Endosperm ist fleischig. Die zwei Keimblätter (Kotyledone) sind längliche und die Radicula ist kurz.
Verbreitung Die Plumeria-Arten sind in der Neotropis verbreitet. Sie kommen in Mexiko, auf karibischen Inseln und vom nördlichen Südamerika bis Brasilien vor. Das Zentrum der Artenvielfalt ist mit etwa zehn endemischen Arten Kuba.
mini|Westindische Frangipani (Plumeria alba) mini|Plumeria filifolia mini|Duftende Frangipani (Plumeria obtusa) mini|Habitus von Plumeria pudica mini|Blütenstand von Plumeria pudica mini|Rote Frangipani (Plumeria rubra)
Verschiedene Plumeria-Arten wie zum Beispiel die Duftende und die Rote Frangipani sowie Hybride sind in Hawaii und anders wo eingeführt bzw. gezüchtet worden.Richard A. Criley: Plumeria in Hawai‘i. College of Tropical Agriculture and Human Resources, University of Hawai‘i at Mānoa, 2005 Die Blüten aller Arten werden pua melia genannt und – wie auch auf anderen pazifischen Inseln – bevorzugt für Leis verwendet.vgl. ,
Taxonomie und Systematik Die Gattung Plumeria wurde 1753 durch Carl von Linné in der 1. Auflage von Species Plantarum aufgestellt. Der botanische Gattungsname Plumeria ehrt den französischen Botaniker Charles Plumier. Die Typusart ist Plumeria rubra Ein Synonym für Plumeria ist Plumieria , orth. var.
Der Gattung Plumeria wurden früher sieben bis acht Arten zugerechnet, bei manchen Autoren sind es bis zu 20 Arten und Naturhybriden:
Westindische Frangipani (Plumeria alba , Syn.: Plumeria revolutifolia , Plumeria hypoleuca var. angustifolia , Plumeria alba var. jacquiniana ): Sie kommt ursprünglich von Puerto Rico bis zu den Antillen vor. Plumeria clusioides : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria cubensis : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria ekmanii : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria emarginata : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria filifolia : Sie ist ein Endemit des östlichen Kuba. Plumeria inodora : Sie kommt von Kolumbien bis Guayana vor. Plumeria krugii : Sie kommt in Puerto Rico vor. Plumeria lanata : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria magna : Sie kommt in der Dominikanischen Republik vor. Plumeria montana : Sie ist ein Endemit Kubas.
Duftende Frangipani (Plumeria obtusa Syn.: Plumeria obtusa var. typica nom. inval., Plumeria obtusa var. laevis , Plumeria obtusa var. sericifolia , Plumeria apiculata , Plumeria bahamensis , Plumeria barahonensis , Plumeria beatensis , Plumeria bicolor , Plumeria casildensis , Plumeria cayensis , Plumeria confusa , Plumeria cuneifolia , Plumeria estrellensis , Plumeria hypoleuca , Plumeria inaguensis , Plumeria jamaicensis nom. illeg., Plumeria marchii , Plumeria multiflora , Plumeria nipensis , Plumeria nivea , Plumeria ostenfeldii , Plumeria parvifolia , Plumeria portoricensis , Plumeria tenorei , Plumeria versicolor ): Sie kommt ursprünglich in Florida, in der Karibik und vom südöstlichen Mexiko bis Guatemala vor. Plumeria pudica : Sie kommt von Panama bis zum nördlichen Venezuela vor. Rote Frangipani (Plumeria rubra , Syn.: Plumeria acuminata , Plumeria acutifolia , Plumeria angustifolia , Plumeria arborea nom. nud., Plumeria arborescens , Plumeria aurantia , Plumeria aurantia , Plumeria aurantiaca , Plumeria bicolor , Plumeria blandfordiana , Plumeria carinata , Plumeria conspicua , Plumeria gouanii , Plumeria incarnata , Plumeria jamesonii , Plumeria kerrii , Plumeria kunthiana , Plumeria lambertiana , Plumeria loranthifolia , Plumeria lutea , Plumeria macrophylla , Plumeria mariaelenae , Plumeria megaphylla , Plumeria mexicana , Plumeria milleri , Plumeria mollis , Plumeria northiana , Plumeria purpurea , Plumeria tenuifolia , Plumeria tricolor , Plumeria rubra var. acutifolia , Plumeria rubra var. acuminata ): Sie kommt ursprünglich von Mexiko bis Venezuela vor. Plumeria sericifolia : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria ×stenopetala (= Plumeria obtusa × Plumeria subsessilis): Sie kommt auf Hispaniola vor. Plumeria subsessilis : Sie kommt auf Hispaniola vor. Plumeria trinitensis : Sie ist ein Endemit Kubas. Plumeria tuberculata : Sie kommt von den Bahamas bis Hispaniola vor. Plumeria venosa : Sie ist ein Endemit Kubas.
Symbolik Die Westindische Frangipani (Plumeria alba) ist die Nationalblume Nicaraguas, hier bekannt unter der nationalen Bezeichnung Sacuanjoche. Ihr Abbild schmückt u. a. den Hintergrund der einzelnen Seiten des nicaraguanischen Reisepasses.
Quellen Einzelnachweise Carl von Linné: Species Plantarum. 1. Auflage. Lars Salvius: Stockholm 1753, S. 209; eingescannt bei botanicus.org. Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae. Plumeria. S. 153 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.
Literatur S. Nazimuddin, M. Qaiser: Plumeria in der Flora of Pakistan. (engl.)
Hans Lippold: Die Gattung Plumeria L. (Apocynaceae) auf Kuba. In: Feddes Repertorium. Volume 90, Nr. 4, 1979, S. 193–215. doi:10.1002/fedr.19790900402 P. Acevedo-Rodríguez, M. T. Strong: Catalogue of seed plants of the West Indies. In: Smithsonian Contributions to Botany. Volume 98, 2012, S. 1–1192.
Weblinks
Zur Giftigkeit bei giftpflanzen.com.
Kategorie:Hundsgiftgewächse