mini|hochkant|Kreuzschwinger (2. Generation) Der Kreuzschwinger ist ein Sitzmöbel und zählt zu den Design-Klassikern.Gebr. Mann Verlag: Kreuzschwinger Entwickelt wurde er in den 1950er Jahren von Till Behrens.Kitenik GmbH: Drei Generationen Behrens Der Stuhl wurde in den nachfolgenden Jahren weiterentwickelt und eine umfangreiche Möbelreihe konzipiert. So kam im Jahr 2004 eine neue Generation mit abgeänderten Konzeptionsmerkmalen auf den Markt.Kulturexpress: Geschichte einer Produktidee. Bis 2017 wurden die Kreuzschwinger in Lizenz durch die Till Behrens Systeme GmbH hergestellt. Die Produktion wurde 2017 mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Till Behrens Systeme GmbH eingestellt.
Funktion Kreuzschwinger sind Sitz- und Liegemöbel, deren Sitzflächen samt Rückenlehnen nach vorne und hinten schwingen können und sich laufend jeder Haltungsänderung automatisch selbst anpassen. Entsprechend der Lastverlagerung senken sich die Sitzflächen vorne oder hinten ab und nehmen die Rückenlehnen dabei mit.
Funktionell, konstruktiv und von ihrem Erscheinungsbild her gehören Kreuzschwinger nicht zur Familie der Freischwinger. Kreuzschwinger schwingen nicht nur dem Namen nach, sondern tatsächlich ohne Mechanik gleichmäßig nach vorne und hinten. Freischwinger können trotz ihres Namens nicht schwingen, sondern nur nach hinten wippen, da sie einseitig, meist vorne, starr sind.
Dynamisches Sitzen Mit den Kreuzschwingern gelang es, das von Orthopäden geforderte dynamische Sitzen ohne Mechanik zu realisieren.Kulturexpress: „Sitz-Haltung ist Bewegung“TBS YouTube-Video: Dynamisches Sitzen ohne Mechanik , so der Orthopäde und ehemalige ärztliche Betreuer der deutschen Fußballnationalmannschaft Hanns Schoberth.
Gestaltung Kreuzschwinger wurden als „Ikone neuzeitlichen Sitzens“ (Lentos Kunstmuseum Linz) Lentos Kunstmuseum Linz: Andrea Bina und Lorenz Potocnik im Gespräch mit Till Behrens vielfach mit nationalen und internationalen Designpreisen ausgezeichnet und in zahlreiche nationale und internationale Museen und Galerien aufgenommen. Es gibt zwei Kreuzschwinger-Generationen. Die erste Generation hat parallel laufende Kufen und eine Gegenschwinge. Die zweite Generation verfügt über gekreuzte Kufen und keine Gegenschwinge. Die zweite Generation ist noch weiter entmaterialisiert als die erste, schwingt weicher und lässt auch optisch deutlicher die Flexibilität und hohe Druck- und Zugfestigkeit von Stahl nachvollziehen. Bei fast gleichem Gesamterscheinungsbild und gleicher Funktion der beiden Generationen haben sie verschiedene Kräfteverläufe.
Sammlungen (Auswahl) Museum für Angewandte Kunst Frankfurt Deutsches Architekturmuseum Stiftung Simonshof Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Badisches Landesmuseum Fridericianum Die Neue Sammlung Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Vitra Design Museum Museum für angewandte Kunst (Wien) Deutsches Technikmuseum Berlin Germanisches NationalmuseumGermanisches Nationalmuseum: Kreuzschwinger im Objektkatalog Quellen:Kreuzschwinger-Sammlungsübersicht bei architonc
Ausstellungen/Auszeichnungen (Auswahl) 1986: design center Stuttgart 1986: Haus Industriereform, Essen 1987: design center Stuttgart 1987: Haus Industriereform, Essen 1994: Deutscher Designer Club, Frankfurt am Main 1995: Designpreis für Langlebigkeit, Stuttgart 1996: Busse Longlife Design Award 1996: Ausstellung Dynamisches Sitzen im Institut für Neue Technische Form, Darmstadt 1997: Internationaler Designpreis Baden-Württemberg, Stuttgart 2008: Busse Longlife Design Award 2008: Ausstellung Flexible Kreuze im Museum für Angewandte Kunst FrankfurtÜbersicht bei architonc
Plagiate scheiterten an internationalen Schutzrechten Kreuzschwinger besitzen höchste internationale Kunst- und Technik-Schutzrechte.Sabine Zentek: Die Kreuzschwinger Story. Auch ihr Name ist als internationale Wortmarke geschützt. Sie hatten verschiedene Hersteller und wurden über 100-mal plagiiert, bis ihnen gerichtlich der weitreichende Urheberrechtsschutz „angewandte Kunst“ zugesprochen wurde. Damit ist der Kreuzschwinger das neunte Sitzmöbel in der Geschichte der Produktgestaltung, dem dieser Schutz zuerkannt wurde.open PR: Flexible Kreuze Die Plagiatsgeschichte ist ausführlich in dem Buch Kreuzschwinger – Dynamisches Sitzen (Hrsg. Aktion Plagiarius) beschrieben und wird von Bettina Rudhof in der db deutsche bauzeitung als „spannend wie ein Krimi“ bezeichnet.db deutsche bauzeitung: Überkreuz mit allen Stühlen
Trivia Zur Eröffnung der Ausstellung Flexible Kreuze im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt wurden drei Klangkompositionen für das Spiel auf Kreuzschwinger-Stühlen am 26. September 2008 uraufgeführt:Kulturexpress: Flexible Kreuze Kaiser-Stuhl (Tun-Yuan Hung) Dialog und Synthese (Sina Sadeghpour) X+O (Valentin Haller)
Valentin Haller beschreibt, die „Grundidee der Komposition“ läge darin, die
Literatur Ursula Dietz, Kurt Gustmann, u. a.: Moderne Klassiker. Möbel die Geschichte machen. Hamburg 1996. Charlotte und Peter Fiell: 1000 Chairs. Köln 1997. Akira Kido: Art of tastefull furnishings. Japan 2003. Aktion Plagiarius (Herausgeber/Editor): Kreuzschwinger. Dynamisches Sitzen / Dynamic Seating. Berlin 2008. Maren-Sophie Fünderich: Mehr als ein Sitzmöbel : die Entwicklung der Kreuzschwinger von Till Behrens. Heidelberg : arthistoricum.net, 4. Februar 2026.
Weblinks Kreuzschwinger innerhalb der biografischen Übersicht des Designers Till Behrens
Einzelnachweise
Kategorie:Sitzmöbel Kategorie:Industriedesign