mini|Faber während seiner Tournee „Addio 2024“ im Posthof (Linz). mini|Faber auf dem Rudolstadt-Festival 2018 mini|Faber auf dem „Laut gegen Nazis“-Festival in Cottbus 2017 Faber (bürgerlich Julian Vincenzo Pollina; * 18. April 1993 in Zürich) ist ein Schweizer Singer-Songwriter.Faber als Komponist, Allmusic-Database, abgerufen am 7. Februar 2018
Familie Fabers Mutter ist die Fernsehjournalistin Christina Pollina-Roos, sein Vater der italienischstämmige Schweizer Cantautore Pippo Pollina.Linus Volkmann: Faber: «Zürich brennt nicht mehr, Zürich kauft jetzt ein», TagesWoche, 3. März 2016, abgerufen am 9. August 2017. Seine Schwester Madlaina Pollina bildet mit Nora Steiner das Zürcher Duo Steiner & Madlaina.
Musikalische Karriere Seine Band Goran Koč y Vocalist Orkestar Band besteht aus den Musikern Tillmann Ostendarp (Posaune, Schlagzeug), Goran Koč (bürgerlich Silvan Koch, Klavier, Orgel), Janos Mijnssen (E-Bass, Cello) und Max Kämmerling (E-Gitarre, Darbuka, Bouzouki, Saxophon). Gina Été (Gesang, Viola), Hannah Adriana Müller (Gesang, Violine), Dino Brandão (Gesang, Gitarre, Perkussion) und Mel D (Gesang, Gitarre) ergänzen Fabers Band seit 2024.
Seine ersten Auftritte unter dem Namen Faber absolvierte Pollina als Vorgruppe von Sophie Hunger. Die erste EP Alles Gute wurde durch Crowdfunding finanziert und erschien im Mai 2015 beim Independent-Label Two Gentlemen. Daraufhin trat Faber bei der Newcomer-Show 8x15 des Schweizer Jugendradios SRF Virus auf.
Am 7. Juli 2017 erschien das Debütalbum Sei ein Faber im Wind, für das einige Titel der zuvor veröffentlichten EPs (2015 und 2016) neu eingespielt wurden. Mit seinen provokativen Texten machte Faber in der Independent-Szene von sich reden.
Am 1. November 2019 veröffentlichte Faber mit I Fucking Love My Life sein zweites Album. Vorab erschien das Lied Das Boot ist voll, das inhaltlich die deutsche Flüchtlingspolitik reflektiert. Die Textzeile „Nimm [den Schwanz] in den Volksmund, blond, blöd, blau und rein“ überarbeitete Faber nach Kritik und lud das Lied neu hoch. In einem Interview erklärte er, selbst schon länger Bedenken wegen ebendieser Textstelle gehabt zu haben.
Am 11. Dezember 2020 veröffentlichte er gemeinsam mit Sophie Hunger und Dino Brandão als Brandão Faber Hunger das Album Ich liebe dich, das zwölf gemeinsame Kompositionen in Schweizer Mundart enthält. "Grandios" nannte die Süddeutsche Zeitung diese in Zürich komponierte und in den Studios „La Fabrique“ in Südfrankreich binnen sieben Tagen aufgenommene Sammlung an Songs über Suche und Ausdruck der Liebe. Sie erreichte ebenso Platz zwei in den Schweizer Charts, in denen sie sich ab Dezember 2020 insgesamt zweiundzwanzig Wochen hielt. Bei den Swiss Music Awards 2022 wurde das Trio Faber Brandão Hunger als beste Gruppe ausgezeichnet.
Am 26. August 2022 veröffentlichte Faber das Livealbum Orpheum, aufgenommen im Frühjahr 2022 im Grazer Orpheum.
Am 7. Juni 2024 erschien Fabers viertes Studioalbum Addio, in dem vermehrt elektronische Elemente, Chöre und orientalische Anleihen vorkommen, produziert von Thomas Azier. Ab Oktober 2023 konnten Fans das Album als Schallplatte erwerben, bevor es im Streaming zugänglich war. Im Frühjahr 2024 folgte die Addio-Live-Tour.
Im April 2025 veröffentlichte Faber mit Bootleg No.1 eine Single mit der Doppel-A-Seite Berlin Berlin Berlin / Die Letzte Aller Zeiten. Dieses wurde ausschliesslich auf 7"-Vinyl veröffentlicht und wurde auf 100 Stück limitiert. Jedes einzelne Albumcover wurde individuell von Faber gestaltet.
Stil Fabers Musikstil rangiert im Pop. Sein Gesang wird oft begleitet von Streichern und Perkussions. Ein Grossteil der Lieder sind auf Deutsch verfasst, einige auf Schweizerdeutsch, Italienisch und Französisch.
Die Kultursendung Corso im Deutschlandfunk bezeichnete Fabers Stil 2019 als „Blaskapellen-Balkan-Musik“. Die Deutsche Welle schrieb 2017: „Die deutschsprachige Singersongwriter-Szene langweilt mit immer gleichen Typen und Liedern, sodass der raue unverblümte Ton aus der Schweiz gerade recht kommt.“ Faber erklärte in einem Interview, dass seine Texte, häufig aus der Ich-Perspektive fiktiver Charaktere gesungen, von vielen Hörern missverstanden und für seine eigene Meinung gehalten würden.
Schauspiel Faber wurde im Jahr 2022 erstmals als Schauspieler tätig. Vom 20. Januar bis 6. Februar 2022 besetzte er die männliche Hauptrolle in der Hyper-Pop-Oper Porno mit Adorno – Nachrichten über das beschädigte Leben, unter der Regie von Felix Rothenhäusler und einem Konzept von Hayat Erdoğan und ihm. Gemeinsam mit Jo Flüeler, Goran Koč, Janos Mijnssen und Moritz Widrig schrieb er die Musiktitel des Stücks, die auf einem gleichnamigen Album am 16. Dezember 2022 veröffentlicht wurden.
Unter der Regie von Robert Gwisdek – auch bekannt als Käptn Peng – entstand 2023 der Langfilm Der Junge dem die Welt gehört, in dem Faber die Hauptrolle spielte. Der Film feierte seine Premiere bei den 57. Internationalen Hofer Filmtagen 2023. Robert Gwisdek erhielt hierfür den Hofer Kritikerpreis für die Beste Regie.
Statt Musikvideos veröffentlichte Faber zu Addio Singles den Musikfilm Addio oder die unumgängliche Tragödie der Arroganz in sechs Teilen, der 2024 an vier Abenden im Zürcher Theater Neumarkt gezeigt wurde. Faber selbst schrieb das Drehbuch gemeinsam mit dem Regisseur Felix Aaron.Addio – oder die unumgängliche Tragödie der Arroganz, Eine Art unplugged von und mit Faber, Wayback-Archive-Version vom 20. März 2025
Diskografie
Alben
EPs
Weitere EPs 2015: Alles Gute (auf dem Label Two Gentlemen) 2016: Abstinenz (auf dem Label Two Gentlemen)
Singles
Weitere Singles 2015: J’ai toujours rêvé d’être un gangster 2015: Kalte Welt 2015: Tausendfrankenlang 2015: Widerstand 2015: Züri 2015: Bleib dir nicht treu 2016: Es wird ganz gross 2016: Wer nicht schwimmen kann der taucht 2016: Alles Gute 2016: Die Tram ist leer 2017: In Paris brennen Autos 2017: Lass mich nicht los 2017: Nichts 2017: Ouverture 2017: Sei ein Faber im Wind 2017: So soll es sein 2017: Wem du’s heute kannst besorgen 2017: Bratislava 2017: Brüstebeinearschgesicht 2017: Es könnte schöner sein 2019: Das Boot ist voll 2019: Generation YouPorn 2019: Top 2019: Sag mir wie du heisst (Pt. 2) 2020: Vieni qui 2022: Das Letzte (Live) 2022: Caruso (Live) 2022: Nie wieder (Live) 2022: Tausendfrankenlang (Live) 2025: Bootleg No.1: Berlin Berlin Berlin / Die Letzte aller Zeiten 2025: Bootleg No.2: Das Letzte / Andrà tutto bene
Als Gastmusiker
Weblinks
Website von Faber
Einzelnachweise
Kategorie:Popsänger Kategorie:Chansonnier Kategorie:Songwriter Kategorie:Pseudonym Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1993 Kategorie:Mann