Tintagel ist eine sinfonische Dichtung des Komponisten Arnold Bax. Es ist sein bekanntestes Werk, und für eine Zeit lang das einzige, durch die der Komponist den Konzertgängern bekannt war. Das Stück wurde inspiriert durch den Besuch des Tintagel Castle in Cornwall, welches Bax 1917 besuchte und nimmt, obgleich nicht explizit programmatisch, Bezug auf die Historie und die Mythologie, die die Burg umgibt. mini|alt=Ruinen der alten Burg|Tintagel Castle
Entstehungsgeschichte Während des späten Sommers 1917 verbrachte Bax zusammen mit der Pianistin Harriet Cohen, mit der er eine leidenschaftliche Liebesaffäre hatte, sechs Wochen in Cornwall. Sie besuchten das Tintagel Castle, was den Komponisten dazu inspirierte, eine sinfonische Dichtung zu schreiben. Das Stück wurde während des Oktobers 1917 voll ausskizziert und von dieser Zeit bis zum Januar 1919 orchestriert. Gewidmet ist es Cohen.Lewis Foreman: Bax: A Composer and his Times. Hrsg.: Scolar Press. London und Berkeley 1983, ISBN 978-0-85967-643-4 (Seite 150)
In einem Programmhinweis, geschrieben 1922, gab Bax an, „dass das Stück nur im weitesten Sinne Programmmusik ist“. Er zielte darauf ab, so sagte er, einen Eindruck der Klippen, des Tintagel Castles und der See „an einem sonnigen, aber nicht windstillen Tage“ zu geben sowie die literarischen und traditionellen Assoziationen mit dieser Szenerie zu reflektieren.
Tintagel wurde am 20. Oktober 1921 in Bournemouth mit dem Bournemouth Municipal Orchestra unter Dan Godfrey uraufgeführt. The Musical Times berichtete:
Zur Musik Aus Bax' veröffentlichter Analyse:
An diesem Punkt, schreibt Bax, suchte er um die Vermittlung eines Spannungsgefühls, um die dramatischen Legenden von King Arthur und King Mark (Marke von Cornwall) herauf zu beschwören. „Man hört eine klagende chromatische Figur, die allmählich die Musik dominiert“. Hier zitiert Bax ein Thema aus Richard Wagners Tristan und Isolde (ein Werk, das in der Umgebung der Küste Cornwalls spielt). Dem folgt, was Bax „einen plötzlich absinkenden Höhepunkt“ nennt, gefolgt von einer Passage, beabsichtigt, um den Eindruck von „immensen Wellen, die langsam an Kraft gewinnen, bis sie sich an den unumstößlichen Felsen zerschmettern“ zu geben. Das Thema der See wird wiederholt und das Werk endet mit der Wiederkehr des Eingangsthemas „der Burg, noch immer der Sonne und dem Wind der Jahrhunderte trotzend.“
Die Aufführung dauert ungefähr 12–15 Minuten.
Bedeutende Aufnahmen Als die Musik von Bax mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Tode in 1953 die Vernachlässigung erfuhr, war Tintagel das einzige seiner Werke, das sich einen festen Platz im Repertoire erhielt. Foreman, Lewis. "Bax, Sir Arnold", Grove Music Online, Oxford University Press, zuletzt aufgerufen am 7. Oktober 2015 Bis 2014 wurde das Stück 15 Male aufgenommen. Parlett, Graham. "Diskografie", The Sir Arnold Bax Website, zuletzt aufgerufen am 7. August 2017 Die früheste Aufnahme wurde für His Master’s Voice in 1928 gemacht, mit dem New York Symphony Orchestra unter Eugène Aynsley Goossens; es war die einzige zu Lebzeiten des Komponisten und die kürzeste Aufführung in Aufzeichnung mit 12 Minuten und 10 Sekunden. Notizen zur Neuausgabe von Dutton CD CDBP 9779, OCLC 172986239 Der Penguin Guide to Recorded Classical Music nennt als maßgebende Referenzaufnahme die des LSO unter John Barbirolli, erstmals aufgelegt 1967 March et al., Seite 80; diese Aufnahme dauert 15 Minuten Anmerkungen zu EMI CD 0094637998359, OCLC 858233401 .
Literatur Webber, Christopher: TINTAGEL on Record, A Survey (2007)
Ivan March, Edward Greenfield; Robert Layton; Paul Czajkowski: The Penguin Guide to Recorded Classical Music 2009. Penguin, London 2008, ISBN 978-0-14-103335-8.
Einzelnachweise
Kategorie:Sinfonische Dichtung Kategorie:Musik 1919