Konnersreuth (bairisch: Kannaschrad) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth. Bekannt ist der Ort vor allem durch die die Resl von Konnersreuth, die durch ihre Stigmatisierung berühmt gewordene Therese Neumann.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord an den nordöstlichen Ausläufern des Steinwaldes zwischen Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald nahe der Grenze zu Tschechien und dem Grenzübergang nach der Stadt Cheb (Eger) in Westböhmen.
Gemeindegliederung Es gibt 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Kondrau (nur Gemarkungsteil 0), Konnersreuth, Pleußen (nur Gemarkungsteil 0) und Pechbrunn (nur Gemarkungsteil 0).
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Konnersreuth wurde erstmals im Jahre 1218 in einer Urkunde des Klosters Waldsassen erwähnt, gehörte zur umfangreichen Grundherrschaft des nahe gelegenen Klosters und teilte dessen historisches Schicksal mit Verwüstungen und Glaubenswechseln. 1468 erhielt Konnersreuth das Marktrecht und der Gutshof Fockenfeld, das spätere Kloster Fockenfeld war der Sitz einer Blutgerichtsbarkeit und eines Unteren Gerichts des Klosters Waldsassen. Im Jahre 1556 wurde das Gut Fockenfeld von dem Kurfürsten Ottheinrich von Wittelsbach, der das evangelisch-lutherische Bekenntnis angenommen hatte, säkularisiert und kam in Privatbesitz. In einem Türkensteueranlagebuch der Reichstürkenhilfe des Jahres 1567 (Staatsarchiv Amberg) sind die steuerpflichtigen Ansässigen der Gemeinde Konnersreuth ersichtlich.
Die Familie Sölch (Salich, Solich, Seelch u. ä.) war durch Generationen mit beachtlichem Grundbesitz in Konnersreuth, auf der Liebertsmühl bei Konnersreuth (Helene Bruscha, Annelies Sölch: Stammfolge Sölch aus Zettendorf, Kreis Eger in Böhmen, Februar 1993, Seite 24 ff. Eine Kopie des maschinenschriftlichen Manuskripts im Wiener Stadt- und Landesarchiv, Magistratsabteilung 8, Dienststellenleitung) und bis 1647 auf dem Gutshof Fockenfeld ansässig.Stammfolge Sölch aus Zettendorf, Kreis Eger in Böhmen, Deutsches Geschlechterbuch Band 214 (58. Allgemeiner Band), 2002, C. A. Starke Verlag Limburg an der Lahn, ISBN 3-7980-0214-2, dort: Seite 1023 bis 1026; Zettendorf ist das heutige Cetnov, ein Ortsteil von Cheb Durch eine Verwaltungsreformen im Königreich Bayern vor 1818 entstand die heutige Gemeinde Konnersreuth.
Therese Neumann Bekannt wurde Konnersreuth durch die angeblich stigmatisierte Therese Neumann („Resl von Konnersreuth“), Tochter eines Schneiders in Konnersreuth und Bauernmagd. Vor ihrem Tod im Jahre 1962 wurde auf ihre Initiative und mit ihr zugedachten Spendengeldern das Gut Fockenfeld bei Konnersreuth mit dem um das Jahr 1750 ausgebauten Mittelbau, dem Schloss Fockenfeld, von der Fabrikantenfamilie Bahner aus Oberlungwitz in Sachsen gekauft und in dem Gebäudekomplex das Kloster Fockenfeld gegründet. Das Kloster Theresianum in Konnersreuth entstand nach dem Tod der Therese Neumann, ebenfalls durch Spendengelder finanziert.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 eine Teilfläche der aufgelösten Gemeinde Kondrau mit den Orten Brandmühle, Dollermühle, Dornhof, Geierhut, Grün, Grünmühle, Höflas, Lippertsmühle, Neubau, Neuhof und Siegelmühle eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil von Pleußen hinzu.
Einwohnerentwicklung ca. 1780: 954 Einwohner 1961: 1923 Einwohner 1970: 2031 Einwohner 1987: 1825 Einwohner 1991: 1857 Einwohner 1995: 1944 Einwohner 2000: 2012 Einwohner 2005: 1974 Einwohner 2010: 1900 Einwohner 2015: 1805 Einwohner 2020: 1708 EinwohnerMarkt Konnersreuth 09 377 131 Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. (PDF; 2,3 MB). Statistik kommunal 2021. Bayerisches Landesamt für Statistik. Abgerufen am 25. März 2025.
Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1809 auf 1755 um 54 bzw. um 3 %.
Politik Bürgermeister und Marktgemeinderat Erster Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2026 Andreas Malzer (CSU).
Der Marktgemeinderat hat 12 Mitglieder: CSU 6 Sitze Freie Wähler 4 Sitze SPD 2 Sitz
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Bauwerke Geburtshaus der Therese Neumann, ehemals ein bescheidenes Einzelhaus mit einer Handwerksstube der Familie Neumann und ihr Grab auf dem Friedhof in Konnersreuth Spätbarocke Pfarrkirche St. Laurentius mit einem Zwiebelturm Schloss Fockenfeld im Kloster Fockenfeld
Bodendenkmäler
Burgstall Konnersreuth
Museum
Theres-Neumann-Museum
Galerie Sehenswürdigkeiten
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahre 2022 gab es nach der amtlichen Statistik in der Land- und Forstwirtschaft acht und im produzierenden Gewerbe 321 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 142 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 767. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 38 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1250 Hektar. Davon waren 878 Hektar Ackerfläche und 372 Hektar Dauergrünfläche. Das Backhaus Kutzer mit seinen über 50 Filialen hat seinen Sitz und Ursprung in Konnersreuth.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2023): eine Kindestageseinrichtung: 77 genehmigte Betreuungsplätze, 70 betreute Kinder eine Grund- und Hauptschule (Volksschule): drei Lehrkräfte, 69 Schülerinnen und Schüler
Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Liberat Weiß (1675–1716), seliggesprochener Pater, Franziskaner (OFM), der am 3. März 1716 nahe Gondar (Äthiopien) gesteinigt wurde Therese Neumann (1898–1962), genannt Resl von Konnersreuth, Tochter eines Schneiders in Konnersreuth und Bauernmagd, berühmt durch ihre Stigmatisationen, die seit 1925 aufgetreten sein sollen und zu einem Besucherandrang in Konnersreuth geführt haben. Ferdinand Neumann (1911–1999), bayerischer Politiker und Bruder der Therese Neumann, genannt „Resl von Konnersreuth“
Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen Joseph Naber (1870–1967), katholischer Pfarrer in Konnersreuth zu Lebzeiten der Therese Neumann Fritz Gerlich (1883–1934), Journalist, veröffentlichte zwei Bücher über Therese Neumann, ermordet im KZ Dachau Alois Grillmeier SJ (1910–1998), römisch-katholischer Theologe und Kardinaldiakon Josef Hanauer (1913–2003), katholischer Pfarrer in Regensburg und Publizist Otmar Seidl (* 1944), Gutachter im Fall Therese Neumann, Internist, Psychoanalytiker und Soziologe Dietmar Hamann (* 1973), Fußballspieler, wuchs in Konnersreuth auf Paramahamsa Yogananda (1893–1952), indischer Yogameister, beschrieb den Besuch in Konnersreuth in seiner Autobiografie
Literatur Heribert Sturm: Konnersreuth 500 Jahre Markt, Waldsassen 1971 Lena Panzer: Konnersreuth und seine Orte der Verehrung. Zur Topographie eines Kultes in der Gegenwart. Examensarbeit der Fächer Volkskunde/Ethnologie, Jena 2009, online
Weblinks
Markt Konnersreuth
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Tirschenreuth Kategorie:Ersterwähnung 1218 Kategorie:Markt in der Oberpfalz