Lambert Heinrich Clemens Reichsfreiherr von Babo (* 25. November 1818 in Ladenburg/Neckar; † 15. April 1899 in Karlsruhe) war ein deutscher Chemiker.
Leben Babo war der Sohn des Agronomen Lambert Joseph von Babo und seiner ersten Ehefrau Karoline Ehrmann. Der Weinbauwissenschaftler August Wilhelm von Babo war sein Halbbruder. Nach dem Abitur studierte Babo ab 1837 an den Universitäten Heidelberg bei Leopold Gmelin und München Medizin und schloss dieses Studium 1842 in Heidelberg mit der Promotion ab. Im darauf folgenden Jahr begann er in Gießen bei Justus von Liebig Chemie zu studieren und beendete dieses Studium 1845 in Freiburg im Breisgau mit seiner Habilitation.
Pionierarbeiten Bereits um 1839 befasste er sich mit der Fixierung von Daguerreotypien auch entwickelte er ein Schwefelkohlenstoff-Blitzlicht für chemische Belichtungen und weitere fotografische Methoden, etwa um stereoskopische Darstellungen mikroskopischer Gegenstände zu erzeugen. Er unternahm eigenständige Versuche zum Bau kleiner Dynamomaschinen, um mechanische Bewegung experimentell in elektrische Energie umzuwandeln. Er untersuchte das Verhalten von Flüssigkeiten und Gasen unter dem Einfluss elektrischer Ströme, welche wichtige Grundlagen für die galvanische Elementaranalyse und die Elektrolyse lieferten. Alle diese Arbeiten beschrieb er im brieflichen Kontakt zu Forscherkollegen unter anderen mit Karl Weltzien.
Werk Babo bestimmte den Wasserdampfdruck und entwickelte den nach ihm benannten Babo-Trichter zum Erhitzen von Glaskolben. Dieser besteht aus einem umgekehrten Kegelstumpf aus Stahlblech mit radial angeordneten Asbeststreifen an der Innenwand.
Er leistete Arbeiten zur Struktur von Alkaloiden insbesondere die Isolierung des Cholins im Jahr 1852, wobei sein Schüler, Max Hirschbrunn (1825–1885), bei ihm habilitierte.Justus Liebigs Annalen der Chemie, Band 84, Ausgabe 1 S. 10–32 Mittheilungen II. Über das Sitrapin: Dr. L. v. Babo und Dr. M. Hirschbrunn. 1852 Er entwickelte die Arsen-Bestimmung für gerichtsmedizinische Untersuchungen. Er stellte Ozon aus Sauerstoff her und entwickelte einen Nachweis für Piperidin.
Ehrungen An der Universität Freiburg avancierte Babo vom Privatdozenten 1854 zum a. o. Prof. und 1859 zu o. Prof. Als solcher wurde er auch als Sachverständiger an die großherzoglichen Gerichte berufen. 1883 emeritierte er.
1865/1866 war er Prorektor der Universität Freiburg 1880 wurde er mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen ausgezeichnet. Diese hohe staatliche * 1883 ernannte man ihn zum Geheimen Hofrat 1884 wählte ihn Deutsche Chemische Gesellschaft zu ihrem die Auswärtigen Vizepräsident.
Am 6. September 1847 heiratete Babo in Freiburg Elise Baumgärtner. Mit ihr hatte er eine Tochter und zwei Söhne.
Schriften Arsen in Vergiftungsfällen (1844), zusammen mit R. Fresenius Zentrifugalkraft (1852)
Literatur
A. Emmerling: Lambert Heinrich Joseph Anton Konrad Freiherr von Babo. In: Friedrich von Weech, Albert Krieger (Hrsg.): Badische Biographien. Bd. 5. Carl Winter, Heidelberg 1906, S. 6–11 (Digitalisat).
Einzelnachweise
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