Das FLOSS Festival (Eigenschreibweise FLOSS; früher S isch im Fluss beziehungsweise IMFLUSS, auch Kulturfloss genannt) ist ein jährlich im Sommer veranstaltetes Musikfestival am Rhein in Basel. Die schwimmende Bühne liegt oberhalb der Mittleren Brücke vor dem Kleinbasler Rheinufer. Das Publikum verfolgt die Konzerte vom Oberen Rheinweg aus.
Initiator und Festivalleiter ist der Basler Kulturveranstalter und ehemalige Grossrat Tino Krattiger.
Geschichte 1997 inszenierte Krattiger mit dem Theater Marat/Sade Samuel Becketts Endspiel auf einem Theaterfloss unterhalb der Mittleren Brücke. Drei Jahre später begann das Musikfestival auf einem Floss oberhalb der Brücke. Das Musikfestival trat zunächst unter dem Namen S isch im Fluss, später als IMFLUSS beziehungsweise im Fluss auf. Im allgemeinen Sprachgebrauch waren daneben Floss und Kulturfloss verbreitet. 2021 wurde FLOSS zum offiziellen Namen. Grundlage war eine Publikumsstudie der Fachhochschule Nordwestschweiz mit rund 500 Befragten, die zeigte, dass Floss längst die geläufigere Bezeichnung war.
Im ersten Musikfestivaljahr 2000 kamen nach Angaben Krattigers zunächst zwischen 50 und 150 Personen pro Abend. Beim Auftritt von Stiller Has waren es nahezu 1000.
Die Veranstaltung fiel in eine Phase, in der das Basler Rheinufer neu als Aufenthalts- und Begegnungsraum entdeckt wurde. Die TagesWoche bezeichnete das Kulturfloss als ein damals radikal wirkendes Modell eines kostenlosen Festivals im öffentlichen Raum. Neben der Musik war für das Publikum die Möglichkeit wichtig, den öffentlichen Raum am Rhein gemeinschaftlich zu nutzen.
Eine Gruppe von Anwohnern focht die Bewilligung für die Ausgabe von 2002 bis vor das Bundesgericht an. Das Bundesgericht wies die Beschwerden am 11. Oktober 2004 ab. Es hielt fest: «Die Veranstaltungen auf dem Kulturfloss sind nach verbreiteter und zutreffender Ansicht wertvolle Kulturanlässe, die ein generationenübergreifendes und zahlreiches Publikum ansprechen. Dass der Staat zu diesem Zweck öffentlichen Raum zur Verfügung stellt, entspricht einem breiten Bedürfnis und einem wichtigen öffentlichen Interesse.» Dieses Interesse müsse mit dem Ruhebedürfnis der Wohnbevölkerung in einen angemessenen Ausgleich gebracht werden.
In den von der COVID-19-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 fand das Festival im September statt. 2020 galten unter anderem Maskenpflicht, eine Begrenzung auf 1000 Personen und getrennte Publikumssektoren; 2021 war für den unmittelbaren Konzertbereich ein COVID-Zertifikat erforderlich.
Konzept und Durchführung Das FLOSS verbindet ein Open-Air-Musikfestival mit der Nutzung des öffentlichen Raums. Die Bühne liegt im Rhein; die Uferstufen dienen als Zuschauerbereich. Während rund drei Wochen treten regionale, nationale und internationale Musikerinnen, Musiker und Bands auf. Eine Ausgabe umfasst üblicherweise 16 bis 18 Konzerte.
Basel Tourismus gibt die Reichweite mit bis zu 50'000 Besuchern pro Ausgabe an. Für das Jubiläumsjahr 2024 meldete der Veranstalter rund 75'000 Besuche.
Musikprogramm Das Programm umfasst Rock, Pop, Hip-Hop, Blues, Soul, Funk, Jazz und Weltmusik. Zu den Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen, die im Verlauf der Festivalgeschichte auftraten, gehören unter anderem Goran Bregović, Candy Dulfer, Marla Glen, Mungo Jerry, Nits, Saint Etienne, Young Fathers, Bombino, Tito & Tarantula, Patent Ochsner, Stiller Has, Polo Hofer, Stress, Sina und Chlyklass.
Weblinks
Website des FLOSS Festivals Bundesgerichtsurteil 1A.39/2004 vom 11. Oktober 2004
Einzelnachweise
Kategorie:Musikveranstaltung in Basel Kategorie:Veranstaltung (21. Jahrhundert) Kategorie:Musikfestival in der Schweiz Kategorie:Erstveranstaltung 2000