mini|Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen, vor 1900 Das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen ist ein psychiatrisches Krankenhaus in Emmendingen. Sein Einzugsgebiet ist Süd- und Mittelbaden. Es ist unter anderem neben dem Kreiskrankenhaus Emmendingen ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Es ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und gehört zur ZfP-Gruppe Baden-Württemberg.
Geschichte Das Haus wurde im September 1889 gegründet. Die Heil- und Pflegeanstalt wurde nach Plänen von Heinrich Schüle, damals Direktor der Pflegeanstalt Illenau bei Achern, erstellt.
Ab November 1939 wurden die Patienten im Rahmen der NS-„Euthanasie“-Aktion T4 zunächst auf Meldebögen erfasst, daraufhin 1002 von ihnen zwischen März 1940 und Juni 1941 in insgesamt 19 Transporten der Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft GmbH nach Grafeneck, später Hadamar gebracht, wo sie zum größten Teil ermordet wurden.Richter, Gabriel (Hrsg.): Die Fahrt ins Graue(n). Die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen 1933–1945 und danach, Emmendingen, Zentrum für Psychiatrie 2002.
Am 9. Juni 2026 wurde bekannt, dass ein 48-jähriger Patient des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen nach einem genehmigten Ausgang nicht in die Einrichtung zurückkehrte. Der Mann war seit August 2025 im Maßregelvollzug des ZfP Emmendingen untergebracht und dort wegen früherer Raub- und Eigentumsdelikte behandelt worden. Die Polizei leitete eine Fahndung ein, die jedoch erfolglos blieb. Der Vorfall führte zu einer erhöhten öffentlichen Aufmerksamkeit für die Abläufe im Maßregelvollzug der Klinik.
Einrichtungen Das ZfP Emmendingen deckt als psychiatrisch-psychotherapeutisches Fachkrankenhaus mit einem angegliederten Fachpflegeheim die medizinische und pflegerische Versorgung 1,3 Millionen Einwohnern in Süd- und Mittelbaden (außer den Landkreisen Waldshut und Konstanz) ab. Jährlich werden mehr als 7500 Patienten behandelt.Eintrag ZfP Emmendingen auf kliniken.de, aufgerufen am 3. November 2021
Das Krankenhaus verfügt über 628 Betten, es ist somit die fünftgrößte Einrichtung dieser Art im Bundesgebiet, gemessen an der Bettenanzahl.Der Psychiatrie-Skandal, Artikel von Markus Grill vom 26. September 23015 auf correctiv.org, aufgerufen am 4. November 2021 Das ZfP untergliedert sich in die fünf Fachbereiche Allgemeine und Gemeindenahe Psychiatrie, Psychiatrie und Psychotherapie, Affektive Erkrankungen und Psychosomatische Medizin, Alterspsychiatrie und -psychotherapie sowie Suchtmedizin.Gliederung der Kliniken auf der Webseite des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen, aufgerufen am 4. November 2021 In den fünf Teilkliniken des ZfP, sowie an den tagesklinischen Standorten in Lahr, Freiburg im Breisgau, Bad Krozingen und Lörrach sind insgesamt rund 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Das ZfP Emmendingen betreibt gemeinsam mit dem Kreiskrankenhaus Emmendingen eine eigene Ausbildungsstätte, die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege. Jährlich werden an dieser Einrichtung 30 Pflegekräfte ausgebildet.Zahlen, Daten und Fakten auf der Webseite des Kreiskrankenhauses Emmendingen, aufgerufen am 4. November 2021
Siehe auch Liste von Psychiatrien in Baden-Württemberg Literatur Heinz Faulstich: Von der Irrenfürsorge zur „Euthanasie“. Geschichte der badischen Psychiatrie bis 1945. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1993, ISBN 3-7841-0664-1. Monika Ankele: Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900: Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn. Böhlau Verlag Wien, 2009 Gabriel Richter (Hrsg.): Die Fahrt ins Graue(n). Die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen 1933–1945 und danach, Emmendingen, Zentrum für Psychiatrie 2002.
Weblinks
Website Zentrum für Psychiatrie Emmendingen
Einzelnachweise
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