Die Präsidentschaftswahl in Finnland 2018 war die Wahl des Präsidenten der Republik Finnland für die Amtszeit 2018 bis 2024 und fand am 28. Januar 2018 statt. Hätte kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht, so wären die beiden bestplatzierten Kandidaten am 11. Februar 2018 in einer Stichwahl wieder aufeinandergetroffen. Der amtierende Präsident Sauli Niinistö bewarb sich jedoch erfolgreich um eine zweite und letzte Amtszeit und gewann die Präsidentschaftswahl in Finnland 2018 im ersten Wahlgang. Seine neue Amtszeit begann am 1. Februar 2018.presidentti.fi
Ablauf
Der Präsident der Republik Finnland wird direkt vom Volk für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Die Wiederwahl ist einfach möglich. Falls nur ein Kandidat aufgestellt wird, wird er automatisch zum Präsidenten, ohne dass dafür Wahlen stattfinden. Anderenfalls findet der erste Wahlgang stets am vierten Sonntag im Januar des Wahljahres statt. Wenn im ersten Wahlgang der Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereint, dann ist er damit zum Präsidenten gewählt. Falls keiner der angetretenen Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreicht, treten die beiden Kandidaten mit dem höchsten Stimmenanteil zwei Wochen später in einer Stichwahl gegeneinander an. Der Sieger aus diesem zweiten Wahlgang ist dann der rechtmäßig gewählte Präsident. Sollte dieser Wahlgang unentschieden ausgehen, wird die Wahl per Losentscheid getroffen. Der finnische Staatsrat (finnisch: Valtioneuvosto, schwedisch: Statsrådet) bestätigt das Wahlergebnis und führt – falls notwendig – die Ziehung des Loses durch.
Termin Nach der aktuellen Gesetzgebung werden die Präsidentschaftswahlen in Finnland am vierten Sonntag im Januar des Wahljahres abgehalten. Eine mögliche Stichwahl findet immer zwei Wochen später, ebenfalls an einem Sonntag, statt. Demnach fielen die Präsidentschaftswahl 2018 auf den 28. Januar, die mögliche Stichwahl auf den 11. Februar.
Das finnische Parlament plante ursprünglich alle Wahlen auf nationaler Ebene am dritten Sonntag im April abzuhalten. Die Präsidentschaftswahlen wurden letztendlich jedoch aus dieser Reform ausgeschlossen.
Die Provinzwahlen 2018 sollten im Rahmen der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen stattfinden, wurden jedoch durch die Reform verschoben.vm.fiyle.fi
Kandidaten Kandidaten für die Präsidentschaftswahl konnten von allen registrierten Parteien aufgestellt werden, welche in den vorangegangenen Parlamentswahlen mindestens einen Sitz errungen haben. Ein Kandidat konnte auch durch mindestens 20.000 Bürger nominiert werden.
Bestätigte Kandidaten Die den Kandidaten zugeteilten Nummern sind bei der Wahl selbst von Bedeutung. In der Wahlkabine wird in einem Kreis die Nummer des Kandidaten eingetragen. Die Nummerierung beginnt bei 2. Nummer Name, Partei Ämter Details 2 Merja Kyllönen Linksbündnis(vas.) 160x160px Ministerin für Verkehr(2011–2014)Parlamentsabgeordneter für Oulu(2007–2014)MdEP für Finnland(seit 2014) Kyllönen war von 2011 bis 2014 Ministerin für Verkehr im Kabinett Katainen. Bei der Europawahl 2014 wurde sie ins Europäische Parlament gewählt. 3 Pekka Haavisto Grüner Bund(VIHR) 160x160px Minister für Internationale Entwicklung(2013–2014)Minister für Umwelt und Entwicklung(1995–1999)Parteivorsitzender der Grünen(1993–1995)Parlamentsabgeordneter für Helsinki(1987–1995; seit 2007) Haavisto kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen 2012 und erreichte den zweiten Wahlgang, verlor aber gegen Sauli Niinistö von der Nationalen Sammlungspartei. Seit 2007 ist er Abgeordneter im finnischen Parlament. Von 1999 bis 2005 war Haavisto für die Vereinten Nationen tätig. 4 Matti Vanhanen Zentrumspartei(KESK) 160x160px Ministerpräsident von Finnland(2003–2010)Minister für Verteidigung(2003) Der ehemalige Ministerpräsident kandidierte schon 2006 und erhielt 18,6 % der Stimmen. Er verließ die Politik nach seiner Amtszeit als Regierungschef, kehrte aber 2015 zurück, als er als Abgeordneter wiedergewählt wurde. 5 Laura Huhtasaari Basisfinnen(PS) 160x160px Parlamentsabgeordnete für Satakunta(seit 2015) Huhtasaari wurde 2015 mit 9.259 Stimmen in das Parlament gewählt und im Juni 2017 zur stellvertretenden Vorsitzenden der Basisfinnen. Im Parlament ist sie Mitglied des Rechtsausschusses, des Ausschusses für Bildung und Kultur und der finnischen Delegation für den Nordischen Rat.6 Tuula Haatainen Sozialdemokratische Partei(SDP) 160x160px Ministerin für Bildung(2003–2005)Ministerin für Soziales und Gesundheit(2005–2007)Parlamentsabgeordnete für Helsinki(1996–2007; seit 2015) Haatainen war Ministerin für Bildung während der kurzen Amtszeit von Anneli Jäätteenmäki und behielt ihren Posten im darauffolgenden Kabinett von Matti Vanhanen. Danach war sie von 2005 bis 2007 Ministerin für Soziales und Gesundheit. 7 Paavo Väyrynen 160x160px MdEP für Finnland(1995–2007; seit 2014)Minister für Außenhandel und Entwicklung(2007–2011)Minister für Äußeres(1977–1982; 1983–1987; 1991–1993) Väyrynen kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen 1988, 1994 und 2012 als Kandidat der Zentrumspartei. 2016 trat er aus der Zentrumspartei aus und gründete seine eigene Partei, die Bürgerpartei. 8 Sauli Niinistö(unterstützt von der Nationalen Sammlungspartei und den Christdemokraten) 160x160px Präsident der Republik Finnland(seit 2012)Präsident des Eduskunta(2007–2011)Minister für Finanzen(1996–2003)Minister für Justiz(1995–1996) Der amtierende Präsident von Finnland trat bei der Wahl 2012 als Kandidat für die Nationale Sammlungspartei an, nachdem er 2006 knapp verloren hatte. Für 2018 beschloss er, als Parteiloser zu kandidieren. Er sammelte 156.000 Unterschriften und seine Kandidatur wurde am 25. September 2017 bestätigt. 9 Nils Torvalds Schwedische Volkspartei(SFP/RKP) 160x160px MdEP für Finnland(seit 2012) Torvalds war Mitglied der Kommunistischen Partei Finnlands und arbeitete von 1982 bis 2004 in der schwedischsprachigen Abteilung des finnischen Rundfunks Yle. 2006 trat er der schwedischen Volkspartei bei und wurde 2007 zum dritten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Er kandidierte 2009 für das Europäische Parlament und wurde nicht gewählt, wurde aber 2012 Abgeordneter, nachdem Carl Haglund zurückgetreten war.
Sauli Niinistö mini|Der amtierende Präsident Sauli Niinistö. Der amtierende Präsident Sauli Niinistö trat bei der Präsidentschaftswahl 2012 als Kandidat für die Sammlungspartei an. Am 29. Mai 2017 verkündete Niinistö seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit, diesmal aber als parteiloser Kandidat. Um offiziell Präsidentschaftskandidat werden zu können, benötigte er mindestens 20.000 Unterschriften seiner Unterstützer.Sauli Niinistö hakee jatkokautta presidenttinä – mittauttaa suosionsa yhdistyksen avulla In: yle.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Niinistö sammelte insgesamt 156.000 Unterschriften und seine Kandidatur wurde am 25. September 2017 bestätigt.
Nationale Sammlungspartei Kurz nach der Bekanntgabe des Präsidenten verkündete der Parteivorsitzende der Sammlungspartei, Petteri Orpo, dass man Niinistö bei seiner Kandidatur unterstützen werde.Petteri Orpo twiittasi heti Niinistön jatkokausi-ilmoituksen jälkeen: „Kokoomus on täysillä mukana“ In: yle.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Zuvor galten auch der ehemalige Finanzminister Alexander Stubb und der ehemalige Außenminister Ilkka Kanerva als mögliche Kandidaten.IS-tutkimus: Niinistö ottaisi presidentinvaalissa rökälevoiton – Kotimaa – Ilta-Sanomat In: is.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.Oma ehdokas tulee, jyrähtää Soini Halla-aholle – HS esittelee Sauli Niinistön mahdolliset haastajat In: hs.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.
Christdemokraten Die Christdemokraten gaben am 19. August 2017 bekannt, dass sie den Amtsinhaber Niinistö unterstützen werden. Zuvor wurde spekuliert, ob sich die Parteivorsitzende Sari Essayah nochmals um das Amt des Präsidenten der Republik Finnland bewerben will. In: satakunnankansa.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.
Zentrum Finnlands mini|Der ehemalige Ministerpräsident Matti Vanhanen ist Kandidat der Zentrumspartei. Die Zentrumspartei erklärte bereits am 30. Juni 2015, dass man bis Juni 2016 einen Kandidaten gefunden haben will.Keskustalta yllätysveto: Presidenttiehdokas jo kesällä – Sipilä kieltäytyy In: suomenmaa.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Kurz danach verkündete der ehemalige Ministerpräsident und Kandidat der Präsidentschaftswahl 2006, Matti Vanhanen, seine Kandidatur.Vanhanen lähtee presidenttikisaan ja luopuu keskustan eduskuntaryhmän johdosta In: hs.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Am 11. Mai 2016 wurde er offiziell von der Partei bestätigt.Matti Vanhasesta yksimielisesti keskustan presidenttiehdokas In: iltalehti.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.
Als weitere mögliche Kandidaten galten der amtierende Ministerpräsident Juha Sipilä, die ehemaligen Ministerpräsidenten Esko Aho und Anneli Jäätteenmäki, sowie der ehemalige Wirtschaftsminister Olli Rehn. In: sites.google.com, abgerufen am 11. Oktober 2017.
Basisfinnen Die Basisfinnen legten ihren Kandidaten im Sommer 2017 fest.Hänestäkö PS:n presidenttiehdokas? ”En missään nimessä sulje pois” In: verkkouutiset.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Der Parteivorsitzende und Außenminister Finnlands, Timo Soini, gab schon im November 2014 bekannt, dass er nach seinen gescheiterten Kandidaturen 2006 und 2012 nicht nochmal antreten werde.Timo Soini: En lähde enää presidenttiehdokkaaksi In: apu.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.
Im März 2017 verkündete Soini außerdem, dass er bei der Wahl zum Parteivorsitzenden nicht mehr zur Verfügung stehe. Kurz darauf erklärte der Europaparlaments-Abgeordnete Sampo Terho seine Kandidatur für den Parteivorsitz. Wäre er gewählt worden, hätte er auch eine Präsidentschaftskandidatur angestrebt.Perussuomalaisten puheenjohtajaksi pyrkivä Sampo Terho väläytteli Suomeen EU-kansanäänestystä – ”Se voi olla kynnyskysymys” In: hs.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Auch Jussi Halla-aho, ebenfalls Abgeordneter im Europäischen Parlament, verkündete sein Interesse am Parteivorsitz und gewann die Wahl, welche in der Regierungskrise in Finnland 2017 endete.Halla-aho's bid for Finns Party leadership boosts interest in party membership In: yle.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. In: aamulehti.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Um die Krise der Regierung zu lösen, verkündete die Partei einige Tage nach der Wahl, dass zwanzig Parlamentarier, darunter alle Kabinettsmitglieder, eine Fraktion namens Neue Alternative (finnisch: Uusi vaihtoehto) gegründet haben.Finns Party splinters, new group makes bid for Sipilä government In: yle.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017. Nach dieser Abspaltung haben die meisten potentiellen Kandidaten die Partei verlassen. Danach dachten die Vizevorsitzende Laura Huhtasaari und der Abgeordnete Tom Packalén über eine Kandidatur für die Basisfinnen nach.Kaksi perussuomalaista harkitsee presidenttiehdokkuutta In: Demokraatti.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.PS:n Tom Packalén harkitsee vakavasti presidenttiehdokkuutta: „Poliisikokemukseni myötä tunnen ihmisten erilaiset elämätilanteet“ In: iltalehti.fi, abgerufen am 11. Oktober 2017.
Am 4. August 2017 nominierte der Parteivorsitzende Halla-aho Laura Huhtasaari für die Kandidatur. Am 23. September wurde Huhtasaari offiziell vom Parteivorstand als Kandidatin aufgestellt.
Blaue Zukunft