Der Zoo Osnabrück ist ein Zoo im Süden von Osnabrück. Er liegt an den Hängen des Schölerbergs in einem Waldgebiet und wird deshalb auch Waldzoo genannt. Er wurde 1935 als „Heimattiergarten“ gegründet und im Sommer 1936 eröffnet. Auf 23,5 Hektar Flächehttps://www.zoo-osnabrueck.de/ueber-den-zoo/ueber-uns/ sind 3186 Tiere aus 299 Tierarten zu sehen (Stand: 31. Dezember 2023). Im Jahr 2022 verzeichnete der Zoo, wie auch in den Jahren davor, über eine Million Besucher.

Beschreibung Der Zoo Osnabrück befindet sich auf einem hügeligen Waldgelände. Er gliedert sich in mehrere Themenlandschaften, in denen Tiere desselben Lebensraums zusammen leben. An den Zoo angegliedert ist das Museum am Schölerberg.

Der Zoo hat einen Schwerpunkt auf Afrika gelegt: In den beiden Afrika-Arealen Samburu und Takamanda leben tierische Vertreter ausschließlich dieses Kontinents. Tiere aus Afrika leben auch teilweise in den anderen Bereichen des Zoos. Neben den Afrika-Arealen gibt es im Zoo ein Aquarium, ein Südamerika-Areal, eine asiatische Tempellandschaft nach dem Vorbild von Angkor Wat, den Unterirdischen Zoo mit Erdbewohnern und nachtaktiven Tieren, die nordische Taigalandschaft Kajanaland sowie das Nordamerika-Areal Manitoba. Im Jahr 2022 wurden die Wasserwelten Mariasiel eröffnet, wo Seehunde, Pinguine, Kalifornische Seelöwen und Rosapelikane leben. Zudem gibt es verschiedene Vogelarten sowie ein Lehrbienenhaus. Außerdem gibt es zwei Streichelzoos: Das NOZ-Streichelland sowie ein Streichelgehege mit afrikanischen Tieren in Takamanda.

Für Kinder gibt es im Zoo drei große Spielplätze: Makatanda mit Baumhausdorf und Schaukellandschaft, den Giraffenspielplatz mit großer Rutsche sowie das NOZ-Kinderland mit Matschspielplatz und einer alten Dampflok. Zur Gastronomie gehören mehrere Imbissstände und Kiosks sowie ein Zoo-Restaurant. Im Eingangsbereich gibt es einen Souvenir-Shop.

Neben der Aufgabe, Besuchern die biologische Vielfalt der Fauna des Planeten Erde auf spannende Art und Weise näher zu bringen und sie dafür zu begeistern, diese Vielfalt auch für zukünftige Generationen zu erhalten, ist der Zoo auch direkt an Arterhaltungsprogrammen beteiligt. So befindet sich hier seit 2015 die größte Drill-Zuchtgruppe innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP).

Geschichte Der Osnabrücker Zoo wurde im Juli 1935 als Heimattiergarten gegründet und am 26. Juli 1936 eröffnet.

Zoofreunde hatten sich in der „Gemeinschaft der Freunde des Heimattiergartens“ zusammengeschlossen. Der Plan, in Osnabrück einen Tiergarten zu gründen, wurde mithilfe von Spenden in die Tat umgesetzt. Die ersten Tiere waren ein Dachs, ein Fuchs und ein Bär. Eine Voliere, ein Eulenturm, ein Hirsch- und Rehgatter sowie ein Aquarium folgten wenig später. 1938 trafen die ersten Bären im noch kleinen zoologischen Garten ein.Zoo Osnabrück (Hrsg.): 75 Jahre Zoo Osnabrück – Das Geburtstagsmagazin 2011, Verlag Meinders & Elstermann, Belm 2011, S. 6 ff.

Im April 1945 war als Folge des Zweiten Weltkriegs der Tierbestand im Heimattiergarten sehr gering, der Zoo war stark zerstört und verschuldet. Die Ambitionen waren dennoch groß nach dem Krieg, so wurde der „Heimattiergarten“ 1947 in „Tiergarten“ umbenannt und die ersten Affen zogen ein. In den Jahren 1959 und 1960 entstanden dann ein Warmhaus, eine Pinguinanlage und das erste Elefantenhaus. Am 17. April 1961 zog die erste indische Elefantenkuh Toni, gekauft vom Zirkus William Althoff, ein. Eine Woche später kam die Kuh Targa hinzu. Zum Anlass des 25-jährigen Jubiläums berichtete im August 1961 der NDR aus dem Tiergarten.Norddeutscher Rundfunk: 25 Jahre Tiergarten Osnabrück (Videobeitrag, 1:34 Min.). In: Berichte vom Tage vom 29. August 1961, abgerufen über die ARD Mediathek (Projekt ARD Retro) am 2. Februar 2023. 1968 folgte die Eröffnung der Antilopenanlage. 1970 wurde der Tiergarten Osnabrück in Zoo Osnabrück umbenannt.

Am 21. Dezember 1971 wurde der Orang-Utan Buschi als erster Menschenaffe im Osnabrücker Zoo geboren. Da er von seiner Mutter verstoßen wurde, ist er im benachbarten Kinderhospital Osnabrück erfolgreich aufgezogen worden.

1973 wurde die Seelöwenanlage erbaut und 1975 wurde das Südamerikaareal, gefördert von der Wilhelm-Karmann-Stiftung, eröffnet. Die Gründung einer Zooschule wurde vom damaligen Zoodirektor Paul Andreae und dem Lehrer der Pädagogischen Hochschule, Klaus Hinrichs, angeregt. Der Lehrbetrieb wurde unter der Pädagogin Helga Rademacher am 11. September 1975 aufgenommen. Ein im Mai 1975 eröffnetes Mehrzweckwarmhaus brannte in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 1978 aufgrund angeknabberter elektrischer Leitungen nieder, wobei dutzende Tiere starben und ein Sachschaden von rund zwei Millionen D-Mark entstand.Zoo Osnabrück (Hrsg.): 75 Jahre Zoo Osnabrück – Das Geburtstagsmagazin 2011, Verlag Meinders & Elstermann, Belm 2011, S. 8 ff.In den 70ern erschütterte eine Brandkatastrophe den Osnabrücker Zoo , noz.de, 6. Januar 2020.

Ab 1980 erfolgten etliche Neu-, Um- und Erweiterungsbauten mit dem Fokus einer artgerechten Tierhaltung und dem Ziel, den Zoo in einen Naturerlebnispark mit einzelnen Themenlandschaften zu entwickeln. So wurde 1986 der neue Eingangsbereich mit der Verwaltung und dem angegliederten naturkundlichen Museum am Schölerberg eröffnet. 1988 und 1989 entstanden eine Tropenhalle, das Aquarium, eine neue Pinguin-Anlage und eine erweiterte Außenanlage der Menschenaffen. Der neue Elefantenpark wurde 1998 fertiggestellt.

Vom 22. März bis zum 4. April 2001 hatte der Zoo Osnabrück, wie auch die Zoos in Münster und Rheine, aufgrund der in den nahegelegenen Niederlanden ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche geschlossen. Mit der Maßnahme sollte der Tierbestand vor der Seuche geschützt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden.

2004 fand die Eröffnung der Samburu-Landschaft statt. Hier leben Giraffen zusammen mit Straußen und anderen afrikanischen Tieren. Im September 2006 verstarb Suma, ein weiblicher Orang-Utan, der sich im Laufe der Zeit zu einem Publikumsliebling des Zoos entwickelt hatte. 2007 wurden das Elefanten- und das Nashorngehege zu einer Landschaft, dem Tal der grauen Riesen, zusammengefasst. Im März 2009 wurde der Osnabrücker Zoo um einen in dieser Form einmaligen unterirdischen Zoo erweitert. Im Juni 2010 eröffnete das 5,5 Hektar große Afrika-Areal Takamanda, für welches das Zoogelände in Richtung Süden (Autobahn 30) erweitert wurde. Die Kosten für dieses Projekt betrugen zehn Millionen Euro. Im Juli 2011 wurde die neue Taigalandschaft Kajanaland eröffnet.Zoo Osnabrück eröffnet nordische Tierlandschaft, in Neue OZ, 7. Juli 2011 Die Investitionskosten betrugen 2,9 Millionen Euro.

Zum 75. Zoo-Jubiläum eröffnete der Ministerpräsident von Niedersachsen, David McAllister, gemeinsam mit Oberbürgermeister Boris Pistorius und Zoo-Präsident Reinhard Coppenrath im Sommer 2011 die Ausstellung der United Buddy Bears – The Minis; eine „Aktion für Frieden und Toleranz“, die Spenden in Höhe von 120.000 Euro generierte, die dem Zoo sowie Kindereinrichtungen zugutekommen.Neue Osnabrücker Zeitung, 18. August 2011 Im Mai 2012 wurde eine neue Anlage für asiatische Schweinsaffen eröffnet. Im Zentrum des Zoos entstand eine Tempelanlage nach dem Vorbild von Angkor Wat. Die Eröffnung der interaktiven Klima-Ausstellung Klimatopia mit den Klima-Botschaftern und Maskottchen Tips und Taps, zwei im Osnabrücker Zoo geborenen Hybridbären, fand am 11. April 2013 statt.Neue Osnabrücker Zeitung, 11. April 2013 Im April 2014 wurde das neue Tigergehege eröffnet. Dieses ist ebenso wie das 2012 eröffnete Schweinsaffengehege im Stil einer asiatischen Tempelanlage gestaltet.NOZ.de, abgerufen am 27. Juni 2013 Im September 2017 erfolgte die Einweihung des dritten Abschnitts des Angkor Wat-Areals mit Umbau und Vergrößerung des Menschenaffenhauses und des Geheges des beliebten Orang-Utans „Buschi“. Allein die Spendenaktion „Wir für Buschi“ trug zu einem Drittel der Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro bei.

Im Nordosten des Zoos wurde im Oktober 2018 die Nordamerika-Landschaft Manitoba eröffnet. Im September 2017 zogen bereits die ersten Waldbisons in ihre 3800 Quadratmeter große Außenanlage ein. Bis Juni 2021 wurden das Nashorn- sowie das Löwengehege umgebaut und zu einem gemeinsamen Themenareal Mapungubwe zusammengefasst.Mapungubwe, zoo-osnabrueck.de, abgerufen am 2. Juni 2023. Im Anschluss wurde das neue Themenareal Wasserwelten gebaut, in dem u. a. die Seelöwen, Seehunde und Pinguine eine neue Heimat finden.8 Millionen Euro teure „Wasserwelten“ im Zoo Osnabrück eröffnet, zoo-osnabrueck.de, 7. Juli 2022, abgerufen am 2. Juni 2023. Der Spatenstich für die Wasserwelten fand im Mai 2021 statt,Jetzt geht’s los für die „Wasserwelten“, zoo-osnabrueck.de, 6. Mai 2021, abgerufen am 7. Mai 2021. die Fertigstellung erfolgte im Juli 2022. Der Bau der Anlage konnte durch eine zusätzliche Förderung der Landes Niedersachsen in Höhe von rund 800.000 Euro gesichert werden, nachdem der Zoo aufgrund der COVID-19-Pandemie mit finanziellen Einbußen zu kämpfen hatte.800.000 Euro für die „Wasserwelten“, zoo-osnabrueck.de, 28. April 2021, abgerufen am 7. Mai 2021. Danach soll das Elefantengehege erneuert werden, womit alle Großgehege des Zoos seit 2004 erneuert worden wären.Doppelter Nachwuchs bei Elefanten erwartet, zoo-osnabrueck.de, 16. Juli 2020, abgerufen am 18. Juli 2020.

Insgesamt wurden in den letzten Jahren viele der alten, oft engen und mit viel Beton und Gittern gebauten Gehege durch moderne, artgerechte und offene Themenlandschaften ersetzt, die von den Besuchern frei eingesehen werden können.

Bärenausbruch im März 2017 mini|Hybridbärin Tips im Jahr 2006 Am Nachmittag des 11. März 2017 brach die Hybridbärin Tips aus dem Gehege aus, in dem sie zusammen mit ihrem Bruder Taps gelebt hatte. Besucher machten die Mitarbeiter des Zoos auf die entlaufene Bärin aufmerksam, die sich in Richtung des Eingangsbereichs des Parks bewegte. Die ca. 4000 Zoobesucher wurden über Durchsagen gewarnt und in Tierhäusern in Sicherheit gebracht. Auf ihrem Streifzug warf die Bärin eine Mitarbeiterin um, die dadurch leicht verletzt wurde. Zoomitarbeiter versuchten erfolglos, das Tier zu beruhigen. Als die Bärin zum Angriff auf die Mitarbeiter überging, wurde sie erschossen. Der andere Bär blieb im Gehege und wurde bis auf Weiteres in seinem Stall eingeschlossen. Noch am selben Tag wurde der Zoo, bis auf den Bereich rund um das Bärengehege, wieder für Besucher geöffnet.

Nach dem Vorfall kam Kritik auf, dass statt des Versuchs einer Betäubung des Tiers direkt Schusswaffen eingesetzt wurden. Die Zooleitung erklärte daraufhin, dass eine Betäubung erst nach 10 bis 20 Minuten gewirkt hätte. Zum Schutz der Besucher und Mitarbeiter habe man sich für den scharfen Schuss entscheiden müssen.

Die Untersuchung der Ausbruchsspuren ergab, dass die Bärin, die kurz zuvor ihre Winterruhe beendet hatte, bei ihrem Ausbruch zuerst einen Elektrozaun überwand. Danach quetschte sie sich durch eine ca. 40 cm große Öffnung, die das Bärengehege mit dem angrenzenden Silberfuchsgehege verbindet. Anschließend verbog sie mit ihrem Körpergewicht ein Element des Gehegezauns, wodurch sie schließlich entkam.Update: Zoo Osnabrück trauert um Hybridbärin „Tips“, zoo-osnabrueck.de, 12. März 2017Neue Details zum Tod von „Tips“: Bär griff offenbar Zoomitarbeiter an, noz.de, 12. März 2017Osnabrücker Zoo in Trauer: Alles über Hybridbärin „Tips“, hasepost.de, 13. März 2017 Als Reaktion auf den Vorfall unterzog der Zoo seine Gehege und Besucheranlagen einer Sicherheitsüberprüfung.Nach Bärenausbruch: Sind die anderen Gehege im Zoo Osnabrück niet- und nagelfest?, noz.de, 13. März 2017