This Too Shall Pass ist ein Song der US-amerikanischen Rockband OK Go. Das Lied wurde als zweite Single auf ihrem dritten Studioalbum Of the Blue Colour of the Sky am 17. Januar 2010 veröffentlicht.
Zu dem Stück wurden (ungewöhnlicherweise) zwei Musikvideos produziert, die beide auf YouTube prämierten. Das erste Musikvideo entstand in Zusammenarbeit mit der Marching Band der University of Notre Dame, das zweite handelt von einer gigantischen Rube-Goldberg-Maschine, die zeitsynchron zum Lied abläuft. Die Popularität des zweiten Videos, vergleichbar mit der des Videos zu Here It Goes Again, steigerte nachhaltig die Bekanntheit der Band und die Single-Verkäufe, hatte jedoch wenig Auswirkung auf den Album-Absatz von Colour in the Sky. Aufgrund von Differenzen mit dem Major-Label EMI beim Marketing und Vertrieb der beiden Videos gründete OK Go ein Independent-Label.
Komposition This Too Shall Pass wurde von Damian Kulash und Timothy Nordwind getextet, komponiert und produziert. Der Rocksong ist in der Tonart C-Dur verfasst und im Viervierteltakt gehalten. Er hat ein durchschnittliches Tempo von 80 Beats per minute bei einer Spieldauer von 3:08 min. Der Gesang von Damian Kulash hat einen Tonumfang von A3 bis C6.This too shall pass. In: Musicnotes. 2009.
Das Lied greift viele Themen des Albums Of the Blue Colour of the Sky auf, das nach Aussage von Damian Kulash von der „Suche nach Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten“ handelt. Der Liedtitel This Too Shall Pass ist eine englische Redewendung, die in etwa „Das geht auch wieder vorüber“ bedeutet. This Too Shall Pass sowie einige weitere Songs des Albums entstanden unter dem Eindruck der „schwindenden Dienstzeit von George W. Bushs Präsidentschaft und der beginnenden Weltwirtschaftskrise ab 2007“.
Das Billboard-Magazin bezeichnete das Lied als eine „Psycho-Pop Hymne“, vergleichbar mit Kids von der Indietronic-Band MGMT, was darauf zurückzuführen sei, dass der Album-Produzent Dave Fridmann zuvor bereits mit MGMT und der Progressive-Rock-Band The Flaming Lips zusammen gearbeitet hatte und daraus einige musikalische Einflüsse einbrachte.
Erstes Musikvideo: Marching Band Das erste Musikvideo wurde am 12. Januar 2010 auf YouTube veröffentlicht, zeitgleich mit dem Album und der Single-Veröffentlichung. Regisseur Brian L. Perkins drehte das Musikvideo im Oktober 2009 in South Bend, Indiana. Das Musikvideo nutzt nicht die originale Albumversion des Lieds, sondern eine Live-Aufnahme, die während der Dreharbeiten aufgezeichnet wurden. Tim Nordwind von OK Go bemerkte, dass das Lied gut für eine große Orchestrierung geeignet sei.
Zu Beginn des Musikvideos stehen die vier Bandmitglieder von OK Go auf einem Feld, gekleidet in den violetten Uniformen einer Marching Band, die ursprünglich von der Rochelle Township High School aus Rochelle, Illinois stammen. Sie beginnen über die Wiese zu marschieren, und während das Lied voranschreitet, wird OK Go von Mitgliedern der Marching Band der University of Notre Dame ergänzt, von denen 15 in Ghillie-Anzügen getarnt sind. Im letzten Refrain stoßen noch 20 Kinder hinzu, die sich aus zwei Kinderchören der lokalen South Bend Vorschulen zusammensetzen. Wie auch viele andere Musikvideos von OK Go wurde das Marching-Band-Video in einem einzigen One-Shot gedreht.
Das Marching-Band-Video überbrückte letztendlich den Zeitraum zwischen der Veröffentlichung des Albums (17. Januar) und des Rube-Goldberg-Videos (2. März). Obwohl das Rube-Goldberg-Video zuerst geplant war, fand die Band im Oktober 2009 Zeit, um mit der Notre-Band die Aufnahmen auszuarbeiten. Während dieser Zeit realisierte die Band, dass das Rube-Goldberg-Video erst weit nach der Albumveröffentlichung fertig werde, so dass das Label zur umgehenden Umsetzung des Marching-Band-Videos drängte.
Zweites Musikvideo: Rube Goldberg Maschine Das zweite Musikvideo zu This Too Shall Pass entstand unter der Regie von James Frost. Wie bereits das Video zu Here It Goes Again war auch das Video zu This Too Shall Pass als vierminütiges One-Cut-Video konzipiert, bei der synchron zum Lied eine sehr große Rube-Goldberg-Maschine läuft. Diese komplexe Serie von Kettenreaktionen simpler mechanischer Tätigkeiten bestand aus über 700 Gegenständen und war in einem zweigeschossigen Lagerhaus untergebracht.
Während das Lied und die Maschine laufen, bewegen sich die Bandmitglieder singend neben der kinematischen Nonsense-Maschine und werden als deren letzte Funktion von Paintballmarkierern abgeschossen. Teile der Maschine laufen synchron zur Musik: In einer Szene schlagen Löffel gegen Wassergläser und spielen die Melodie des Lieds wie auf einer Glasharfe. In einer anderen Szene läuft das Musikvideo von Here It Goes Again auf einem Röhrenfernseher, bis ein Vorschlaghammer dessen Kathodenstrahlröhre zerstört. Ein 1993er Ford Escort LX Rennsportwagen mit dem Logo von Make:, der beim „24-Stunden-Rennen von Le Mans“ eingesetzt wurde, wird im Video neben einer miniaturisierten Lego Version gezeigt. Hinter dem Lego-Auto stehen kleine Lego-Figuren als Reminiszenz an das Musikvideo mit der Marching Band.
Entstehung Die Inspiration zu dem Musikvideo kam von der Band, deren lang gehegter Wunsch nach , endlich realisiert werden sollte. Die Band hatte mehrere Videos von Rube-Goldberg-Maschinen auf YouTube gesehen, darunter auch welche aus der japanischen Kindersendung PythagoraSwitch.
Obwohl die Maschine anfangs für alle Lieder des Albums Of the Colour in Betracht kam, wurde letztendlich This Too Shall Pass ausgewählt, um das Endergebnis „majestätisch und episch“ zu machen, auch wenn es dann mit dem zuvor veröffentlichten Marching-Band-Version zwei Musikvideos gäbe.
Über Anfragen in wissenschaftsbezogenen Online-Foren suchte OK Go nach Unterstützung, woraufhin sie mit Syyn Labs in Kontakt kam, einem Kunst- und Technologie-Kollektiv aus Los Angeles. Zwischen 55 und 60 Mitarbeiter von Syyn Labs, dem California Institute of Technology (darunter einige, die am Jet Propulsion Laboratory der NASA arbeiteten und am Mars Exploration Rover Programm mitwirkten, weshalb ein Rover Modell kurz im Video zu sehen ist) und dem MIT Media Lab halfen, die Maschine zu entwickeln und konstruieren. Damian Kulash Senior, der Vater des Bandmitglieds Damian Kulash, war ebenfalls an der Konstruktion der Maschine beteiligt.
Das Team hatte ein beschränktes Budget und nutzte wiederverwendeten Schrott für etliche Requisiten in dem Apparat. Die Gesamtkosten nach den Dreharbeiten beliefen sich auf ungefähr 90.000 US-Dollar. OK Go definierte zu Beginn fünf Anforderungen an die Rube-Goldberg-Maschine: Keine Verwendung von „Magie“ wie automatisierte Geräte, Computer und Elektromotoren – und Beschränkung auf rein mechanische Gerätschaften. Die Maschine startet die Musik, soll im Einklang mit dem Lied laufen und gleichzeitig mit dem Lied enden. Die Band sollte in die Maschine integriert sein. Die Maschine sollte Teile des Lieds spielen, mit dem Rhythmus synchronisiert sein und einige Beats spielen. Das Video sollte als One-Shot konzipiert werden.
Die Maschine setzte sich aus insgesamt 89 Sektionen zusammen.OK Go – Behind the Scenes of This Too Shall Pass (RGM) – Ask the Film Makers. In: YouTube. 22. März 2010. (Video; 6:00 min; englisch) Von der Konzeption bis zur Fertigstellung des Musikvideos lagen sechs Monate, davon zwei Monate für die Planung und vier für die Umsetzung und die Dreharbeiten. Das Lagerhaus, in dem die Dreharbeiten stattfanden, liegt am Glendale Boulevard im Stadtteil Echo Park von Los Angeles und wurde von Syyn Labs im November 2009 angemietet, danach gereinigt, gestrichen und elektrifiziert. Die finalen Bauarbeiten in dem Lagerhaus dauerten eineinhalb Monate während Januar und Februar 2010. Die Bandmitglieder, die zuvor vier Monate auf Tournee waren, beteiligten sich in den letzten zwei Wochen bei den Bauarbeiten und brachten noch etliche Änderungen ein.
Nach der Fertigstellung der Maschine fanden am 11. und 12. Februar 2010 die Dreharbeiten statt. Gedreht wurde mit einer einzigen Steadicam Glidecam X-45 und einem HD-Camcorder vom Typ Sony PMW-EX3. Die Maschine wurde vom Bassisten Tim Nordwind außerhalb des Lagerhauses aktiviert und startete mit umfallenden Dominosteinen, die über mehrere Mechanismen einen iPod aktivieren, der das Lied abspielt und dessen Lautsprecher wiederum Metallkugeln zum Rollen bringt. Die meisten Elemente der Maschine nutzten Schwerkraft sowie Zentripetalkraft, Hebelkraft, Federkraft, Trägheitsmomente oder Wechselwirkungskräfte. 85 Einstellungen waren insgesamt erforderlich, davon rund 60, bevor die Maschine erstmals einwandfrei funktionierte. Am ersten Tag wurden 47 Einstellungen gedreht, bei der die Maschine kein einziges Mal vollständig funktionierte, so dass ein weiterer Drehtag erforderlich wurde. Viele Einstellungen endeten bereits 30 Sekunden nach Aktivierung der Maschine, zu Beginn des Refrains, wo ein Autoreifen nicht ordnungsgemäß in die nächste Sektion der Maschine rollte. Insgesamt funktionierte die Maschine drei Mal fehlerfrei, jedoch blieb dabei einmal der Röhrenfernseher unversehrt.
Syyn Labs beschäftigte für die Dreharbeiten zusätzlich 30 Mitarbeiter, um die Maschine nach einem Fehlschlag wieder zurück zu setzen, was abhängig vom Fortschritt bis zu einer Stunde dauern konnte. Es kam bei den Dreharbeiten zu keinen nennenswerten Verletzungen: Tim Nordwind wurde einmal am Ende heftig von Farbe getroffen, während Kameramann Mic Waugh mit der Steadicam am Ende des Maschinenmechanismus beinahe von einem Holzbalken und einem blauen Ölfass getroffen wurde in der Einstellung, die letztendlich für das Video verwendet wurde.
Viele Elemente der Maschine mussten genau mit dem Timing des Lieds synchronisiert werden. Die Band teilte das Lied in Sektionen, die von der Maschine in definierten Abschnitten getriggert wurden, um kleine Zeitabweichungen bis zu einer halben Sekunde zu kompensieren und Lippensynchron zu bleiben, wie der Chefdesigner Brett Doar erklärte. Kleine Objekte wie Dominos erwiesen sich als besonders heikel, da ihr Verhalten weit weniger vorhersagbar war als das von großen, schweren und sperrigen Objekten, wie sie am Ende des Videos überwiegen. Nachdem die Maschine vom Ober- in das Erdgeschoss wechselte, lief sie fast immer fehlerfrei bis zum Ende durch. Des Weiteren spielten die Tageszeit und die Temperatur einen entscheidenden Einflussfaktor auf das kinetische Verhalten gerade kleinerer Apparaturen, so dass deren Timing entsprechend justiert werden musste. Kugelbahnen und andere Features mussten von Staub und Schmutz befreit werden, damit rollende Objekte nicht verzögert werden. Die Kugelbahnholzplatte zu Beginn des Videos wurde erschaffen, um Bewegungen synchron zur Musik zu haben, doch erforderte einen besonders flachen Winkel, wodurch Stahlkugeln aus den Bahnen sprangen. Nach Aussage von Kulash war der größte „Albtraum“ eine Reihe von Mausefallen, die bunte Flaggen auslösten. Diese verhielten sich äußerst empfindlich auf Erschütterungen, wie sie das herabstürzende Klavier erzeugten, so dass die Mausefallen überarbeitet und gedämmt werden mussten, um nicht vorzeitig auszulösen.
Das Timing musste bei den Bewegungen sowohl der vier Bandmitglieder als auch dem Kameramann genauestens beachtet werden. Damien Kulash gab zu, dass, obwohl die Maschine dreimal fehlerfrei funktionierte, keine Aufnahme perfekt war, da entweder der Kameramann oder eines der Bandmitglieder hinter den Aktionen der Maschine zurückblieben.