Die Schmetterlingselfe (Lophornis chalybeus) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae), die im südöstlichen Brasilien in den Bundesstaaten Espirito Santo, Rio de Janeiro, Minas Gerais, São Paulo, Paraná and Santa Catarina endemisch ist. Der Bestand wird von der IUCN als „potenziell gefährdet“ (near threatened) eingeschätzt.
Merkmale Die männliche Schmetterlingselfe erreicht bei einem Gewicht von 2,6 g eine Körperlänge von 8,5 cm, wobei der Schwanz 2,9 cm und der Schnabelrücken 1,4 cm ausmachen. Die Flügel sind 4,3 cm lang. Die Stirn und der Kopfseitenstreifen glänzen grün. Der Oberkopf, Rücken und die Kehle sind grün. Die Querbinde am Hinterrücken ist weißlich Ocker. Der Bürzel und der Schwanz sind grünlich kupfern bis weinrot gefärbt.Rolf Grantsau, S. 73. Die Halsseitenfedern sind grün mit weißen Spitzen. Zwischen den verlängerten Halsseitenfedern und dem glitzernden grünen Kopfstreif befindet sich ein stumpfer schwarzer Streifen. Die Flügeldecken sind grün, der Flügel schwärzlich purpurn. Die weißliche Brust ist von dunklen Streifen durchzogen. Der Bauch ist graubraun, wobei die Flanken einen grünlichen Schimmer auf graubräunlichem Untergrund haben. Die Unterschwanzdecken sind graubräunlich mit blassen rötlichen Endungen. Schnabel und Füße sind schwarz. Die weibliche Schmetterlingselfe erreicht bei einem Gewicht von 2,2 g eine Körperlänge von 7,6 cm, wobei der Schwanz 2,4 cm und der Schnabelrücken 1,25 cm ausmachen. Die Flügel sind 4,4 cm lang. Die Stirn ist wie der Rücken gefärbt. Die Halsseitenfedern sind weißlich mit grünen Rändern und nicht verlängert wie beim Männchen. Die Flanken sind ockerbraun, die Schwanzfedern an den Wurzeln goldgrün, wobei die seitlichen Steuerfedern rotbraune Spitzen aufweisen. Die Kehle und die Brust sind dunkler und weiß gescheckt. Die Rückenquerbinde ist ockerfarben. Schnabel und Füße sind wie beim Männchen schwarz.Rolf Grantsau, S. 74.
Jungvögel ähneln den adulten Weibchen, haben jedoch einen schwärzlich braunen Ohrfleck. Die Flanken sind grünlichbraun und der Oberkopf ist schwärzlich braun.
Verbreitung und Lebensraum Die Schmetterlingselfe hält sich bevorzugt in feuchten Wäldern und Sekundärvegetation auf. Gelegentlich ist sie in Cerrados in Brasilien anzutreffen. Sie kommt in Höhenlagen von Meeresspiegel bis 1000 Meter vor.Ber van Perlo, S. 68.6. Ihren Nektar holt sie sich an den Blüten von Akanthusgewächsen, Bromeliengewächsen, Korbblütlern, Malvengewächsen, Myrtengewächsen, Rötegewächsen, Eisenkrautgewächsen und Vochysiaceae. Des Weiteren ernährt sie sich von Gliederfüßern. Außerdem wurde sie in Santa Catarina von Juli bis September an Prunus und am Eisenkrautgewächs Petrea subserrata beobachtet.Evair Legal u. a., S. 22. Sie gilt als Standvogel mit nur kleineren saisonalen Wanderungen.
Fortpflanzung Die kelchförmigen Nester sind ca. 22 mm hoch. Der Außenradius beträgt ca. 35 mm, der Innenradius ca. 25 mm bei einer Tiefe von ca. 8,5 mm. Die Brutzeit der Schmetterlingselfe geht von Oktober bis Februar.
Lautäußerungen Meist sind Schmetterlingselfen ruhig. Bei der Nahrungsaufnahme geben sie gelegentlich ein kurzes tsip bzw. tschip von sich. Wenn sie herumschwirren, hört sich das bienenartig an.
Unterarten miniatur|Verbreitungsgebiet der Schmetterlingselfe (südöstliches Brasilien) und der Grünschopfelfe Die Schmetterlingselfe gilt heute als monotypisch. Neuere Untersuchungen legten nahe, dass die Unterarten eventuell jeweils eigene Arten sein könnten. Weitere Forschungen zur endgültigen Trennung waren dazu erforderlich.Thomas Michael Donegan u. a., S. 35. Lange wurden die Grünschopfelfe-Unterarten Lophornis chalybeus verreauxii (, 1853)Jules Bourcier, S. 193. und Lophornis chalybeus klagesi & , 1902Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a., S. 89. als Unterart der Schmetterlingselfe (Lophornis chalybeus (, 1821)) betrachtet, doch sprechen die Unterschiede in der Färbung für eine Absplitterung als eigene Art.Proposal (833) to South American Classification Committee: Treat Lophornis verreauxii as a separate species from Lophornis chalybeus
Etymologie und Forschungsgeschichte Coenraad Jacob Temminck beschrieb die Schmetterlingselfe unter dem Namen Trochilus chalybeus. Als Fundort gab er Brasilien an.Coenraad Jacob Temminck, S. 90 1829 führte René Primevère Lesson die neue Gattung Lophornis u. a. für die Schmetterlingselfe ein.René Primevère Lesson, S. xxxviiLesson kategorisierte Ornismya Nattereri, ein Synonym für den Grünmaskenkolibri (Augastes scutatus (, 1824)), Ornismya petasophora, ein Synonym für den Amethystohrkolibri (Colibri serrirostris (, 1816)), Ornismya Delalandii, ein Synonym für die Grünhaubenelfe (Stephanoxis lalandi (, 1818)), Ornismya cristata, ein Synonym für den Antillenhaubenkolibri (Orthorhyncus cristatus (, 1758)), Ornismya ornata, ein Synonym für die Schmuckelfe (Lophornis ornatus (, 1783)), Ornismya strumaria, ein Synonym für die Prachtelfe (Lophornis magnificus (, 1817)) und Ornismya vieillotii, ein Synonym für Schmetterlingselfe, in die neue Gattung ein. Lophornis setzt sich aus den griechischen Wörtern für „Helmbusch, (Hahnen-)Kamm“ und für „Vogel“ zusammen.James A. Jobling, S. 230 Das Artepitheton chalybeus leitet sich vom lateinischen chalybeius für „stählern“ oder vom griechischen für „Stahl“ ab.James A. Jobling, S. 230
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Kolibris Kategorie:Endemischer Vogel Brasiliens