mini|Bahnsteige und Südseite des Hauptgebäudes vor dem Umbau mini|Gleisanlagen nach dem Umbau
Der Hauptbahnhof Passau wurde im Jahre 1860 durch die Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen errichtet. Er lag damals noch auf dem Gebiet der Gemeinde St. Nikola, die erst 1870 zu Passau kam. Er besitzt sechs Bahnsteiggleise, davon ein Stumpfgleis, und drei Durchgangsgleise. Das ca. 130 m lange Gebäude ist im klassizistischen Stil gebaut. Im Schnitt nutzen ca. 6.500 Fahrgäste pro Tag diesen Bahnhof. Täglich fahren im Schnitt 77 Züge den Bahnhof an. Insgesamt 90 Mitarbeiter beschäftigte die DB AG 2010 am Bahnhof.Passauer Neue Presse Lokalteil Passau Stadt 3. August 2010: „Bahn war in Passau bestens vernetzt“
Heutige Verkehrsverbindungen Der Bahnhof ist heute Halt für ICE- und IC im Fernverkehr und des Nahverkehrs von DB Regio und ÖBB-Personenverkehr sowie des Nachtreiseverkehrs mit Nightjet-Zügen der ÖBB-Personenverkehr.
Es fahren (Stand Dezember 2024) im Zwei-Stunden-Takt ICE-Züge der Linie 91 von Wien über Linz, Frankfurt und Koblenz bis Dortmund (ein Zugpaar über Wuppertal, die anderen Zugpaare über Duisburg) und eines ab Würzburg über Fulda, Kassel und Hannover nach Hamburg-Altona. Außerdem fahren außerhalb des Zweistundentaktes zwei ICE-Zugpaare ab Nürnberg über Coburg, Erfurt und Halle nach Berlin und zeitweise nach Hamburg.
In Tagesrandlage beginnen und enden ICE-Züge der Linie 39 in Passau. Diese verkehren über Nürnberg, Frankfurt und Koblenz weiter über Köln und das Ruhrgebiet nach Hamburg-Altona. Ein Zug dieser Linie endet in Passau aus Dortmund kommend.
Von Passau verkehrt stündlich der Nahverkehr Donau-Isar-Express nach München, über die Rottalbahn nach Mühldorf am Inn sowie über die Passauer Bahn nach Wels und im weiteren Verlauf auch nach Linz.
Im Nachtreiseverkehr hält ein Nightjet-Zugpaar der ÖBB-Personenverkehr in Passau. Dieses verkehrt zwischen Wien und Hamburg bzw. Amsterdam.
Die private Ilztalbahn GmbH fährt seit dem 16. Juli 2011 an Wochenenden zwischen Passau und Freyung mehrere Zugpaare von April bis Oktober. mini|249x249px|Ansicht vom Poststeg auf den Passauer Hauptbahnhof Seit dem 8. März 2020 verkehrte in Passau täglich ein Zugpaar eines Intercity der Linie 17 nach/von Rostock bzw. Warnemünde. In der Nacht Samstag/Sonntag ist Berlin Start- und Endbahnhof. Aufgrund der von der Westbahn übernommenen Stadler KISS-Wagengarnituren auf der neuen IC-Linie 17 zwischen Dresden und Rostock kam es von März 2020 bis Dezember 2025 zu einer nächtlichen Überführungsfahrt vom Werk in Wien auf die besagte Strecke. Wegen dieser Fahrt profitierte seit März 2020 der Bahnhof Passau um einen weiteren Intercity-Halt. Im Januar 2025 wurde der Verkauf der KISS 200 Züge an die ÖBB bekannt, sodass sie auf der Linie 17 durch den deutschen Intercity 2 ersetzt werden und die Nachtfahrt nach Wien eingestellt wird. Die internationale Verbindung bleibt nächtlich erhalten und wird durch eine Fahrt einer ICE-Linie im Jahresfahrplan 2026 zwischen Wien und Nürnberg ersetzt.
Fernverkehr Linie/Zuggattung Strecke Taktfrequenz Fahrzeugmaterial Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt Flughafen – Frankfurt – Hanau – Aschaffenburg – Würzburg –– Nürnberg – Regensburg – Plattling – Straubing – Passau – Wels – Linz – WienZweistundentakt ein Zugpaar (ICE 228/229) verkehrt über Wuppertal,ein Zugpaar endet/beginnt in Frankfurt (ICE 20/21),ein Zugpaar (ICE 90/91 Donauwalzer) fährt über Kassel-Wilhelmshöhe nach Hamburg,zwei Zugpaare (ICE 92/93 Berolina und ICE 94/95 Belvedere) fahren über Erfurt und Halle nach Berlin und zeitweise nach Hamburg ICE T Hamburg-Altona – Hamburg – Hamburg-Harburg – Hannover – Göttingen – Fulda – Würzburg – (Hamburg-Altona – Hamburg – Berlin-Spandau –) Berlin Südkreuz – Halle – Erfurt – Coburg – Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt Flughafen – Frankfurt – Hanau – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Plattling – Passau ein Zug täglich (Dortmund – Passau) ICE 1 kurz Passau – Plattling – Straubing – Regensburg – Nürnberg – Würzburg – Aschaffenburg – Hanau – Frankfurt – Frankfurt Flughafen – Mainz – Koblenz – Bonn – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Recklinghausen – Münster – Bremen – Hamburg-Harburg – Hamburg – Hamburg Dammtor – Hamburg-Altona zwei Züge täglich (Passau – Hamburg),ein Zug täglich (Hamburg – Passau)
Nachtverkehr Linie/Zuggattung Strecke Taktfrequenz Fahrzeugmaterial Wien Meidling – Linz – Passau – Nürnberg – Würzburg – Göttingen – Hannover – Hamburg einmal täglich ÖBB Nightjet – Würzburg – Hamm – Münster – Deventer – Amersfoort – Amsterdam
Nahverkehr Linie/Zuggattung Strecke Taktfrequenz Fahrzeugmaterial Donau-Isar-Express Passau – Plattling – Landshut – München stündlich Siemens Desiro HC (BR 1462) REX R Passau – Wels – Linz/Donau REX/R abwechselnd im StundentaktBR 1144 mit Cityshuttle-Wagen,BR 4024/4744 Rottalbahn Passau – Neumarkt-St Veit – Mühldorf (Oberbay) Stundentakt BR 628,BR 642 P Ilztalbahn bzw. Untere Waldbahn Passau – Waldkirchen – Freyung sechs Zugpaare an Wochenenden und Feiertagen von 1. Mai bis Ende Oktober BR 628 Passau – Regensburg – Neumarkt – Nürnberg Ein Zugpaar an Wochenenden und FeiertagenApril – Oktober Siemens Desiro HC/Mireo (BR 1462/1463)Stand:
Ehemalige Verbindungen Im Bahnhof Passau-Voglau zweigt die inzwischen stillgelegte, jedoch teilreaktivierte Eisenbahnstrecke nach Hauzenberg mit dem Abzweig nach Obernzell ab, die früher bis nach Wegscheid reichte. Die Strecke ist vom Hauptbahnhof der Stadt Passau nur durch Kopfmachen in Passau-Voglau erreichbar. Diese im planmäßigen Personenverkehr seit über 25 Jahren nicht mehr befahrenen Strecke wurde bis zum Jahr 2002 von den Passauer Eisenbahnfreunden mit Sonderzügen sowie von Güterzügen verschiedener Firmen genutzt. Danach wurde die Strecke durch Hochwasserschäden unpassierbar. Für die Strecke gründete sich ein Förderverein, der die Reaktivierung dieser Strecke erreicht hat. Im August 2020 erfolgte die Teilreaktivierung bis zum Haltepunkt Passau-Rosenau, im August 2023 bis zum Bahnhof Passau-Lindau, welcher durch Sonderzüge und Güterzüge angefahren wird.
Da der Bahnhof an der Fernverkehrsmagistrale Frankfurt am Main – Nürnberg – Linz – Wien liegt, verkehrten hier immer sehr viele Fernverkehrszüge, so etwa seit Anfang des Jahrhunderts der Oostende-Wien-Express oder seit den 1960er Jahren der TEE Prinz Eugen zwischen Hamburg und Wien, der seinen Namen später verlor, als ein namenloser IC und danach der ICE Donauwalzer die Leistung übernahm.
Bis Dezember 2014 verkehrte an Samstagen das Intercity-Zugpaar Rottaler Land zwischen Hamburg-Altona und Passau. Kurswagen des Zuges fuhren als Regional-Express weiter über die Rottalbahn bis Mühldorf. Dabei fand im Passauer Hauptbahnhof ein Fahrtrichtungs- und Lokwechsel statt, da die anschließende Strecke nicht elektrifiziert ist.
Ehemalige Gleisanlagen Westlich des Hauptpersonenbahnhofes besteht auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofes auch nach dessen Teilrückbau noch ein größerer Güterbahnhof zur Bedienung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs Deutschland–Österreich sowie zur Verbindung zum Güterverkehr auf Schiffe, die auf der Donau fahren. Im Osten wurden die verbliebenen Abstellgleise und Lokschuppen im Zuge der Neugestaltung der „Passauer Neuen Mitte“ abgerissen. Bis in die 1970er-Jahre bestanden Gleisanschlüsse für die Anlagen des Hafens Passau an der Donaulände in der Altstadt und im Winterhafen auf der Racklau.
Bahnhofsumbau Seit Längerem war ein barrierefreier Ausbau des Bahnhofs geplant.
Frühere Pläne Erste Pläne sahen vor, den Bahnhof von 2008 bis Mitte 2011 für 12,5 Millionen Euro barrierefrei umzubauen. Hiervon sollte Bayern 2 Millionen Euro tragen. Die beiden Inselbahnsteige sowie der Hausbahnsteig sollten einen Aufzug erhalten und der Bahnsteig 5/6 mit dem sogenannten Poststeg verbunden werden, was den Weg zum Zentralen Omnibusbahnhof in der Neuen Mitte deutlich verkürzt hätte. Außerdem sollten der Hausbahnsteig auf 76 cm angehoben und die Unterführung verbreitert werden.
Diese Planungen wurden jedoch im Laufe des Jahres 2008 geändert, da sie dem zeitweise sehr hohen touristischen Personenaufkommen im Bahnhof, vor allem durch Teilnehmer von Donaukreuzfahrten, nicht gerecht geworden wären. Diese Baumaßnahme wurde daraufhin auf Mitte 2010 bis 2012 verschoben und später abgesagt.
Bauphase Die Bauleistungen zum barrierefreien Umbau wurden im Juni 2013 europaweit ausgeschrieben.D-Nürnberg: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien. Dokument 2013/S 119-204295 vom 21. Juni 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.Bayerischer Landtag: Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Bernhard Roos SPD (PDF; 83 kB) vom 18. April 2012 Der symbolische erste Spatenstich wurde Mitte Juli 2013 durchgeführt. Bis zum Frühjahr 2017 sollten insgesamt 21,5 Millionen Euro in den Bahnhof investiert werden.Deutsche Bahn: (PDF; 56 kB), abgerufen am 14. Juli 2013 Mitte September 2013 wurden die Maßnahmen der zweiten Bauphase für 12,7 Millionen Euro vergeben.Deutschland-Nürnberg: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien. Dokument 2013/S 180-311376 vom 17. September 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
Im Zuge des Umbaus wurde am Bahnsteig 5/6 das westliche Bahnsteiggleis 6a komplett entfernt, das östliche Bahnsteiggleis 5a wurde um 80 m gekürzt und der Bahnsteig entfiel dort ebenfalls.Eisenbahn-Bundesamt , 27. September 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012 Der Hausbahnsteig wurde dabei auf einer Länge von 300 m auf eine Bahnsteighöhe von 55 cm angehoben, die beiden Mittelbahnsteige auf einer Länge von 400 m auf 76 cm.
Fertigstellung Am 13. Mai 2017 wurde mit einem Bahnhofsfest die Fertigstellung der Bauarbeiten gefeiert.
Ausblick Im Dezember 2028 soll ETCS Level 2 „ohne Signale“ im Knoten Passau in Betrieb genommen werden.
Besonderheiten mini|Gedenkstein an die Polizisten März und Schachner und Reste der Mauer
Seit 1951 wurde der Bahnhof von ÖBB und DB gemeinsam als Binnenbahnhof genutzt. Aus diesem Grund gab es zwei durch eine Mauer für die Grenz- und Zollkontrollen getrennte Passagier-Unterführungen unter den Gleisen. Seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 und dem damit verbundenen Entfall der Kontrollen wurden diese Tunnel miteinander verbunden und von beiden Seiten zugänglich gemacht. Ein verbliebenes Mauerstück eines Durchgangs trägt eine Gedenktafel für die beiden Polizisten Klaus März und Georg Schachner, die am 11. November 1993 im Intercity von Linz nach Passau nahe Schärding ermordet wurden.
Über den Gleisen stand von 1975 bis 2024 das erste „Brückenpostamt“ Deutschlands.
Busverkehr Der Passauer Hauptbahnhof wird ebenfalls von vielen Buslinien, darunter Stadt-, Regional- und Fernbusse angefahren. Die Bushaltestellen sind nur zum Teil barrierefrei.
Fernbusse Seit der Marktliberalisierung im Fernbusmarkt wurde der Passauer Hauptbahnhof verstärkt von Fernbussen verschiedener Unternehmen, darunter Meinfernbus/Flixbus, Berlin Linien Bus und Eurolines angefahren.