Lola Kreutzberg, geboren als Caroline Sophia Auguste Kreutzberg, (* 2. August 1887laut filmportal.de. Eine andere Quelle nennt das Jahr 1891 in Nürschan, Österreich-Ungarn; † 25. März 1966 in Positano, Italien) war eine deutsche Journalistin, Forschungsreisende sowie Dokumentarfilmproduzentin und -regisseurin.

Leben und Wirken Lola Kreutzberg hatte in jungen Jahren als Journalistin gearbeitet, ehe sie 1926 zum Film stieß. Sie unternahm seitdem zahlreiche Forschungsreisen, die sie auf mehrere Kontinente führte und über die sie vor allem in den 1920er und 1930er Jahren mehrere Bücher veröffentlichte. Vor Ort stellte die gebürtige Böhmin Dokumentar-, Reise- und Naturfilme über Land und Leute, Flora und Fauna her. Diese Filme, die sie anfänglich inszenierte, wurden von ihrer eigenen Produktionsfirma, der Berliner Lola Kreutzberg-Film GmbH produziert und herausgebracht.

Bereits ihre erste eigene Produktion, die in Indien entstandene Geschichte um einen Elefantentreiber und seine Familie Nuri, der Elefant erwies sich als großer Publikumserfolg und wurde sogar 1941 in einer neu geschnittenen Tonfilmfassung unter dem neuen Titel Krischna erneut in die Kinos gebracht. Auch das Gros der anderen Kreutzberg-Produktionen, zumeist Kurzfilme, entstandenen in Indien und Indonesien (vor allem auf der Insel Bali). Die seit 1933 regierenden Nationalsozialisten missbilligten die Unabhängigkeit Kreutzbergs und verhinderten weitere Expeditionen der Wahl-Berlinerin. Schließlich eröffnete Lola Kreutzberg in Berlin ihr eigenes Kino, das jedoch 1943 bei einem schweren Bombenangriff der Alliierten zerstört wurde. Nach 1945 lebte Lola Kreutzberg weiterhin in Berlin (Berlin W 30) bzw. in Italien, wo sie auch verstarb.

Filmografie als Dokumentarkurzfilmproduzentin, wenn nicht anders angegeben 1926: Wunderland Bali (nur Regie) 1927: Allerlei Volksbelustigungen (nur Regie, Drehbuch, Kamera) 1927: Indonesische Tropenkultur (nur Regie, Drehbuch, Kamera) 1928: Nuri, der Elefant (abendfüllender Film, auch Co-Drehbuch) 1928: Interessante Tiere 1928: Der Ring der Bajadere (abendfüllender Spielfilm, auch Koregie) 1929: Der Rochen 1929: Die Kokosnuß und ihre Verwendung 1929: Chamäleon 1929: Tiere, die sich in den Sand vergraben 1929: Der Kuckuck 1929: Indischer Sport 1929: Der Flughund 1930: Einsiedlerkrebse 1930: Eigenartige Fische 1930: Der Tanz ins Glück (abendfüllender Spielfilm) 1930: Schönheit im Sande 1930: Das Leben der Quallen 1930: Von Affen und Bärenkindern 1930: Von Krabben und Seesternen 1930: Mimikry am Meeresgrunde 1930: Eine Mittelmeerreise 1930: Seerosen 1930: Possierliche Tiere 1930: Symbiose im Meer 1930: Junge Affen 1930: Tänze auf Bali 1930: Seltsame Totenfeier 1930: Mit dem Auto durch Britisch-Indien 1931: Hurra -- ein Junge! (abendfüllender Spielfilm) 1932: Indische Sportsleute 1932: Der Tanz der Todesgöttin 1932: Volksfest auf Bali 1932: Wunderheilung durch Kindertrance 1932: Tiermahlzeiten 1932: Zwist im Tierreich 1932: Asiatische Maskenkunst 1938: Der Spieler (abendfüllender Spielfilm, nur Produktionsleitung) 1941: Tier und Mensch im Zoo (nur Regie)

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 907. Kreutzberg, Lola, in: Gudrun Wedel: Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon. Köln : Böhlau, 2010, S. 445

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