Theuerleinsmühle (auch Hecknersmühle genannt; fränkisch: DoialessmühlW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dǫiələsmǖl“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Geiselwind im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Theuerleinsmühle liegt in der Gemarkung Geiselwind.
Geografische Lage Die Einöde liegt an der Ebrach und an einem namenlosen linken Zufluss, der dort in die Ebrach mündet. Die Staatsstraße 2260 führt nach Schleifmühle (0,5 km südwestlich) bzw. nach Gräfenneuses (1,3 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Röhrensee (0,4 km nördlich).
Geschichte Der Name der Mühle verweist auf die zeitweise dort lebende Familie Theuerlein. Erstmals erwähnt wurde die Mühle allerdings bereits im Jahr 1506 als „Hecknersmühle“. Damals erschien im Zinsbuch der Fürsten zu Schwarzenberg „1 morg bey der Heckners mül“. Eine lange Überlieferungslücke ließ den alten Namen wohl in Vergessenheit geraten. Vielleicht wurde die Anlage auch im Dreißigjährigen Krieg zerstört, da sie an einer wichtigen Heerstraße lag.
Erst mit dem Jahr 1750 erschien die Mühle neuerlich in den Quellen. Ein Taufeintrag der Pfarrei Geiselwind nennt den Johann Adam Deüerlein, „molitor [Müller] der Lohe Mühl bey Röhrensee“. In den Einträgen in der Pfarrmatrikel wurde 1752 erneut Johann Adam Theuerlein genannt, ehe 1754 der jüngere Johann Adam zum Müller aufgestiegen war. 1783 hieß der Müller Johann Konrad Valentin, ehe bis 1810 Matthias Enzenbrenner und dann sein Sohn Johann Enzenbrenner die Mühle besaßen.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 200f.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Theuerleinsmühle dem Steuerdistrikt Geiselwind und der Ruralgemeinde Geiselwind zugeordnet.
Im Jahr 1860 wurde die Theuerleinsmühle neu errichtet. Die Wasserzufuhr für das Mühlrad wurde durch zwei kleine Wasserteiche gewährleistet, weil dort der Zulauf der Ebrach und des Röhrenseebachs noch sehr gering war. Zusätzlich entstand im Jahr 1900 eine Sägemühle neben der Getreidemühle. Zunächst lebte seit 1860 der Müller Friedrich Theuerlein in der Mühle. Anschließend übernahm die Familie Meyer die Anlage und es bewohnten Georg senior, Georg junior und Manfred Meyer die Theuerleinsmühle.
Ab 1936 erhielt die Mühle und das Sägegatter einen Holzgenerator. Bereits 1939 wurde der Generator mit einem Elektromotor ausgetauscht. Im Jahr 1951 erneuerte man die Wohngebäude der Mühle, die Westseite nahm Mühle ein, während der Ostteil als Wohngebäude diente. 1967 endete der Betrieb der Getreidemühle. Bis in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts betrieb der letzte Besitzer Manfred Meyer zusammen mit seiner Frau Lisa die Säge.E. Müller: Geiselwind mitten in Franken, S. 95.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 4 5 5 6 7 12 6 5 7 5 3HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 1 1 1 1 1 1 1 1Quelle Dort als Deierleinsmühl aufgelistet.
Religion Theuerleinsmühle ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Burkard (Geiselwind) gepfarrt.
Literatur
Erwin Müller: Geiselwind mitten in Franken. Mit Landschaftskunde und Geschichte. Scheinfeld 2001.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Kitzingen Kategorie:Gemeindeteil von Geiselwind Kategorie:Wassermühle im Landkreis Kitzingen Kategorie:Ersterwähnung 1506 Kategorie:Gegründet 1860 Kategorie:Bauwerk in Geiselwind Kategorie:Mühle in Europa