Die Reppisch (vor dem Türlersee Chrebsbach) ist ein 27 Kilometer langer linker Nebenfluss der Limmat in den Schweizer Kantonen Zürich und Aargau. Sie entspringt am Albis als Chrebsbach, verlässt den Türlersee bei Aeugst am Albis als Reppisch, durchquert das Reppischtal und mündet bei Dietikon in den Unterwasserkanal des Kraftwerkes Dietikon, der sich nur kurz später wieder mit der Limmat vereinigt. Das rund 70 Quadratkilometer grosse Einzugsgebiet der Reppisch entwässert mit mittleren 1,21 m³/s nahe der Mündung. Somit ist sie hinter der Sihl und vor dem Furtbach der wichtigste Nebenfluss der Limmat.

Auf ihrem Weg zur Mündung schlängelt sie sich noch vielerorts naturbelassen durch das Reppischtal und wird dabei nur von Ufergehölz, Krautsaum und Wiesen eingesäumt. Die Ufer des Flüsschens sind bis auf die Abschnitte in Dietikon und Birmensdorf wenig bebaut, und so zählt sie zu den letzten noch naturnahen Fliessgewässern des Kantons Zürich. Dabei konnte vor allem der sechs Kilometer lange Teilabschnitt zwischen dem Weiler Gamlikon in Stallikon und Birmensdorf seinen naturnahen Flusslauf beibehalten.

Zwischen Birmensdorf und Dietikon durchquert der Fluss ein enges Tal, das von den in der nahen Infanterie-Kaserne stationierten Truppen der Schweizer Armee als Schiessplatz verwendet wird. An Wochentagen kann dieser Abschnitt des Reppischtals daher stellenweise gesperrt sein. Sonst ist das Tal jedoch ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger und Velofahrer.

Kurz vor Dietikon unterquert der Fluss die Mutschellenpassstrasse und die Gleise der Bremgarten-Dietikon-Bahn. In diesem Bereich kam es im Frühjahr 1999 zu schweren Überschwemmungen, wodurch die Strasse und die Bahnlinie für mehrere Tage unterbrochen wurden.

Geographie Verlauf Die Reppisch entspringt bei Tüfenbach in der Flur Berg als Chrebsbach. Nach 2 Kilometern mündet dieser in das Südostende des Türlersees. Nach Verlassen des Sees fliesst sie anfangs nach Nordwesten, begleitet von einem dicken Waldsaum, und umfliesst dabei den Aeugsterberg an dessen Ost- und Nordhang. Dabei wird sie wenig nördlich von Seehüsli zu einem kleinen Weiher gestaut, ehe sie Chloster und Aeugstertal durchfliesst. Hier besitzt die Reppisch nach mehreren kleinen Zuflüssen einen mittleren Abfluss von 0,1 m³/s.

Sie fliesst nun nach Nordosten bis Tägerst, danach wieder kurz nach Nordwesten bis Aumüli, stets begleitet von einem meist losen Waldsaum, welcher an Felder angrenzt. Es folgt ein grösserer Bogen um einen Ausläufer des Hörglen, welcher hier für eine Talenge sorgt, in welcher der Weiler Gamlikon liegt. Wenig später erreicht sie Stallikon, wo sie nach unzähligen Zuflüssen, vornehmlich von der Albis-Kette her, einen mittleren Abfluss von 0,3 m³/s besitzt.

Das Flüsschen passiert Sellenbüren sowie Landikon und durchfliesst Birmensdorf, wo mit dem Wüeribach und dem Lunnerenbach zwei der wichtigsten Zuflüsse münden. Der mittlere Abfluss nach der ARA Birmensdorf beträgt nun 0,9 m³/s. Wenig später, auf dem Gemeindegebiet von Urdorf, münden der Malefizgraben, und nach der Einmündung des Stigelmattbachs, welcher selber kurz die Grenze bildet, ist die Reppisch für einen kurzen Abschnitt Grenzfluss zwischen den Kantonen Aargau und Zürich. Es münden nun der Rummelbach nahe Rudolfstetten-Friedlisberg und kurz danach der Dönibach bei Baltenschwil.

Die Reppisch tritt nun bei Dietikon ins Limmattal ein, wo ein kleiner Teil des Wassers abgezweigt wird, um den Marmoriweiher zu stauen. Die Reppisch verläuft nun begradigt, und bis zu ihrer Mündung erreichen sie keine grösseren Zuflüsse mehr. Sie mündet schliesslich auf im Industriegebiet bei der KVA Dietikon in den Unterwasserkanal des Kraftwerkes Dietikon, welcher sich direkt danach wieder mit der Limmat vereinigt.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet der Reppisch misst 69,1 km² mit etwa 30'000 Einwohnern, was einer Bevölkerungsdichte von etwa 438 Einwohnern pro km² entspricht. Der grösste Teil dieser Fläche liegt im Kanton Zürich und hier im Säuliamt, kleinere Teile befinden sich im Bezirk Dietikon sowie in den aargauischen Bezirken Baden und Bremgarten. An der Messstelle kurz vor der Mündung beträgt das Einzugsgebiet 67,2 km², wovon 30,8 km² landwirtschaftliche Fläche, 25,2 km² Wald, 10,2 km² Siedlungsfläche, 0,7 km² Gewässer und 0,2 km² unproduktive Fläche sind.

Anteil am Einzugsgebiet haben die Gemeinden Aeugst am Albis, Stallikon, Birmensdorf, Urdorf, Bergdietikon und Dietikon, durch welche der Fluss verläuft, sowie die Gemeinden Aesch, Arni, Berikon, Hausen am Albis, Islisberg, Langnau am Albis, Oberwil-Lieli (hier der Ortsteil Lieli), Rudolfstetten-Friedlisberg sowie Uitikon (hier der Weiler Ringlikon). Winzige Anteile haben die Gemeinden Bellikon, Hedingen, Widen und die Stadt Zürich am Uetliberg.

Der obere Teil des Einzugsgebiets zwischen dem Türlersee und der Einmündung des Lunnerenbachs liegt durchschnittlich auf und besitzt eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von 1204 mm, der untere Teil zwischen der Einmündung des Lunnerenbachs und der Mündung der Reppisch in die Limmat liegt auf durchschnittlich und besitzt eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von 1126 mm. Der höchste Punkt des gesamten Gebietes liegt auf und wird am Albis in der Waldflur Reifholz nordwestlich der Albispasshöhe erreicht, die tiefste Stelle liegt an der Mündung auf , was einer Differenz von 515 Metern entspricht. Weitere markante Punkte im Einzugsgebiet sind der hohe Uetliberg sowie der Aeugsterberg mit einer Höhe von

Neben dem Türlersee entwässert sie nur kleinere Weiher, dazu gehören die in Wettswil liegenden Ziegelweiher, namentlich der Fischbachweiher, der Fridgrabenweiher und der Sorweiher, sowie der Lochenweiher in Bonstetten, die alle über den Wüeribach ihr Wasser der Reppisch zuführen. Der ebenfalls in Wettswil liegende Eichmoosweiher entwässert über den Schleetalbach in die Reppisch. Der Marmoriweiher in Dietikon wird von der Reppisch selbst gespeist. Dafür zweigt beim Spiel- und Grillplatz Grunschen in der Flur Gaissteg ein kleiner Kanal ab, der den Spielplatz tangiert und danach in einem Rohr den Fluss überbrückt, welches sich unter einer Fussgängerbrücke befindet. Das Wasser fliesst am anderen Ende des Weihers wieder der Reppisch zu.

Angrenzende grössere Einzugsgebiete sind im Süden und Westen das der Jonen, welche in die Reuss entwässert, und im Osten das der Sihl, welche in Zürich in die Limmat mündet.

Zuflüsse

In die Reppisch münden 68 benannte Bäche, davon sind drei, nämlich der Wüeribach, der Rummelbach sowie der Lunnerenbach, vier Kilometer lang oder mehr. Weiterhin sind fünf Zuflüsse zwei Kilometer lang oder mehr, nämlich der Dönibach, der Lättenbach, der Schwandenbach, der Tobelbach bei Birmensdorf sowie der Malefizgraben, wenn man seinen rechten Oberlauf Weidbach dazuzählt.

Der wichtigste Zufluss der Reppisch ist der rund 8 Kilometer lange Wüeribach, welcher die Ebene von Wettswil und Bonstetten entwässert und bei Birmensdorf von links in die Reppisch einmündet. Dabei speist er die Reppisch mit einem durchschnittlichen Abfluss von 310 l/s. Er nimmt dabei kurz vor seiner Mündung den Aescherbach auf, welcher einen mittleren Abfluss von 100 l/s besitzt und damit zu den grösseren Bächen im Einzugsgebiet zählt. Nach dem Wüeribach sind es der Lunnerenbach sowie der Rummelbach, welche der Reppisch am meisten Wasser zuführen.

Weitere grössere Zuflüsse sind der bei Dietikon einmündende Dönibach, welcher in Bergdietikon entspringt, der Stoffelbach, welcher im Waldgebiet Honeret in Dietikon entspringt, sowie der Malefizgraben, welcher in Rudolfstetten-Friedlisberg entspringt und auf dem Gemeindegebiet von Urdorf von links einmündet. Diese münden alle in die untere Reppisch, längere Zuflüsse im Oberlauf sind der Lättenbach beim Weiler Tägerst, der Loomattbach, der Weidelbach und der Diebisbach im Weiler Sellenbüren, beide Stallikon, sowie der Schwandenbach im Weiler Landikon bei Birmensdorf.

Diagramm der Zuflüsse der Reppisch mit einer Länge von 2 km und mehr, von der Quelle zur Mündung aufgeführt. Die linken Zuflüsse sind in dunklem, die rechten in hellem Blau dargestellt.

Umwelt 1885, nach mehreren schwerwiegenden Hochwassern, fanden die ersten Korrekturen an der Reppisch statt. Das war auch auf den Druck der Bevölkerung zurückzuführen, welche androhte, sich irgendwo anders niederzulassen. In der Melioration zwischen 1938 und 1944 wurden dann grosse Teile der Reppisch kanalisiert, um den Hochwasserschutz zu verbessern sowie um Land zu gewinnen, welches zur Bewirtschaftung genutzt wurde. Jedoch begann man früh umzudenken, und noch bestehende naturnahe Abschnitte wurden geschützt sowie verbaute renaturiert. Eine Basis dazu stellte das Wiederbelebungsprogramm für die Fliessgewässer des Kantons Zürich dar, aber auch das Naturschutzgesamtkonzept. Dieses wurde am 20. Dezember 1995 vom Kanton festgesetzt und beurteilt die Reppisch als eines der ökologisch wertvollsten Fliessgewässer im Kanton Zürich.

Der Kanton erwarb angrenzende Parzellen auf einer Länge von 10 Kilometern, um diesen Abschnitt zu revitalisieren. 2007 wurde bei Birmensdorf im Zuge des Baus der Westumfahrung Zürich zur Ausgleichsmassnahme ein 400 Meter langer Flussabschnitt renaturiert. Von 2007 bis 2009 wurde schliesslich auch noch der letzte übrig gebliebene stark begradigte Abschnitt aus der Melioration auf einer Länge von 1,5 Kilometern renaturiert.

Flora Das Reppischtal besitzt das wahrscheinlich reichhaltigste Angebot von natürlichen Pflanzengesellschaften im schweizerischen Mittelland. Die an den Fluss angrenzenden Albishänge im Landschaftsdenkmal Albiskette-Reppischtal sind gekennzeichnet durch montanen Rotbuchenwald, in trockenen und feuchten Untergesellschaften sind es Eichen-Hainbuchen-Wälder. Auch submontaner Ahorn-Eschenwald, Bacheschenwald, eibenreicher Steilhang-Buchenwald und Pfeifengras-Föhrenwald kommen vor. Auf kleinere Gebiete begrenzt, kommen sumpfige Föhrenwälder und staudenreiche Schwarzerlenwälder vor. Dazu kommen zahlreiche Glazialrelikte vor, von welchen vor allem, durch ihr häufiges Auftreten bedingt, die Bergföhre zu erwähnen ist. Weiterhin lassen sich im Landschaftsdenkmal etwa 28 verschiedene Orchideen-Arten finden.

An der Reppisch werden durch gezielte Eingriffe überalterte Standorte verjüngt, dabei werden alte und markante Einzelbäume wie Eichen, Silber-Weiden, Schwarz-Erlen und die für die Reppisch charakteristischen Kopfweiden jedoch verschont. Dies kommt auch mehreren Vogelarten sowie anderen Tierarten zugute.

Probleme hingegen machen das Drüsige Springkraut, die Kanadische Goldrute, das Berufkraut sowie die Acker-Kratzdistel, welche sich als Neophyten im Reppischtal ausgebreitet haben. Vereine haben sich diesem Problem angenommen, und so wurden zum Beispiel vom Gemeindeverein Stallikon eine Bekämpfungsaktion durchgeführt, um die Artenvielfalt des Tales zu schützen.

Fauna Wie die Flora ist auch die Fauna im Vergleich zum übrigen Mittelland relativ hoch. So zeigen im Landschaftsdenkmal Albiskette-Reppischtal vor allem die Reptilien, die Vögel sowie die Insekten ein breites Artenspektrum, letztere natürlich auch begünstigt durch das vielfältige Vorkommen von verschiedenen Orchideen-Arten.

Der Fluss ist unter anderem Lebensraum für Libellen, für das Bachneunauge sowie für den Groppen, aber auch für Amphibien, darunter den Feuersalamander. Von den Vogelarten sind vor allem der Eisvogel, die Bergstelze sowie die Wasseramsel am Fluss und an den Seitenbächen sowie der Kolkrabe in den umliegenden Wäldern zu erwähnen. An der Reppisch und an der Limmat sind seit 1991 drei Brutplätze des Eisvogels nachgewiesen, und 2001 brütete ein Eisvogel-Paar an der Reppisch in der Gemeinde Urdorf.

Ausserdem haben hier, wie im Mittelland nicht ungewöhnlich, Wildschweine ihren Lebensraum, aber auch der Eurasische Luchs wurde schon beobachtet.

Naturschutz