mini|Friars’ Carse Friars Carse ist ein Landhaus etwa zwei Kilometer südwestlich von Auldgirth. Es steht abseits der A76 etwa neun Kilometer nordwestlich von Dumfries in der schottischen Council Area Dumfries and Galloway. Das Anwesen liegt am Westufer des Flusses Nith und ist wegen seiner engen Verbindung zu Robert Burns bekannt, der eine Zeitlang auf der nahegelegenen Ellisland Farm lebte. Das Landhaus gilt nicht als historisches Bauwerk, sehr wohl aber die Stallungen und die Einsiedelei, die Historic Scotland als historische Bauwerke der Kategorie B gelistet hat.
Haus und Anwesen mini|links|Friars Carse 2009 Das heutige Landhaushotel ist 1873 im Scottish Baronial Style aus verkleidetem roten Sandstein von den Architekten Barbour und Bowie um ein früheres Haus herum gebaut und von denselben Architekten 1905–1909 erweitert worden. Das Hauptgebäude im Südosten hat eine komplexe, breite Frontfassade und schließt einen eigentümlichen Rundturm ein, der einen rechteckigen Aufsatz hat. Ein Wappen von 1598 wurde 1909 in den Eingangsturm eingebaut. Das Haus besitzt eine Eingangshalle und ein Snookerzimmer mit schöner Holzverkleidung sowie ein elegantes Treppenhaus und 21 Schlafsuiten. Es liegt inmitten eines Parks und lichten Waldes von 18,2 Hektar Fläche.
Der Name „Friars Carse“ ist von einer mönchischen Siedlung abgeleitet, die in der Nähe von den Zisterziensermönchen von Melrose Abbey im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Carse Loch ist ein nahegelegener See und diente den Mönchen einst als Fischweiher; sein Crannóg diente bei Überfällen oder Kriegen als Versteck für Wertgegenstände. Die heutige Schreibweise mit oder ohne Apostroph ist eine Version der älteren Schreibweise „Carse of the Friars“.
Im 16. Jahrhundert gab es hier einen Turm mit Caphouse, umgeben von einer gut sichtbaren Brüstung (siehe Gravierung). Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dieser um Wohngebäude mit Staffelgiebeln und einen Burghof erweitert. 1771 ließ Robert Riddell die alten, ruinösen Gebäude abreißen, um für ein neues Landhaus Platz zu schaffen. Frances Grose schrieb auf, dass bei seinem Besuch 1789 das Refektorium der Mönchen mit seinen 2,43 Meter dicken Mauern und seinem 3,65 Meter breiten, offenen Kamin noch stand.
Die Stallungen und Beech Cottage Diese Nebengebäude stammen hauptsächlich vom Anfang des 19. Jahrhunderts, aber die südöstliche (Haupt-)Gebäudeflucht wurde um 1873 umgebaut und ein zweistufiger Turm aufgesetzt. Die Stallungen bestehen aus vier ebenerdigen Gebäudeteilen, die um einen quadratischen Hof angelegt sind. Die Durchfahrt unter dem Turm ist mittig angeordnet und es gibt ein Taubenhaus mit Giebeln.
Die Riddells mini|Robert Riddells Grab auf dem Friedhof der Dunscore Old Kirk mini|links|Ein Hochzeitsstein der Familie Riddell von 1598, der heute in einer Mauer der Beech Cottage an den Stallungen von Friars Carse eingebaut ist. Im 17. Jahrhundert kaufte William Riddell, Sohn eines Baronets aus Nova Scotia, aus Roxburghshire die Ländereien von Friars Carse. Die älteren Gebäude wurden durch ein einfacheres Landhaus im georgianischen Stil namens Glenriddell ersetzt. Dieses Landhaus ließ Robert Riddell (oder Riddel), Freund und Förderer des Dichters Robert Burns (1759–1796) bauen.
Mackay notierte, dass Walter Riddell aus Newhouse, Großvater von Robert Riddell, seine Base Anne heiratete und durch sie das Anwesen Glenriddell erbte, das ihre Familie seit der Zeit der Reformation und der damit verbundenen Säkularisation der Ländereien der Melrose Abbey besaß.
Nach Robert Riddells Tod 1794 hätte sich dessen Witwe damit einverstanden erklären können, dass das Anwesen an Walter Riddell, ihren Schwager fiel, der nach dem letzten Willen seines Bruders kaum eine Jahrespacht hätte zahlen musste, um das Anwesen zu erhalten. Roberts Witwe aber hasste Walter Riddell so sehr, dass sie sich weigerte, dieses Legat zu erfüllen, und so wurde das Anwesen an einen Käufer außerhalb der Familie vergeben. Walter Riddell war selbst reich, da er Vermögen in Amerika besaß. Er war mit der Dichterin Maria, geb. Banks Woodley, in Antigua verheiratet und benannte sein neues Anwesen ihr zu Ehren.
Dr. James Crichton mini|links|Friars Carse in den 1840er-Jahren mini|Friars Carse um 1800 Ein Captain Smith war der Käufer von Glenriddell und er verkaufte das Anwesen wiederum an den Provost John Crichton aus Sanquhar, Bruder von John Crichton, der es 1809 für sich selbst kaufte. Haus und Anwesen waren so für Dr. James Crichton (1765–1823) gekauft worden, der sein Vermögen mit der East India Company im Handel mit China gemacht hatte und in Kanton lebte. 1812 zog er in das Landhaus ein und änderte dessen Namen von „Glenriddell“ wieder in „Friars Carse“. Er starb hier 1823. Seine Witwe, Elizabeth Grierson, blieb in Friars Carse, bis sie 1862 verstarb. Das Crichton Royal Hospital in Dumfries wurde von ihr mit einem Vermächtnis von 100.000 £ zu Ehren ihres verstorbenen Gatten oder nach anderen Quellen von Dr. Crichton selbst gegründet.
Die Nelsons Elizabeth Grierson aus Lag, Crichtons Witwe, verkaufte das Anwesen an Thomas Nelson aus Carlisle, der als Ingenieur beim Bau der Forth Bridge beschäftigt gewesen sein soll. Nelson ließ das Landhaus beträchtlich erweitern, der interessanteste Teil des alten Gebäudes, das Whistle-Zimmer, aber blieb erhalten. An der Einsiedelei ließ er in Anerkenntnis von Robert Burns Interesse an dem Handwerk Maurerzeichen anbringen. Die beiden Fenster in der Haupthalle zeigen einen Anker und Ketten, die die Verbindung des Besitzers mit der Forth Bridge anzeigen.
Die Crichton Royal Institution 1895 wurden die Treuhänder der Crichton Royal Institution Eigentümer von Friars Carse mit 189 Hektar Grund. Das Landhaus wurde ein Sanatorium in Zusammenhang mit der Behandlung Geisteskranker. Es diente als Sommerresidenz für ausgesuchte, zahlende Patienten, hauptsächlich Aristokraten und sogar Mitglieder der königlichen Familie. Mittellose, „arme“ Patienten wurden dort auch einquartiert, allerdings als Diener. Die Direktoren der Crichton Royal Institution verkauften das Anwesen 1908 für 21.150 £.
Die Post Office Fellowship of Remembrance Nachdem das Anwesen eine Zeitlang Mr Charles Wedderburn Dickson gehört hatte, der das Landhaus nochmals erweitern ließ, verkaufte es seine Witwe an die Bryn Asaph Ltd, eine Mitarbeiterorganisation der Postämter, und es wurde ihr Erholungsheim und Gästehaus in Erinnerung an die Männer und Frauen der Postämter, die in den beiden Weltkriegen starben. Der Post Office Fellowship of Remembrance (POFR Ltd) gehört das Anwesen noch heute.
Frühere Geschichte mini|Friars Carse 1797. Wilson gibt an, dass diese Darstellung eine fantasievolle Abbildung von Alexander Nasmyth sei. mini|links|Der alte Gerichtshügel Es steht geschrieben, dass die Ländereien von Carse um 1215 von Affrica, einer Tochter von Edgar, an die Melrose Abbey gegeben wurden. Edgar war der Sohn von Dunevald und Enkel von Dunegal of Stranith. Edgar besaß diese Ländereien unter König Wilhelm dem Löwen. Eine Grangie der Zisterziensermönche könnte in der Nähe existiert haben, wie der Name „Grange Mill“ nahelegt. Abt Andrew verpachtete die Ländereien der Abtei 1536, wobei er die £-4-Ländereien von Freirkers und ihre Grange Mill zusammen mit dem begrenzten Mühlenzwang der £-36-Ländereien von Dalgonar und anderen Ländereien an John Kirkpatrick aus Ellisland vergab. 1565 hielten Thomas Kirkpatrick und seine Gattin, Janet, geb. Gordon, das Anwesen.
Nach der Reformation vergab der Commendator das Anwesen an den Laird von Elliesland oder Allisland, eine Nebenlinie der Kirkpatricks von Closeburn. Die Kirkpatricks ließen das Tower House von Freerscarss an dieser Stelle, wie Timothy Pont auf seiner Karte von Nithsdale von 1595 vermerkte. Francis Grose schrieb auf, dass die alten Mauern des Refektoriums 2,4 Meter dick und der offene Kamin 3,6 Meter breit waren als dieses 1773 abgerissen wurde, um Platz für das Landhaus zu schaffen.
In der Nähe des Hauses befand sich ein See, der Fischweiher der Klosterbrüder. In der Mitte dieses Sees war eine künstliche Insel, ein Crannóg, aus großen Eichenbohlen und -brettern errichtet. Er diente als Versteck für die Wertsachen der Klosterbrüder während der nicht selten vorkommenden Einfälle der Engländer nach Strathnith. Als man den See abließ, fand man einen Einbaum und weitere Fundstücke.
Friars Carse war Anfang des 17. Jahrhunderts einige Zeit in Besitz der Stirlings; diese Linie endete mit Jean Stirling, einer Erbin, die John Maxwell aus Templand heiratete. Von dieser Linie kauften die Riddells das Anwesen 1737. Vor 1647 hatte ein Kaufmann namens John Irving Friars Carse erworben und es fiel nach der Erbfolge an die Maxwells und schließlich an die Riddells, wie oben dargestellt, wobei eine Kompensation von 1500 £ an die Maxwells gezahlt wurde.
Friars Carse fiel 1634 von den Kirkpatricks an die Maxwells von Tynwald und von ihnen an eine Nebenlinie der Lords of Maxwell, die Familie Barncleugh. Die Riddells von Glenriddell erhielten das Anwesen von Barncleughs im Jahre 1784.
Ein Kreuz aus dem 9. oder 10. Jahrhundert steht auf einem modernen Sockel auf dem Anwesen; es ist das einzige übriggebliebene Exemplar einer Sammlung verschiedener Steine, die von Captain Robert Riddell zusammengestellt und einst entlang der Auffahrt aufgereiht wurde. Einer oder mehrere davon mögen sich ursprünglich auf dem Gelände befunden haben. Francis Grose schrieb auf, dass sich Steine von den nahegelegenen Burgen Lag Castle und Morton Castle einst in der Sammlung befunden hätten. Im Stein aus Lag Castle waren die Initialen „I. G.“ und die Wappen der Griersons, insbesondere drei Kissen in der Mitte eines Sterns eingeritzt. Robert Riddell ging so weit, dass er die Imitation eines Steinkreises aus der Bronzezeit aus verwitterten Steinen anlagen ließ. Dieser Kreis hat 38 Steine, von denen alle bis auf drei stehen; einer davon befindet sich in der Mitte und einer direkt westlich des Steinkreises. Die Anlage wurde „Templewood“ genannt.
Die Ländereien von Carse gehörten im 14. Jahrhundert Red Comyn und fielen nach dessen Ermordung an König Robert the Bruce.
Nördlich von Friars Carse liegt ein Gelände, auf dem der römische General Gnaeus Iulius Agricola nachweislich ein Lager hatte anlagen lassen.
Kulturgeschichte Robert Burns lebte von 1788 bis 1791 in der nahegelegenen Ellisland Farm. Burns wurde vermutlich von seinem Freund und Vermieter Patrick Miller aus Dalswinton Captain Robert Riddell und seiner Gattin, Elizabeth, geb. Kennedy, aus Manchester vorgestellt. Im September 1788 komponierte er The Day Returns als Dank an Riddell und seine Gattin; der kommentierte: „Vor ihrem Kamin habe ich mehr angenehme Abende verlebt als in allen Häusern modischer Leute in diesem Land zusammengenommen.“ Robert Riddell hatte im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft und war ein vollendeter Komponist und Musiker sowie Altertumsforscher.
Im April 1791 stellte Burns eine Sammlung seiner Gedichte für Robert Riddells Bibliothek fertig, die als „Glenriddell Manuscripts“ bekannt wurde. Sie wurde später an Burns zurückgegeben.
Burns besuchte Wanlockhead im Januar 1792, um Bleiminen zu erforschen. Er wurde von Maria Riddell, Robert Riddels Schwester, begleitet. Sie nahmen ihr Frühstück in Sanquhar ein und nahmen dann die Chaise zu den Minen. Sie gingen ein gutes Stück in die Minen hinein, wo sie der Dunkelheit, der Feuchtigkeit und der Enge widerstanden, aber sie mussten dann doch umkehren, weil Burns die schlechte Luft als sehr qualvoll empfand. Burns schrieb über diesen Besuch nichts auf, aber Maria erwähnte die Details in einem Brief.