mini|Kunsthaus Hamburg (2006) Das Kunsthaus Hamburg ist ein Zentrum für zeitgenössische Kunst, gelegen zwischen Hauptbahnhof und Deichtorhallen. Es wurde 1962 von der Kulturbehörde Hamburg gegründet und widmet sich in wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen internationalen sowie lokalen Positionen aktueller bildender Kunst. Seit 2024 ist es Trägerinstitution des Projekts Stadtkuratorin Hamburg.
Programm Das Kunsthaus Hamburg versteht sich als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst und darüber hinaus als Diskussionsort für aktuelle gesellschaftsrelevante Fragestellungen. Neben den jährlich fünf bis acht wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen bildender Kunst und angrenzender Disziplinen finden hier Künstlergespräche, Vorträge, Symposien, Lesungen, Filmvorführungen und andere Veranstaltungen statt. Dabei stehen die Förderung jüngerer zeitgenössischer Künstler sowie der Bezug zu historischen Positionen der Stadt im Fokus. Die wesentliche Aufgabe besteht heute darin, die ursprüngliche lokale Ausrichtung des Hauses in einen internationalen Kontext der Gegenwartskunst zu stellen. Neben internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen bietet das Kunsthaus Hamburg jährlich einen Überblick der aktuellen, lokalen Nachwuchsszene mit der Präsentation der Bewerber des Hamburger Arbeitsstipendiums sowie mit der Jahresausstellung des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg. Von 2007 bis 2019 wurden im Kunsthaus Hamburg die Preisträger des Kunstpreis Finkenwerder, einem der höchstdotierten Kunstpreise Europas, ausgestellt. Zu den Preisträgern zählten unter anderem Edith Dekyndt, Georges Adéagbo, Christian Jankowski, Ulla von Brandenburg, Daniel Richter oder Candida Höfer.
Geschichte Gründung Im Jahr 1962 von der Kulturbehörde Hamburg gegründet, wurde das Kunsthaus Hamburg 1963 mit der Ausstellung „Hamburger Malerei von 1912 bis heute“ vom Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg (BBK) eröffnet.D. G. Reiß (Hrsg.): 1. Reihe – 50 Jahre Kunsthaus. ACCEDO Verlag, München 2013. S. 6. Ursprünglich war der Verein Träger des Hauses und bot den Hamburger Gegenwartskünstlern einen neuen und eigenen Ausstellungsort. Das Kunsthaus befand sich zu dieser Zeit in einem im Bauhaus-Stil vom Architekten Paul Seitz entworfenen Gebäude am Ferdinandstor, wo heute die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle steht. Es war über einen Glasgang mit dem Kunstverein in Hamburg verbunden.D. G. Reiß (Hrsg.): 1. Reihe – 50 Jahre Kunsthaus. ACCEDO Verlag, München 2013. S. 18.
Umzug Anfang der 1990er Jahre musste das Kunsthaus Hamburg sowie auch der Kunstverein in Hamburg dem Neubau der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle weichen: der Gebäudekomplex wurde abgerissen und das Kunsthaus Hamburg zog gemeinsam mit dem Kunstverein in Hamburg 1993 in die Räumlichkeiten der ehemaligen Markthallen am Klosterwall 15. Aufgrund von Sanierungsmaßnahmen steht 2027 ein erneuter, temporärer Umzug der Institution an.
Seit 1993 Nachdem das Kunsthaus Hamburg 2002 in eine gemeinnützige GmbH überführt wurde, bekam die Institution eine neue Struktur. Eine eigenständige Geschäftsführung wurde eingesetzt und der Berufsverband Bildender Künstler wurde Hauptgesellschafter. Weitere Gesellschafter wurden die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e. V., der Verein Neue Kunst in Hamburg und anfangs die Lichtwark-Gesellschaft, später der Medienunternehmer Frank Otto. Die Geschäftsstelle des Berufsverbands Bildender Künstler*innen befindet sich im Kunsthaus Hamburg, er zeigt dort jährlich eine Jahresausstellung und organisiert weitere Veranstaltungen.
Das Kunsthaus Hamburg ist eine wichtige Anlaufstelle für Hamburger Künstlerinnen und Künstler. Der Verein Ateliers für die Kunst e. V. (AfdK), der Arbeitsräume für Hamburger Künstler vermittelt, hat sein Büro seit 1993 ebenfalls in den Räumen des Kunsthauses Hamburg.
Nach 9 Jahren Amtszeit von Katja Schroeder hat Anna Nowak die Leitung des Kunsthauses Hamburg im Jahr 2023 übernommen.
Vorherige Leiter des Kunsthauses Hamburg waren Ruth Dunckelmann (1963–1986), Petra von der Osten-Sacken (1986–1989), Doris Cordes-Vollert (1989–1992), Rita Baukrowitz (1992), Claus Mewes (1993–2013) und Katja Schroeder (2014–2023).
Ausstellungen Auswahl aus der kompletten Ausstellungsübersicht: 2026 Yalda Afsah – Temper Melike Kara – Whispers Daniel Hopp – Fictional Healing 2025 Nicholas Odhiambo Mboya – Utopia – Dystopia From the Cosmos to the Commons – Between Stars and Signals Over Land and Sea 2024 Politics of Love Dance, Dance, Revolution Lila-Zoé Krauß – [After her Destruction] Jakob Spengemann, Akinori Tao – While We’re Gone Sam Vernon | Alter-Reservoir Rosanna Graf – Ordinary Women – Carrier Bags of Friction
2023 Once in a Blue Moon SPEAKING BACK Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt
2022 Leyla Yenirce – SO MUCH ENERGY Sand !Hū Sand Formafantasma: Seeing the Wood for the Trees LO(L) – Embodied Language
2021 Carlos León Zambrano – Eine Sekunde zuvor from creatures to creatures Ilana Harris-Babou: Reines Vergnügen
2020 Melanie Bonajo, Madison Bycroft, Anne Duk Hee Jordan – Making Kin! Véréna Paravel & Lucien Castaing-Taylor: Ah humanity!
2019 hybrID Me at the zoo Die Diskreditierten – Lesen ohne Atomstrom zu Gast im Kunsthaus Hamburg Goutam Ghosh – Reptiles Edith Dekyndt – The White, The Black, The Blue
2018 Shirana Shahbazi – Objects in Mirror Are Closer than They Appear Flaka Haliti – Here – Or Rather There Is Over There
2017 Tejal Shah – UNBECOMING Georges Adéagbo – À la rencontre de l’art (Kunstpreis Finkenwerder) Ida Ekblad – Diary of a Madam
2016 Bani Abidi – Exercise in Redirecting Lines ...und eine welt noch – Hanne Darboven im Kontext zeitgenössischer Kunstproduktion
2015 Khalil Rabah – Scale Models Christian Jankowski – Überlieferte Kunstgeschichte (Kunstpreis Finkenwerder)
2014 Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking (in Kooperation mit Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e. V.)
2013 „freedom roads!“ – Koloniale Straßennamen / Postkoloniale Erinnerungskultur Ulla von Brandenburg – Shadowplay (Kunstpreis Finkenwerder) Nachtmahre und Ruinenengel. Hamburger Kunst 1920 bis 1950 „Die Reform der Großstadtkultur. Das Lebenswerk Fritz Schumachers (1869–1947)“ (Eine Ausstellung des Fritz-Schumacher-Instituts)
2012 Jan Meyer-Rogge
2011 Thorsten Brinkmann (Kunstpreis Finkenwerder)
2009 Daniel Richter (Kunstpreis Finkenwerder) Friedrich Einhoff – Retrospektive Clivia Vorrath – linea clivia In den Tod geschickt. Die Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg 1940–1945. (In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg)
2007 Candida Höfer (Kunstpreis Finkenwerder)
2008 Alicja Kwade, Stefan Panhans
2006 Ai Weiwei und Lu Hao – Chinascapes (in Kooperation mit Sammlung Sigg) KP Brehmer. Xu Jiang. Wu Shan Zhuan. Shan Fan – Far West
2001 Wols. Aquarelle, Zeichnungen und Notizblätter
1999 Jochen Lempert – 365 Tafeln zur Naturgeschichte
1995 Rolf Rose
1994 Aby Warburg, Mnemosyne-Atlas – Bilder aus dem Warburg Institute, London
Weblinks
Offizielle Website des Kunsthauses Hamburg
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstmuseum in Hamburg Hamburg Hamburg Kategorie:Hamburg-Hammerbrook Kategorie:Museumsgründung 1962