Der Mount Elgon ist ein erloschener Vulkan an der Grenze von Uganda im Westen und Kenia im Osten. Sein Krater hat einen Durchmesser von etwa 12 Kilometern. Er wurde nach der Volksgruppe der Elgonyi (auch Kony) benannt, die bis in das 20. Jahrhundert an der Südseite des Berges lebten, nach anderer Quelle von der nachfolgenden Bezeichnung durch die Massai. Bei den Massai in Kenia heißt er Ol Doinyo Ilgoon, bei den Bagisu auf der ugandischen Seite Masaba oder Masawa.

Etymologie Der Name Mount Elgon leitet sich von der Bezeichnung Ol Doinyo Ilgoon oder ElgonyiPeter H. Molnar: Mount Elgon volcano, Africa. Artikel der Encyclopedia Britannica. Abgerufen am 25. Januar 2023 durch die Massai ab, was übersetzt Brustberg bedeutet.Mount Elgon. Abgerufen am 26. Januar 2023

Lage Der Mount Elgon gehört zu den höchsten Bergmassiven Ostafrikas. Er liegt 100 km nordöstlich des Victoriasees. Trotz seiner Höhe beträgt die Hangneigung im Durchschnitt nur etwa 4 Grad. Ökologisches Forschungsprojekt, durchgeführt 1996 und 1997 Das Berggebiet hat eine Ausdehnung von 80 km von Norden nach Süden und 50 km in Ost-West-Richtung. Die internationale Grenze verläuft entlang des Flusses Suam, der nach Nordosten abfließt, und des Lwakaka, der nach Süden fließt und bis nahe Tororo die Grenze bildet. mini|Der Gipfel des Wagagai, des höchsten Gipfels des Mount Elgon, Uganda, 2010 mini|Koitobos-Gipfel in Kenia

Seine fünf Hauptgipfel sind Wagagai (4321 m), in Uganda Sudek (4302 m), in Kenia Koitobos (4222 m), in Kenia Mubiyi (4211 m) Masaba (4161 m)

Geologie Er ist der älteste der zum Großen Afrikanischen Grabenbruch gehörenden Vulkane. Der Mount Elgon entstand im Miozän, sein letzter größerer Ausbruch geschah vor etwa 12 Millionen Jahren. Seit 3 Millionen Jahren ist er nicht mehr ausgebrochen. Damals trat hauptsächlich flüssige Lava aus, die für die heutige, flach ansteigende Form des Schildvulkans verantwortlich ist. Moränen am Gipfel, die bis auf 3500 Meter Höhe herabreichen, und kleine Kraterseen weisen darauf hin, dass der Berg im Pleistozän (vor 1,5 Millionen Jahren) von Gletschern bedeckt war.Penny Scott: From Conflict to Collaboration: People and Forests at Mount Elgon Uganda. Union Internationale pour la Conservation de la Nature et de ses Ressources, Gland (Schweiz) 1998, S. 9. Vor rund 24 Millionen Jahren brach der Vulkan zum ersten Mal aus.Uganda Wildlife Authority: Mount Elgon. World’s Largest Mountain Caldera. Abgerufen am 25. Januar 2023. Das Gestein besteht hauptsächlich aus Phonolith.

Der Mount Elgon war einst der höchste Berg Afrikas und übertraf den Kilimandscharo mit seinen 5895 m bei weitem. Jahrtausendelange Erosion hat seine Höhe auf 4321 m reduziert und ihn auf den vierthöchsten Gipfel Ostafrikas und den achthöchsten des afrikanischen Kontinents zurückgestuft.

Mit 4000 km² hat der Mount Elgon die größte vulkanische Basis der Welt. Er ist der älteste und größte alleinstehende Vulkanberg Ostafrikas. Seine gewaltige Form mit einem Durchmesser von 80 km erhebt sich mehr als 3000 m über die umliegenden Ebenen.

Geographie mini|Sacred Lake, gleich außerhalb des Kraterrandes und unterhalb von Sudek, 1973 Außer den beiden Grenzflüssen entspringen am Mount Elgon einige weitere Flüsse, darunter an der Ostseite der Nzoia, der in den Viktoriasee mündet. Der Suam entspringt innerhalb des Kraters und strömt durch eine etwa 3500 Meter hoch gelegene, begehbare Schlucht in der Caldera. Am unteren Talausgang liegen heiße Quellen. Diese und eine weitere Schlucht auf ugandischer Seite wurden durch das abfließende Schmelzwasser der Gletscher in dem weichen vulkanischen Gestein gebildet. Der Schutzstatus für das Gebiet wird bereits durch seine wichtige Funktion als Wassereinzugsgebiet für den Turkana-See und den Kyoga-See gerechtfertigt.

Im Osten und Südosten geht das Relief auf einer Höhe von 1890 m allmählich in das kenianische Uasin-Gishu-Plateau über, doch im Westen und Nordwesten dominieren spektakuläre Klippen die 1100 m hohen Ebenen des östlichen Uganda.

Am Berg kann es besonders in höheren Regionen ganzjährig regnen, die meisten Niederschläge fallen zwischen April und Oktober. Im Norden und Osten werden 1500 Millimeter Jahresniederschlag, im Süden und Westen 2000 Millimeter gemessen. Die Böden innerhalb der Caldera und an den höher gelegenen Bergflanken bestehen überwiegend aus einer dünnen Schicht mit dunklem dauerfeuchtem Lehm, erst in tieferen Regionen finden sich humushaltige rotbraune Lehmböden, die für einen relativ intensiven landwirtschaftlichen Anbau geeignet sind.

Schutzgebiete Der sich über beide Länder erstreckende Mount-Elgon-Nationalpark ist von der ugandischen und der kenianischen Seite erreichbar, allerdings relativ kompliziert. Der Park hat in etwa eine Gesamtfläche von 1.279 km², die sich auf Kenia (etwa 169 km²) und Uganda (etwa 1.110 km²) erstrecken. Gegründet wurde der Mount-Elgon-Nationalpark zunächst 1968 in Kenia und danach 1992 in Uganda.Remo Nemitz: Mount-Elgon-Nationalpark (Kenia und Uganda). Abgerufen am 26. Januar 2023. Auf kenianischer Seite gibt es ein Bergwaldreservat (73.705 Hektar), das vom Kenya Forest Service (KFS) verwaltet wird, einen Nationalpark (16.916 ha), der vom Kenya Wildlife Service (KWS) verwaltet wird, und ein Naturreservat (17.200 ha), das von der Bezirksregierung Bungoma verwaltet wird.Enhancing Forest Landscape Restorationin Mount Elgon, Kenya. Abgerufen am 26. Januar 2023 Auf ugandischer Seite wurde 1983 das Mount Elgon Biosphere Reserve eingerichtet, das 215,147 ha umfasst.Mount Elgon Biosphere Reserve, Uganda. Abgerufen am 26. Januar 2023

Die UNESCO erklärte den Mount Elgon im Jahr 2003 zum Biosphärenreservat.Enhancing Forest Landscape Restorationin Mount Elgon, Kenya. Abgerufen am 26. Januar 2023

Sipi-Wasserfälle mini|Einer der Sipi-Wasserfälle, 2019

Fünf spektakuläre Wasserfälle, die zwischen 70 und 200 Meter hoch sind, ergießen sich nahe Budadiri von den Klippen, bekannt als Sipi-Wasserfälle.

Flora mini|Lobelia elgonensis (Synonym: Lobelia gregoriana ssp. elgonensis), 2015 mini|Dendrosenecio elgonensis, 2015 mini|Breitblättrige Steineibe (Podocarpus latifolius) im Mount Elgon National Park in Kenia, die auf ein Alter von 350 bis 500 Jahren geschätzt wird und nach Häuptling Kasis benannt ist, 2020 Insgesamt ist das Gebiet sehr reich an Tier- und Pflanzenarten. Artenreicher Tieflandregenwald ist jedoch nicht mehr vorhanden. Bis in 2500 Meter Höhe gedeiht ein gemischter Bergwald, in dem im etwas trockeneren Norden Steineiben wie die Breitblättrige Steineibe (Podocarpus latifolius), Wacholder und Ekebergia (ein Mahagonigewächs) und im Süden Prunus africana und Olea welwitschii (Gattung Ölbäume) vorherrschen. Zwischen 2400 und 3000 Meter folgen lichte Bambuswälder, die aber keinen geschlossenen Gürtel bilden. An den Nordhängen haben Rinderweiden zu einem offenen Grasland geführt.

Oberhalb von 3500 Meter beginnt die Grasvegetation mit Heidekrautgewächsen der afrikanischen Hochmoorzone. Außerhalb der Caldera sind vereinzelt Strohblumen und Lobelien zu sehen, Lobelia elgonensis ist hierbei ein Lokalendemit, eine Pflanzenart, die nur auf dem Mount Elgon vorkommt.Global Ideas.Weitsicht am Mount Elgon. Abgerufen am 26. Januar 2023 Sie wird mitunter als Unterart eingestuft, als Lobelia gregoriana ssp. elgonensis.Lobelia gregoriana ssp. elgonensis. Abgerufen am 26. Januar 2023Lobelia deckenii subsp. elgonensis (R.E.Fr. & T.C.E.Fr.) Mabb., Kew Bull. 29(3): 576 (1974). Abgerufen am 26. Januar 2023 Innerhalb der Caldera wächst ein niedriger, ausladender, Alchemilla elgonensis genannter Zwergstrauch mit holzigen Zweigen, der 15 bis 120 cm hoch wird und als ostafrikanischer Endemit nur von zwei Standorten bekannt ist.Alchemilla elgonensis Mildbr. Abgerufen am 26. Januar 2023ALCHEMILLA elgonensis Mildbr. [family ROSACEAE]. Abgerufen am 26. Januar 2023 und es fallen die Bestände an Dendrosenecio elgonensis (Synonyme: Senecio elgonensis, Dendrosenecio elgonensis subsp. elgonensis) ins Auge, eine Greiskrautart, die bis 7 m Höhe und einen Stängeldurchmesser von bis zu 30 cm erreichen kann, auch diese Pflanzenart ist ein Lokelendemit des Mount Elgon.. Abgerufen am 26. Januar 2023. Abgerufen am 26. Januar 2023

Die Mehrzahl der Pflanzenarten in der Waldzone oberhalb von 2000 m ist in der afromontanen Region zu finden und eine Reihe von Arten in dieser Zone sind auf dem Mount Elgon endemisch.Wildlife. Abgerufen am 25. Januar 2023

Projekte gegen die Bodendegradation am Mount Elgon mini|Olive Sabila Chemutai pflegt ihre Tomaten auf ihrem Hof im Dorf Kapseror im Einsatz gegen Bodendegradation, Kapchorwa, Uganda, im Jahr 2008. Das Ökosystem am Mount Elgon steht unter starkem Druck menschlicher Nutzung, was zu einer Verschlechterung und Erschöpfung der Ressourcen führt.MT. ELGON REGIONAL ECOSYSTEM CONSERVATION PROGRAMME (MERECP) APPRAISAL REPORT. Abgerufen am 26. Januar 2023 Gegen die seit den 1970er und 1980er Jahren verstärkt zu beobachtende, anthropogen bewirkte Bodendegradation wurde 1996 ein Projekt zum Schutz des Waldreservates gestartet. (PDF; 133 kB) Auf ugandischer Seite haben die ugandische Regierung und die lokalen Gemeinschaften in Zusammenarbeit mit der Norwegian Agency for Development Cooperation (NORAD) und der International Union for Conservation of Nature (IUCN) ab Beginn der 90er-Jahre das Mount Elgon Conservation and Development Project (MECDP) durchgeführt, das darauf abzielt, die Bedrohungen auf der ugandischen Seite des Ökosystems zu bekämpfen. Ebenso hat die kenianische Regierung in Zusammenarbeit mit der Königlichen Niederländischen Regierung (RNG) und der IUCN ab Ende der 90er-Jahre das Mount Elgon Integrated Conservation and Development Project (MEICDP) durchgeführt, das zum Ziel hat, die nachhaltige Bewirtschaftung des Ökosystems auf der kenianischen Seite des Berges zu verbessern.MT. ELGON REGIONAL ECOSYSTEM CONSERVATION PROGRAMME (MERECP) APPRAISAL REPORT. Abgerufen am 26. Januar 2023

Fauna mini|Ein Johnston-Ducker im Mount-Elgon-Nationalpark. Die Art sieht dem Weyns-Ducker sehr ähnlich, bleibt aber kleiner und hat einen deutlich kleineren Kopf. mini|Elgon-Frankolin (Scleroptila psilolaema elgonensis), 1893 mini|Die Kitum Cave ist vor allem wegen der Afrikanischen Elefanten bekannt, die diese Höhle zur Salzaufnahme besuchen mini|Beschreibendes Schild bei der Kitum Cave, einer vulkanischen Lavaröhre mit 160 m Länge. Sie wurde vermutlich von den Sabaot als Schutz, Versteck und für rituelle Zwecke benutzt. Sie wird auch von Elefanten und Fledermäusen genutzt.

Seit der starken Zunahme der menschlichen Bevölkerung am Mount Elgon in den 1980er Jahren sind große Tiere immer seltener geworden. Obwohl die meisten Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) und Afrikanischen Büffel (Syncerus caffer) in dieser Zeit auf der ugandischen Seite des Berges ausgerottet wurden, sind Afrikanische Büffel in den letzten Jahren regelmäßig gesichtet worden, und Elefanten wurden nahe der Grenze zu Kenia gesichtet. Auch der Leopard (Panthera pardus), eine bedrohte Art, wurde gesichtet, ebenso wie der Buschbock Tragelaphus scriptus und die Rotschwanzmeerkatze (Cercopithecus ascanius beziehungsweise Cercopithecus ascanius atrinasus), die lokal als ausgestorben galt. Die am häufigsten gesichteten Säugetierarten auf dem Berg sind die Mantelaffen (Colobus guereza) und Diademmeerkatzen (Cercopithecus mitis elgonis), Klippschliefer (Heterohyraz brucei), Antilopen und Ducker wie der Kronenducker (Sylvicapra grimmia). Es gibt eine Reliktpopulation der Afrikanische Striemen-Grasmausart Rhabdomys pumilio, die in Ostafrika nur vom Mount Elgon bekannt ist.BirdLife Data Zone