mini|hochkant=0.8|Arne Semsrott (2025) mini|Arne Semsrott (2023) Arne Semsrott (* 1988 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und Aktivist.

Leben Arne Semsrott besuchte das katholische Gymnasium Sophie-Barat-Schule in Hamburg. Während dieser Zeit schrieb er zunächst für die Schülerzeitung Sophies Welt und gründete gemeinsam mit seinem älteren Bruder Nico Semsrott, dem heutigen Kabarettisten und früheren Mitglied des Europäischen Parlaments, die Gegenzeitung Sophies Unterwelt mit, die von der Schulleitung verboten wurde. Sophies Unterwelt wurde zur besten Schülerzeitung Hamburgs und beim Spiegel-Schülerzeitungswettbewerb zur zweitbesten Schülerzeitung Deutschlands gewählt.

Das Abitur legte er 2007 am Albrecht-Thaer Gymnasium ab und arbeitet seit 2008 als freier Journalist. Zwischen 2010 und 2015 studierte Semsrott Politikwissenschaft in Berlin und Istanbul. Von 2013 bis 2017 war er Leiter des Projekts Hochschulwatch bei Transparency Deutschland. Seit 2014 ist er Projektleiter für FragDenStaat bei der Open Knowledge Foundation Deutschland. Für diese Projekte nahm er sowohl 2015 als auch 2016 den Otto-Brenner-Preis in der Kategorie Medienprojekt entgegen. Er ist Mitinitiator der Initiative OpenSCHUFA, die für den Grimme Online Award nominiert war. 2021 gründete Semsrott die Initiative Freiheitsfonds, die sich um Betroffene von Ersatzfreiheitsstrafen wegen Beförderungserschleichung kümmert. Darüber hinaus war Semsrott 2014 bis 2021 Autor bei netzpolitik.org sowie 2018 bis 2025 im Vorstand von LobbyControl.

2023 veröffentlichte Semsrott drei Beschlüsse des Amtsgerichts München aus laufenden Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder der Letzten Generation wegen des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Wegen der Veröffentlichung ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin wegen einer möglichen Verletzung des StGB gegen Semsrott; im Februar 2024 klagte sie ihn schließlich an. Da Semsrott den Paragrafen für verfassungs- und europarechtswidrig hält, nahm er eine Strafverfolgung in Kauf, um eine verfassungsrechtliche Klärung herbeizuführen. Im Oktober 2024 verurteilte ihn das Landgericht Berlin I zu einer Verwarnung mit Strafvorbehalt. Der Bundesgerichtshof bestätigte die Verurteilung im Juli 2025. Semsrott kündigte an, Verfassungsbeschwerde zu erheben.

Zum 1. Januar 2024 wurde Arne Semsrott zum Beirat des Gegenrechtsschutz der österreichischen Stiftung COMÚN bestellt.

Im Juli 2024 veröffentlichte Semsrott sein erstes Buch mit dem Titel Machtübernahme – Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren. Eine Anleitung zum Widerstand, in dem er vor der antidemokratischen Haltung rechter Politiker warnt und demokratische, dem Grundgesetz treue Möglichkeiten aufzeigt, gegen Rechtsextremisten Widerstand zu leisten.

Im September 2024 beklagte er den fehlenden Widerstand der Politik gegen die Gefahr von rechts. Es habe keine politischen Maßnahmen gegeben als Antwort auf die Proteste gegen Rechtsextremismus, die größten in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Vergleich dazu hätten „ein paar tausend“ Bauern einige Wochen zuvor mit ihren Straßenprotesten Gesetzesänderungen herbeigeführt.«Man kann sie stoppen», Tages-Anzeiger, 6. September, S. 18, Titel der Print-Ausgabe

Seit September 2025 bringen Arne Semsrott und Gilda Sahebi gemeinsam den Politik-Podcast „Gilda con Arne“ heraus.

Schriften (Auswahl)

mit Walter Palmetshofer, Anna Alberts:

mit Matthias Jakubowski: mit Matthias Jakubowski:

Weblinks

Handlungsspielräume – Das Aktionskabarett von Nico und Arne Semsrott – in: Querköpfe, Deutschlandfunk, 13. Mai 2026 (Audio, 54:38 Minuten) Tim Gerber: Ein großer Kampf. FragDenStaat Projektleiter Arne Semsrott im Interview heise magazin c’t, Mai 2024

Einzelnachweise

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