Cercles (, ) ist ein Ort und ehemalige südwestfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Cerclois und Cercloises genannt.

Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Cercles als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde La Tour-Blanche zur Commune nouvelle La Tour-Blanche-Cercles fest.

Geografie

Cercles liegt etwa 24 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 28 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 57 Kilometer nördlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Der Ort liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Buffebale, das im Norden entspringt und Julie an seinem Oberlauf genannt wird, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Cercles hat im Nordosten einen Anteil am ausgedehnten Wald Forêt de Saint-James, der bis in den angrenzenden Parc naturel régional Périgord-Limousin hinreicht. Dort befindet sich auch der topografisch höchste Punkt des Ortsgebiets mit Höhe inmitten einer Hügellandschaft mit sonstigen Erhebungen unter , die von den Tälern des Buffebale und der kleineren Wasserläufe eingeschnitten wird. Der topografisch tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südosten mit beim Austritt des Buffebale aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt auf etwa Höhe.

Umgeben wird Cercles von fünf Nachbargemeinden und einer weiteren Commune déléguée von La Tour-Blanche-Cercles:

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes wurde im 12. Jahrhundert in der latinisierten Form Circulum (1169) gegeben. Cercles hat seinen Ursprung im okzitanischen cercle, das aus dem lateinischen circulus () hervorging. Der Name kommt von der Form des Orts, an der das Dorf errichtet wurde, eher als von einem ehemaligen runden Bau.Tanet, Hordé, Seite 91

Das im 12. Jahrhundert gegründete Dorf Cercles profitiert von seiner relativ günstigen Lage im Tal und zog bereits in gallorömischer Zeit Siedler an. Tatsächlich wurden in der Gemeinde Cercles, insbesondere an der Ausgrabungsstätte Cluzeau-La Marteille, zahlreiche Spuren aus dieser Zeit gefunden: Entwässerungskanäle, Mauern, Mörtelböden, Fragmente von Dachziegeln (Tegulae) und Terra-Sigillata-Keramik.

Im 14. Jahrhundert wurde La Tour-Blanche zum Hauptort einer Kastellanei, die die Pfarreien Cercles und La Chapelle-Montabourlet sowie Ländereien aus anderen benachbarten Pfarreien umfasste und eine Enklave des Seneschalls vom Angoumois im Périgord bildete. Feudal unterstand die Kastellanei La Tour-Blanche der Jurisdiktion der Bischöfe von Angoulême. Sie gehörte zum Herrschaftsgebiet der Vizegrafen von Limoges und wurde von diesen zu einem unbekannten Zeitpunkt veräußert. 1354 gehörte sie gemeinsam zu Pierre de la Tour.

Im Mittelalter erlebte das Dorf ein bedeutendes Wachstum, wie archäologische Funde belegen, darunter sechzehn in den Kalkstein gehauene Gräber und später die Existenz eines Leprosoriums. Die Errichtung von Mühlen, zunächst im Mittelalter und dann im 18. Jahrhundert, zeugt von einer florierenden Wirtschaft und einer bedeutenden Zahl an Arbeitsplätzen.

Die heutige Gemeinde La Chapelle-Montabourlet wurde 1825 in die Gemeinde Cercles eingegliedert, jedoch im Jahre 1877 wieder in die Unabhängigkeit entlassen.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche Saint-Cybard ist die Kirche eines ehemaligen Benediktinerpriorat, das von 1142 bis zum Hundertjährigen Krieges von zur Abtei Saint-Cybard in Angoulême gehörte. Die beiden westlichen Joche aus dem 13. Jahrhundert wurden vermutlich auf den romanischen Mauern des 12. Jahrhunderts errichtet und im 16. und 17. Jahrhundert gewölbt. Die Abtei, die während der Hugenottenkriege zerstört wurde, wurde 1590 vom Mutterkloster aufgelöst. Die Kirche ist seit 1840 als Monument historique klassifiziert. Die Kapelle Notre-Dame-de-Pitié befindet sich an der Stelle des ehemaligen Leprosoriums, das nicht mehr existiert. Sie ist noch immer vom Brunnen, genannt „Les Blanquets“, umgeben, in dem die Leprakranken einst badeten. Die Kapelle, die 1700 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wurde später profaniert, Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen und zwanzig Jahre später durch den heutigen Bau ersetzt. Windmühle La Coulade am Lieu-dit Le Claud, vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet Schloss Fongrenon aus dem 17. Jahrhundert mit spätere Umbauten Herrenhaus La Bernerie aus dem 17. Jahrhundert Herrenhaus La Calonie aus dem 13. Jahrhundert mit Taubenschlag

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Gemeindeauflösung 2016 Kategorie:Commune déléguée im Département Dordogne Kategorie:La Tour-Blanche-Cercles Kategorie:Ersterwähnung 1169