Der Cup des Burgenländischen Fußballverbandes, kurz BFV-Cup genannt, ist einer von neun österreichischen Fußball-Pokalwettbewerben für Amateurmannschaften der Herren auf Verbandsebene, der vom Burgenländischen Fußball-Verband ausgerichtet und im K.-o.-System ausgetragen wird.

1935 wurde im Burgenland zum ersten Mal der Burgenland Landescup ausgespielt, der bis 1949 existierte. Von 1974 bis 1977 hieß der Pokalbewerb Burgenländische Fußballcup. Ab 1994 wurde der BFV-Cup ins Leben gerufen, der heute, gesponsert durch Raiffeisen, als Raiffeisen-Cup bekannt und ein Qualifikationsbewerb für den ÖFB-Cup ist. In der Saison 2021/22 konnte der ASV Siegendorf den Titel gewinnen.

Geschichte Anfänge bis nach dem Zweiten Weltkrieg Saison Pokal-Sieger Finalist Resultat Burgenland Landescup 1935/36 Güssinger SV SV Oberwart 4:0 u. 4:1 1936–1946 kein Bewerb 1946/47 ASV Neufeld unbekannt 1947/48 ASV Neufeld SV Antau 3:2 1948/49 ASV Neufeld SV Rechnitz 2:0 1949/50 SV Oberwart ASV Siegendorf 1:1 u. 5:1 Mitte der dreißiger Jahre wurde der erste Pokalwettbewerb auf Landesebene im Burgenland ausgetragen. Es gewann die Mannschaft aus Güssing, die die Oberwarter im Hinspiel mit 4:0 besiegten, im Rückspiel gewannen die überlegenen Güssinger mit 4:1. Nach diesem Bewerb begann der Krieg und erst nach zehn Jahren wurde im Rahmen des Bundesländer-Cups der Wettbewerb 1946 wieder eingeführt. Nachdem dieser jedoch im Zuge der Staatsliga-Reform abgeschafft wurde, entschied der BFV 1949 seinen Cupwettbewerb ebenso auf unbestimmte Zeit einzustellen. In dieser Zeit gewann der ASV Neufeld 1947, 1948 und 1949 den Pokal. 1950 konnte sich der SV Oberwart in die Siegerliste eintragen.

Fußballcup in den 1970er Jahren Saison Pokal-Sieger Finalist Resultat Burgenländischer Fußballcup 1974/75 USV Rudersdorf SV Schachendorf 3:1 u. 1:0 1975/76 USV Rudersdorf (a) SC Pinkafeld 2:2 u. 3:3 1976/77 SC Neusiedl/See ASV Siegendorf 4:1 u. 1:1 In den 1970er Jahren wurde eine Anstrengung unternommen, den Fußballpokal im Burgenland wiederzubeleben. Doch es sollten nur zu drei Austragungen kommen. In dieser Zeit konnte sich der USV Rudersdorf zwei Mal und der SC Neusiedl am See Pokalsieger sich nennen. Danach sollte der Pokal fast zwei Jahrzehnte lang nicht ausgetragen werden.

Wiedereinführung in den 1990er Jahren Saison Pokal-Sieger Finalist Resultat Burgenland-Cup 1994/95 ASV Zurndorf Gruppenspiele 1995/96 ASK Stoob SV Neuberg 2:0 1996/97 ASK Stoob SV Eberau 2:0 1997/98 SV Güssing SC Wiesfleck 1:1, 8:7 n. E. 1998/99 SC Pinkafeld ASV Deutsch Tschantschendorf 1:0 1999/2000 SV Welgersdorf FC Andau 3:2 2000/01 SV Antau SC Wiesfleck 0:0, 7:6 n. E. 2001/02 SV Rohrbrunn USC Pilgersdorf 1:1, 5:4 n. E. 2002/03 SV Markt St. Martin SC Grafenschachen 1:1, 3:2 n. E. 2003/04 SV Welgersdorf ASK Marz 4:1 2004/05 SV Markt St. Martin SV Leithaprodersdorf 0:0, 4:1 n. E. 2005/06 SV Markt St. Martin UFC Purbach 3:1 2006/07 UFC Markt Allhau SV Deutsch-Kaltenbrunn 6:1 2007/08 SC Unterfrauenhaid SC Wiesfleck 1:1, 4:1 n. E. Raiffeisen-Cup 2008/09 ASV Zurndorf SV Markt St. Martin 1:1, 7:6 n. E. 2009/10 FC Illmitz SV Stuben 3:1 2010/11 SV St. Margarethen SV Welgersdorf 1:0 2011/12 SV Heiligenkreuz SV Rechnitz 2:1 2012/13 SC/ESV Parndorf ASV Draßburg 4:1 2013/14 SC Neusiedl/See SC Ritzing 2:1 2014/15 SC/ESV Parndorf SC Ritzing 2:1 2015/16 SC/ESV Parndorf USV Rudersdorf 3:0 2016/17 SC Neusiedl/See SV Wimpassing 2:1 2017/18 ASV Siegendorf SV Neuberg 5:0 2018/19 SC Pinkafeld SV Güssing 4:2 2019/20 wegen COVID-19-Pandemie in Österreich abgebrochen 2020/21 wegen COVID-19-Pandemie in Österreich abgebrochen 2021/22 ASV Siegendorf ASV Draßburg 2:0 2022/23 SC/ESV Parndorf SC Neusiedl/See 5:2 (2:1) BFV-Cup 2023/24 ASV Siegendorf ASV Draßburg 1:1 (1:0), 4.2 i. E. 2024/25 SC/ESV Parndorf UFC Jennersdorf 4:1 (2:1) 2025/26 SV Oberwart Mattersburger SV 4:0 (1:0) Niederösterreich und Wien begannen schon in den 1980er ihren Pokalwettbewerb in der Fußballgemeinde zu etablieren und so versuche auch der BFV einen neuen Versuch Mitte der 1990er Jahre. Im ersten Pokal wurde der Bewerb in Gruppenspielen ausgespielt, die der ASV Zurndorf 1995 gewann. In den nächsten Jahren Jahr teilte das Land in die Gruppen Nord, Mitte und Süd ein und ordnet jedem Verein eine Gruppe zu. In jeder Gruppe wurde in einen K.O.-System zwei bis vier Vereine ermittelt, die dann Viertelfinale weiter im K.O.-System den Sieger des Pokals ausspielten. Der ASV Stroob konnte den neuen Bewerb zwei Mal gewinnen. In den nächsten sechs Jahren gab es sechs verschiedene Sieger: SV Güssing, SC Pinkafeld, SV Welgersdorf, SV Antau, SV Rohrbrunn und SV Markt St. Martin. 2004 wurde der SV Welgersdorf wieder Cupsieger, bevor der SV Markt St. Martin zwei Mal hintereinander den Pokal zu sich holte. Der UFC Markt Allhau trug sich 2007 in die Siegerliste ein, ebenso der SC Unterfrauenhaid 2008, bevor der SV Markt St. Martin zum vierten Mal den Cup gewann. Die nächsten fünf Jahre wurden fünf verschiedene Vereine Sieger: FC Illmitz, SV St. Margarethen, ASV Siegendorf, SC/ESV Parndorf und der SC Neusiedl am See. Der SC/ESV Parndorf konnte in den nächsten zwei Jahren seinen Erfolg wiederholen, bevor der SC Neusiedl am See wieder Pokalsieger wurde. 2018 wurde ASV Siegendorf zum zweiten Mal nach 2012 Pokalsieger. 2019 war SC Pinkafeld erfolgreich.

Bezeichnung (Sponsor) Der Cup wird seit 2008 mit einem Sponsor im Namenszug ausgetragen. Vorher war er als Burgenland-Cup bekannt: Burgenland Landescup 1935/36–1948/49 Burgenländischer Fußballcup: 1974/75–1976/77 Burgenland-Cup: seit 1994/95 der Sponsor ist im Namenszugs in Verbindung mit 'Cup': Raiffeisen-Cup: seit 2008/09–2022/23 BFV-Cup seit 2023/24

Spielmodus, Teilnehmer und Auslosung Der BFV-Cup wird im K.O.-System ausgetragen. Die Auslosung findet nach geographischen Gesichtspunkten statt. Die Vereine werden in die Gruppen Nord, Mitte und Süd eingeteilt. Falls notwendig werden auch die Untergruppe A und B für jede Gruppe gebildet. Alle Runden werden in einem Spiel entschieden. Bis zum Achtelfinale hat jener Verein Heimrecht, der in der untersten Liga spielt. Sollten beide Vereine in einer Liga spielen, hat der erstgenannte Verein bei der Auslosung Heimrecht. Ab dem Achtelfinale wird das Heimrecht gelost. Beim Finale gilt der Sieger des erstgezogenen Halbfinalspieles als Heimmannschaft, der Sieger des zweitgezogenen Halbfinalspiels als Auswärtsmannschaft. Steht es nach 90 Minuten Unentschieden wird der Sieger sofort (ohne Verlängerung) im Elfmeterschießen ermittelt.

1. Runde (Gruppe Nord, Mitte und Süd): Vorrunde (Vereine aus Burgenlandliga, II. Liga, 1. Klasse und 2. Klasse) 2. Runde: Hauptrunde (Vereine aus der Regionalliga Ost steigen ein) 3. Runde: Achtelfinale: 16 Teilnehmer 4. Runde: Viertelfinale: 8 Teilnehmer 5. Runde: Halbfinale: 4 Teilnehmer 6. Runde: Finale: 2 Teilnehmer

Die Titelträger

5 Pokalsiege SC/ESV Parndorf (2013, 2015, 2016, 2023, 2015)

3 Pokalsiege ASV Siegendorf (2018, 2022, 2024) SC Neusiedl/See (1977, 2014, 2017) SV Markt St. Martin (2003, 2005, 2006) ASV Neufeld (1947, 1948, 1949)

2 Pokalsiege SV Oberwart (1950, 2026) SC Pinkafeld (1999, 2019) SV Welgersdorf (2000, 2004) ASK Stoob (1996, 1997) ASV Zurndorf (1995, 2009) Güssinger SV (1936, 1998) USV Rudersdorf (1975, 1976)

1 Pokalsieg SV Heiligenkreuz (2012) SV St. Margarethen (2011) FC Illmitz (2010) SC Unterfrauenhaid (2008) UFC Markt Allhau (2007) SV Rohrbrunn (2002) SV Antau (2001)

Weblinks Burgenländischer Fußballverband

Einzelnachweise

Cup, Burgenland Kategorie:Sportveranstaltung im Burgenland