Gout-Rossignol (auch: Goûts-Rossignol; , ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois.
Geografie
Gout-Rossignol liegt etwa 32 Kilometer südöstlich von Angoulême, etwa 25 Kilometer südwestlich von Nontron und etwa 36 Kilometer nordwestlich von Périgueux in der Landschaft des Ribéracois am nordwestlichen Rand des Départements, im touristisch benannten Landesteils des Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Pude, die hier entspringt, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Gout-Rossignol liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum. Das Coniacium bedeckt die tiefer gelegenen Teile dieser Getreideebene, das etwas kalkhaltigere Santonium die höher gelegenen Teile oberhalb einer Höhe von etwa . Das Pude-Tal an der südlichen Grenze ist von jüngeren quartären Alluvialablagerungen bedeckt.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine kaum bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen, deren Höhen meist unter bleiben. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe im äußersten Südosten beim Lieu-dit la Buisson an der Grenze zur Nachbargemeinde La Chapelle-Montabourlet. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Westen mit Höhe beim Austritt der Pude aus dem Gemeindegebiet beim Lieu-dit Vigéreau. Das Zentrum der Gemeinde liegt oberhalb des Pude-Tals auf etwa Höhe.
Rund 89 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden genutzt, rund 11 % sind bewaldet.
Gout-Rossignol wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Gout-Rossignol Natürliche Risiken manifestieren sich in Gout-Rossignol neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände.
Auch Gout-Rossignol ist trotz relativ geringem Baumbestand der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. In etwa der Hälfte des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet von keiner Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Kategorie 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Die Gemeinde Gout-Rossignol ist das Ergebnis einer Zusammenlegung der früheren Gemeinden Gout und Rossignol im Jahre 1827, ein 1848 vorgeschlagener Trennungsvorschlag wurde nicht weiterverfolgt. Sie birgt eine Kirche mit Kuppel, die an den Einfluss der Saintonge erinnert. Weit vor ihrem Bau war das Gebiet in der gallorömischen Zeit besiedelt. Der Name von Gout ist bereits im 10. Jahrhundert in der Schreibweise Guz belegt und wurde ungefähr wie heute ausgesprochen. Danach wurde das Dorf als Goz im Jahre 1100 erwähnt, als Gots im Jahre 1365 und als Goux im 16. Jahrhundert. Die Schreibweise Gouts konkurriert heute mit der Form Gout. Der Name des Dorfes kommt vom Namen einer Ethnie, Gothos (). Er wurde an die Orte vergeben, die meistens Niederlassungen von germanischen Populationen auf dem Gebiet des Römischen Reichs waren. Es ist bekannt, dass die Wisigoten die Erlaubnis erhielten, sich im fünften Jahrhundert in Aquitanien anzusiedeln.
Der Name von Rossignol erschien in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in derselben Schreibweise wie heute. Danach erschien der Namen in einer aus dem Okzitanischen latinisierten Form Rossinholium im Jahr 1382, dann Rossinhol im 16. Jahrhundert. Das Wort repräsentiert das okzitanische rossinhol, das das vulgärlateinische °lusciniolus weiterführt und selbst aus luscinia () im klassischen Latein abgeleitet ist. Der Name der Nachtigall verbreitete sich im Sprachraum der Langues d’oïl aufgrund der Rolle, die dieser Vogel in der Dichtung der Troubadoure spielte.Siehe Tanet, Hordé, Seite 168
Auf dem Hügel des heutigen Zentrums befand sich einst ein Cromlech aus prähistorischer Zeit, der in gallorömischer Zeit als Handelsposten diente. Später kamen die Kirche und die Markthalle (im 19. Jahrhundert zerstört) dazu. Gout-Rossignol liegt am Schnittpunkt der Römerstraßen von Lyon nach Saintes und von Marseille nach La Rochelle, wichtige Transportwege für Eisen und Salz. Vor den Umwälzungen durch Landgewinnung und Straßenmodernisierung waren noch bedeutende Überreste sichtbar. Nahe dem Kreuz, am Stadtbrunnen, befand sich außerdem eine römische Villa und eine Schmiede, wie die im Boden erhaltenen Gebäudereste, Keramik und zahlreichen metallurgischen Fragmente belegen.
Vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution war Gout-Rossignol Sitz eines Erzpriestertums mit 21 Pfarreien. Im 13. Jahrhundert wurde in Soulet, 800 Meter vom entfernt, eine Kommende des Templerordens errichtet. Im 14. Jahrhundert gelangte der Ort in den Besitz des Johanniterordens. Von ihnen ist heute nichts mehr erhalten.
Das Dorf erlitt während des Hundertjährigen Krieges schwere Verluste und wurde von den englischen Truppen unter Führung des Earls of Dorset zerstört. Daher stammen die ältesten Häuser der Stadt aus dem späten 15. Jahrhundert, der Zeit des Wiederaufbaus.
Auch im 18. und 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Bauwerke. Schlösser und bürgerliche Wohnsitze wurden errichtet, die den landwirtschaftlichen Reichtum der Gemeinde widerspiegelten, die für ihren Wein und ihr Getreide bekannt war. 1825 umfassten die Weinberge von Goûts-Rossignol 939 Hektar und galten bis zur Reblausplage (Mai 1875) als „das Juwel des lokalen Weinbaus“. Das Schloss Jaurias erinnert noch heute an diese Zeit.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens in Rossignol aus dem 12. oder 13. Jahrhundert und wurde zur Zeit des Hundertjährigen Krieges mit Vorrichtungen zur Verteidigung versehen, seit 2011 als Monument historique eingeschrieben. Pfarrkirche Saint-Étienne in Gout, Neubau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Nachfolge des im 12. Jahrhundert errichteten und Mitte des 15. Jahrhunderts zerstörten Vorgängerbaus. Die verschiedenen Neubauabschnitte führten jedoch zum Verlust der meisten romanischen Überreste. Schloss Jaurias um 1770 als Ersatz für ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert von Denis Aubin de Jaurias, Musketier der königlichen Garde, errichtet Schloss La Vassaldie zwischen 1706 und 1714 erbaut, seit 1992 in Teilen als Monument historique eingeschrieben Schloss Solet Herrenhaus von Bouillaguet aus dem 18. Jahrhundert Herrenhaus von Mitounias aus dem 18. Jahrhundert Herrenhaus Eygounias aus dem 16. Jahrhundert Getreidemühle an der Pude, genannt Mühle von Soulet, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert Getreidemühle am Flüsschen Gouts, genannt Mühle von Gouts, in der Nähe des Lieu-dits Bézard, vermutlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Obergeschoss, das sich in Trümmern befand, wurde Ende des 20. Jahrhunderts als Wohnhaus komplett wiederaufgebaut. Getreidemühle an der Pude, genannt Mühle von Vigéreau, vermutlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Überbleibsel der Getreidemühle, genannt Mühle des Étang d’Issac, dem Schloss Jaurias zugehörig, dem sie Wasser zugeführte, vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Getreide- und Ölmühle an der Pude, genannt Mühle des Étang des Faures, aus dem 18. Jahrhundert Getreidemühle an der Pude, genannt Mühle von Grenouillet (Oberlauf) aus dem 18. Jahrhundert, heute als Wohnhaus umgebaut
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 98 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Gout-Rossignol erwerbstätig, entsprechend 67,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (70,3 %) höher war als bei den Frauen (63,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 12 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (8). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 7,0 % (2016) auf 12,4 % (2022).
Branchen und Betriebe 28 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Gout-Rossignol wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt28Fertigung, Bergbau und andere Industrien414,3 %Baugewerbe310,7 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1035,7 %Finanzen und Versicherungen27,1 %Immobilien27,1 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten725,0 %
Landwirtschaft Gout-Rossignol liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Buttersorten Charentes-Poitou, Charentes und Deux-Sèvres, der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 31 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 im Jahr 2000, stieg auf 24 im Jahr 2010 und sank wieder auf 23 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 25,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 1837 Hektar im Jahre 1988 leicht auf 1820 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 59,3 Hektar auf 79,1 Hektar.
Verkehr Die Departementsstraße D 12 verbindet das Zentrum von Gout-Rossignol mit La Rochebeaucourt-et-Argentine im Norden. Die zur D 708 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 708 von Nontron über Mareuil en Périgord nach Marmande über Ribérac durchquert die Gemeinde. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Gout-Rossignol mit Mareuil en Périgord und mit Ribérac.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung im 10. Jahrhundert Kategorie:Ehemaliger Weinbauort in Frankreich