mini|Straßenschild vom Engelsby-Dorf mini|Häuser von Engelsby-Dorf im Schnee (Foto 2015) Engelsby-Dorf (dänisch: Landsby EngelsbyGerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 127) ist ein Ort in Flensburg, am Rand des Osbektals, dessen einzige Straße denselben Namen trägt. Engelsby-Dorf ist zwar die dörflich erhaltene Keimzelle des Stadtteils Engelsby, gehört aber offiziell zum Stadtteil Mürwik.

Hintergrund Das Dorf Engelsby fand mit seinem Namen erstmals im Jahr 1445 Erwähnung, damals aber noch ohne den Zusatz „Dorf“, denn die Endung -by bedeutet eigentlich schon so viel wie „Dorf“ (beziehungsweise größere Siedlung). Da es sich bei „Engel“ wohl um einen Familiennamen handelt, bedeutet der Name „Engelsby“ im Ganzen dementsprechend offenbar „Engels-Dorf“. Im Jahr 1825 wohnten im besagten Engelsby gerade einmal 17 Bewohner.Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN , Artikel: Engelsby (Dorf); S. 56 Im Jahr 1840 existierten dort gerade einmal fünf selbständige Höfe und elf Katen.Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 129 Damals gehörte das Dorf noch zum Kirchspiel Adelby. Nachdem ab 1886 die aus Flensburg kommende Kreisbahn am Dorfkrug bei Windloch hielt, bauten Flensburger dort Villen, so dass dort in direkter Nachbarschaft ein „neues Engelsby“, der heutige Stadtteil Engelsby, heranwuchs.Marc Eulergerhard Nowc: 100 Jahre Eingemeindung - Die Bahn in der Engelsbyer Villa, in: Flensburger Tageblatt, vom: 18. Mai 2010, abgerufen am 21. Januar 2019Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 126

Am 1. April 1910 wurden schließlich Twedt, Twedter Holz, Fruerlund sowie das gesamte Engelsby eingemeindet.Gerhard Kraack u. a.: Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, , S. 406.Vgl. Antje Walther: 102 Jahre Engelsby - Fünf Generationen Stadtgeschichte, in: Flensburger Tageblatt, vom 29. März 2010; abgerufen am: 21. Januar 2019 Seitdem gehören das ursprüngliche Engelsby sowie das neu entstandene Engelsby inklusive Windloch zur Stadt Flensburg. Infolge der Entstehung des Stützpunktes Flensburg-Mürwik wuchs die Stadt verstärkt im Osten der Stadt. Doch das ursprüngliche Dorf Engelsby wuchs nur unwesentlich. Die Dorfstraße des alten Bauerndorfes, die zunächst schlicht „Engelsby“ genannt wurde, erhielt irgendwann nach der Eingemeindung daher den Zusatz „Dorf“.Die konkretisierte Anschrift hat offensichtlich auch den Vorteil, dass eine Verwechslung zum gleichnamigen Stadtteil ziemlich ausgeschlossen werden kann. Irgendwann im 20. Jahrhundert wurde zudem eine neue Verwaltungseinteilung eingeführt, welche dazu führte, dass Engelsby-Dorf dem Stadtteil Mürwik zugeordnet wurde und nicht dem Stadtteil Engelsby.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2, Flensburg, S. 556.Unrichtigerweise wird hin und wieder behauptet, dass Engelsby-Dorf offiziell zum Stadtteil Engelsby oder Fruerlund gehören würde. Vgl. beispielsweise: Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: Mürwik und Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 11 Bei besagter Einteilung orientierte man sich offensichtlich am Verlauf der Nordstraße, so dass man Gebiete nördlich von dieser dem Stadtteil Mürwik zuschlug.Vgl. Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 11

Besondere Gebäude Neubauten werden heutzutage im Dorfbereich nicht genehmigt, das Dorf genießt Ensembleschutz.Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 131 sowie Fördeschnack. Eine ländliche Oase in der Stadt Flensburg – Engelsby Dorf, vom: 3. Juni 2013; abgerufen am: 21. Januar 2019 Die geltende Erhaltungssatzung für Engelsby-Dorf wurde in den entsprechenden Bebauungsplan integriert.Zu den Bebauungsplänen. Weitere Satzungen, abgerufen: 24. Januar 2019

Engelsby-Dorf 1: Eine kleine, alte Reetdachkate. Möglicherweise bestand zwischen dieser und einer einst westlich gelegenen Windmühle, die zwischen 1845 und 1853 dort betrieben wurde, ein Zusammenhang.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2, Flensburg, S. 556 f. (1854 wurde die Windmühle nach Sonderburg umgesetzt.) Engelsby-Dorf 2: Der Hof gehörte 1450 einem Jes Nielsen, der ihn der Flensburger Marienkirche schenkte. Engelsby-Dorf 3: Eingeschossiges Backsteinwohnhaus, an dessen östlicher Schmalseite 1901 ein Wirtschaftsgebäude angelegt wurde. Engelsby-Dorf 5: Breitgelagertes Bauernhaus in Gestalt eines Angelner Querdielenhauses, das vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Engelsby-Dorf 7: Gehöft aus drei Gebäuden bestehend: einem Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert einem Stallgebäude, das 1908 eine Scheune ersetzte ein Wirtschaftsgebäude, das vermutlich ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2, Flensburg, S. 556 ff.Denkmalliste Flensburg Stadt Flensburg (18.03.2019) Engelsby-Dorf 9: Ein altes Reedachhaus mit geschlämmtem Mauerwerk.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2, Flensburg, S. 558 f. Engelsby-Dorf 11: Ein Hof, der offenbar schon mehrere Jahrzehnte im Besitz der Familie Mangelsen ist.Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 28 sowie Telefonbuch: Heinz-Dieter Mangelsen, Engelsby (Dorf) 11, abgerufen am: 21. Januar 2019 Der Familie Mangelsen gehörten Anfang der 1950er Jahre offenbar große landwirtschaftliche Flächen in Fruerlund, welche aber offenbar, zumindest zum Großteil, damals verkauft wurden, um anschließend überbaut zu werden.Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 28

Verschiedenes Im Hochsommer erblühen die Pflanzen in den Bauerngärten des Dorfes Engelsby. Rundum das Dorf herum wachsen dann Getreidefelder.Flensburger Tageblatt: Mit der Bahn kam Schwung ins Dorf, vom: 1. April 2010; abgerufen am: 21. Januar 2019 Die Osbek entspringt bei Engelsby-Dorf.Flensburger Osten: Manifest für das offene Osbektal, vom: 7. Februar 2011; abgerufen am: 21. Januar 2019 Am Rand von Engelsby-Dorf beginnt der Engelsbyer Weg der durch das Osbekttal zum Ansgarviertel und Klosterholz führt. Seit 2014 ist der Bereich Engelsby-Dorf Teil des innerstädtischen Wanderweges Grünes Hufeisen. Der Wanderweg führt vom Ballastkai hinauf durchs Lautrupsbachtal bis zum Bereich Engelsby-Dorf. Von dort führt er über den Engelsbyer Weg ins Osbektal, um schließlich bei Sonwik zu enden.Flensburger Tageblatt: Grünes Hufeisen: Pracht auf den zweiten Blick, vom: 8. Mai 2014; abgerufen am: 4. Juli 2020Flensburger Tageblatt: Landschaft: Die Jäger des verlorenen Hufeisens, vom: 26. Juli 2016; 4. Juli 2020 Der Begriff Alt-Engelsby bezeichnet im engeren Sinne das ursprüngliche Engelsby, also Engelsby-Dorf. Da die Gebäudesubstanz an der Engelsbyer Straße, die nach der Einrichtung der Kreisbahn entstand, mittlerweile ebenfalls als alt gilt, wird diese teilweise ebenfalls zu Alt-Engelsby gezählt, jedoch nicht zu Engelsby-Dorf.Beispielsweise im Buch der Interessengruppe Alt-Engelsby: Alt-Engelsby: Bewohner erinnern sich; aus der Geschichte des Flensburger Stadtteils. Flensburg: Jung, 2002 Anfang der 2000er Jahre näherte sich die Bebauung von Fruerlund dem Engelsby-Dorf., abgerufen am: 21. Januar 2019 Im Zuge des Baus der Osttangente (um 2006) erhielt Engelsby-Dorf einen hohen Lärmschutzwall. mini|Lärmschutzwall an der Nordstraße bei Engelsby-Dorf

Literatur Interessengruppe Alt-Engelsby: Alt-Engelsby: Bewohner erinnern sich; aus der Geschichte des Flensburger Stadtteils. Flensburg: Jung, 2002

Einzelnachweise

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