Die Sösetalsperre (Sösestausee) ist eine Talsperre im niedersächsischen Teil des Harzes bei Osterode am Harz.

Geschichte Die Sösetalsperre wurde als erste Talsperre der Harzwasserwerke 1928 bis 1931 an der Söse gebaut und dient der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der Stromerzeugung. Sie war bei ihrer Einweihung 1931 der größte Trinkwasserstausee Deutschlands. Der Bau der Talsperre kostete damals 14,7 Millionen Reichsmark. Betreiber sind die Harzwasserwerke. 1933 begann der Bau einer Fernwasserleitung von der Sösetalsperre, deren nördlicher Ast bis nach Bremen reicht. Heute werden eher Städte und Kommunen im Raum Hildesheim und Hannover versorgt. Seit 1980 erhält auch die Stadt Göttingen Trinkwasser aus der Talsperre.

Staudamm Der Staudamm ist ein Erddamm mit einem mittigen Betonkern und Lehmdichtung. Das Wasserkraftwerk, das zur Abdeckung von Spitzenlasten dient, hat eine Leistung von 1,58 MW und ein jährliches Arbeitsvermögen von 2,8 GWh.Wasser mit Energie Infobroschüre der Harzwasserwerke GmbH, Seite 12, abgerufen am 20. Juli 2025 Die Hochwasserentlastungsanlage (Überlauf) ist am südlichen Übergang vom Damm zum Hang platziert.

Vorsperre Die Talsperre verfügt über eine Vorsperre, die durch einen 350 m langen und 18 m hohen Dammsiehe Schautafel gebildet wird und einen Stauraum von 0,75 Mio m³ hat. In der Vorsperre sollen eventuell im Zulauf befindliche Partikel sedimentieren. Außerdem gibt es noch ein Ausgleichsbecken unterhalb der Hauptsperre mit einem 10 m hohen Damm, welches eine eventuell durch Talsperren-, Kraftwerks- und Wasserwerksbetrieb unregelmäßige Abgabe von Wasser aus der Talsperre in das Unterwasser vergleichmäßigen soll.

Seit dem März 2023 wird die Vorsperre aufwendig saniert. Die mehr als 30 Millionen Euro teure Sanierung sollte eigentlich im Sommer 2025 abgeschlossen sein.Osterode: Sösetalsperre wird aufwendig saniert auf NDR Radio & TV - Niedersachsen, 14. Juni 2023, abgerufen am 6. August 2023. Die Arbeiten verzögerten sich aber durch hohe Zuflüsse während des Bauverlaufes. 2026/27 soll die Großbaustelle, die während des laufenden Betriebs der Talsperre betrieben wurde, fertig sein. Sie ist eine der größten Investitionen der Harzwasserwerke.Michael Paetzold: Wann ist der Vorstau der Sösetalsperre fertig? In: Harz Kurier Nr. 296 vom 20. Dezember 2025.

Freizeit Angeln und Wandern sind möglich. Der Rundwanderweg ist 9 km lang. Früher befand sich an der Hauptstaumauer eine Ausflugsgaststätte, die jedoch mittlerweile abgebrochen wurde. Ein an der Nachsperre angesiedelter Campingplatz wurde um 2006 aufgegeben und ist inzwischen weitgehend renaturiert.

Fischfauna Die Sösetalsperre ist ein Mischgewässer mit Bach- und Seeforellen, Äschen,aus den einmündenden Bächen eingewandert Hechten, Zandern, Flussbarschen, Karpfen, Schleien und Weißfischen. Sie zählt wegen ihrer kapitalen Hechte und Barsche mit zu den besten Raubfischgewässern Niedersachsens. Da der Stausee für die Trinkwassergewinnung genutzt wird, ist für die Ausübung der Sportfischerei ein Gesundheitsattest notwendig. In der Nachsperre ist ausschließlich die Fliegenfischerei gestattet.

Siehe auch Talsperren im Harz Liste von Talsperren in Deutschland Liste von Seen in Niedersachsen

Bildergalerie

Literatur Martin Schmidt: Talsperren im Harz. Ost- und Westharz. 9. Auflage, Aktualisiert von Rainer Tonn. Papierflieger Verlag GmbH, Clausthal-Zellerfeld 2012, ISBN 978-3-86948-251-4

Weblinks

„Harzwasserwerke.de“ mit Link zu aktuelle Talsperrendaten Harzlife: Die Sösetalsperre

Einzelnachweise

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