Hermann Standl (* 1964 in Teisendorf) ist ein deutscher zeitgenössischer Maler. Sein Werk ist stilistisch zwischen den Neuen Wilden, der Konkreten Kunst und der Pop Art zu verorten.

Leben und Werk Hermann Standl wurde in Teisendorf in Bayern geboren. Sein Interesse für die Kunst führte dazu, 1995 ein Studium in Textildesign an der Akademie in Kopenhagen aufzunehmen. Dort verblieb er bis 1997 und wechselte noch im selben Jahr an die Akademie der Bildenden Künste München, wo er unter Professor Jürgen Reipka anfing zu studieren, verließ jedoch nach einem einjährigen Aufenthalt die Akademie. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Museen und Kunstvereinen auf nationaler sowie internationaler Ebene.

Das künstlerische Œuvre von Hermann Standl ist vielschichtig und verläuft zwischen den Polen der Abstraktion und Figuration. Stets zentral blieb seine Auseinandersetzung mit den Komponenten des Bildaufbaus, der Farbe, Form und dem Raum.Grasslinger, Peter: Ausstellung Hermann Standl. München: Verlag des Künstlerhauses am Lenbachplatz, 2003, nicht paginiert Am Anfang seines Schaffens, kurz nachdem er die Kunstakademie verlassen hatte, entstanden die Lattenbilder. Auf einzelnen Holzlatten malte Hermann Standl in gestischer Manier Figuren, die an den Jungen Wilden angelehnt, Topoi aus der alltäglichen Existenz kolportieren. Bevorzugte Themen waren die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt oder gesellschaftliche Fragen, die in den 1990ern aktuell waren, zum Beispiel die politische Gestaltung der Nachwendezeit in der Bundesrepublik Deutschland. Nicht ohne ein künstlerisches Augenzwinkern lotet er die philosophischen Grenzen des Heimatbegriffes in einer globalisierten Welt aus. Zeugnis dieser Auseinandersetzung mit seinem bayerischen Herkunftsland bilden die großformatigen Gemälde, die um 2009 entstanden sind. Ganz im Stile der Pop Art kombinierte Hermann Standl ikonographische Elemente koreanischer Kultur, wie dem Kolibri, mit den uns in Deutschland vertrauten Landschaften. In einem konstruktiven Gerüst linearer Formationen eingearbeitet, baut er das Kolorit entsprechend der jeweiligen Landeskultur – so steht das Rosafarbene für koreanische Kirschblüten oder ein helles Blau für die Voralpenlandschaft – in die Bildkomposition ein. Mit einem künstlerischen Augenzwinkern, hebt er Nationengrenzen durch Kunst auf.Sabine Buchwald: Phantasievögel in Seoul. Lokal und global aktiv: der Maler Hermann Standl. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 131, 2009, S. 36. Der vollständige Bruch mit der figurativen Malweise kommt wenige Jahre später: Herman Standls Gemälde bestehen nunmehr ausschließlich aus geometrischen Formen und Farben. Indem er diese gegeneinander ausspielt und sie absetzt, lotet er die Grenzen des Visuellen aus: Dunkle Farben, abgesetzt gegen helle schaffen Dynamik, konkrete Formen bilden den Bildraum.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2017: Points Of View, Galerie Starnberger See, Feldafing am Starnberger See 2012: Im Flug, Galerie Bengelsträter, Düsseldorf 2012: Neue Bilder, Galerie Rother-Winter, Wiesbaden 2012: Three in One, Galerie Leger, München 2012: Bubbles, Kunstraum gad, Berlin 2009: Nature Poem Vol. I, Galerie Michael Schultz, Seoul 2006: MENSCHENBILDER, Städtische Galerie Wesseling, Köln 2004: LATTENBILDER, Rathausgalerie Burghausen, Burghausen 2003: BILDINSTALLATION, Künstlerhaus am Lenbachplatz, München

Gruppenausstellungen 2014: Tell Me Nothing from the Horse, Galerie Michael Schultz, Berlin 2010: SUDOKU, Galerie Michael Schultz, Berlin 2009: Auf dem Weg ins Licht, Kunsthalle Rostock, Rostock 2009: Tausend Biere, Galerie Raab, Berlin 2008: Hirschwegeinundzwanzig, Kunstverein Coburg, Coburg 2007: Salzmond, Kunstraum Klosterkirche Traunstein, Traunstein 2007: Dick aufgetragen, Galerie Leger, München 1996: Fiberart, Designmuseum Danmark, Kopenhagen

Rezeption

Literatur Gerhard Charles Rump: Blick ins Universum. Verlag der Kunsthalle Dresden, Dresden 2010. Sabine Buchwald: Phantasievögel in Seoul. Lokal und global aktiv: der Maler Hermann Standl. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 131, 2009, S. 36. Peter Grasslinger: Ausstellung Hermann Standl. Verlag des Künstlerhauses am Lenbachplatz, München 2003. Jong-Gil Gim: Nature Poem Vol. I. Verlag der Galerie Michael Schultz, Seoul 2009. Gerhard Charles Rump: Salzmond. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Dezember 2007 Artikel online

Einzelnachweise

Kategorie:Bildender Künstler (München) Kategorie:Künstler (Kopenhagen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Mann