Die rumänische Fußballnationalmannschaft () galt in den 1990er Jahren zeitweilig als eine der stärksten Mannschaften Europas. Obwohl Rumänien bereits an den ersten drei Weltmeisterschaften (1930, 1934, 1938) teilgenommen hatte, konnte es erst in den 1990er Jahren international für Aufsehen sorgen. Insbesondere Rumäniens Fußballer des Jahrhunderts Gheorghe Hagi war für den Leistungsanstieg der Nationalmannschaft verantwortlich. Mit ihm als Spielmacher konnte diese sich dreimal in Folge für die Weltmeisterschaft (1990, 1994, 1998) und zweimal für die Europameisterschaft (1996, 2000) qualifizieren. Bei der WM 1994 gelang den Rumänen durch einen Sieg über Argentinien der Einzug ins Viertelfinale. Dort musste sich die Mannschaft dann jedoch gegen Schweden im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Geschichte Anfänge bis 1938 Der rumänische Fußballverband wurde zwar schon 1909 gegründet, doch trat man erst 1923 der FIFA bei. Im Jahr davor, am 8. Juni 1922, gab es das erste offizielle Länderspiel. In Belgrad wurde Jugoslawien 2:1 geschlagen.Yugoslavia – Romania 1:2 1924 nahm eine rumänische Auswahl an den Olympischen Spielen in Paris teil, die im Achtelfinale gegen die Niederlande ausschied.

Rumänien nahm an den ersten drei Fußballweltmeisterschaften 1930, 1934 und 1938 teil, schied aber immer in der ersten Runde aus. 1930 wurde Rumänien Gruppenzweiter. Das entscheidende Gruppenspiel verlor man gegen den späteren Weltmeister Uruguay. 1934 unterlag man dem späteren Vizeweltmeister Tschechoslowakei im Achtelfinale mit 1:2. Vier Jahre später unterlag Rumänien im Achtelfinale gegen Kuba im Wiederholungsspiel, nachdem die erste Partie nach Verlängerung unentschieden ausgegangen war.

1952–1990 Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm eine rumänische Auswahl an den Olympischen Spielen 1952 in Finnland teil, die jedoch schon in der ersten Runde gegen Ungarn ausschied. Danach konnte sich Rumänien nur selten für die großen Fußballturniere qualifizieren. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio erreichte man das Viertelfinale. Bei den Weltmeisterschaften 1970 unterlag Rumänien gegen den amtierenden Weltmeister England 0:1 und den späteren Weltmeister dieses Turniers, Brasilien, mit 2:3. 1984 qualifizierte sich Rumänien zum ersten Mal für die Europameisterschaft. In Frankreich schied man jedoch als Gruppenletzter aus.

Die rumänische Glanzzeit 1990–2000 Während der 1990er Jahre gelang der rumänischen Nationalmannschaft um Gheorghe Hagi der internationale Durchbruch. Neben ihm prägten wichtige Spielerpersönlichkeiten wie Gheorghe Popescu, Dan Petrescu, Dorinel Munteanu und Ilie Dumitrescu die Mannschaft. Gleich zu Beginn des Jahrzehntes war man unter Emerich Jenei bei der WM in Italien präsent, wo man sich im Elfmeterschießen des Achtelfinales Irland geschlagen geben musste. Nach einem kurzen Tief und dem Scheitern in der folgenden EM-Qualifikation, kehrte man unter Anghel Iordănescu wieder auf das internationale Parkett zurück. Bei der WM 1994 in den Vereinigten Staaten spielte sich die Elf des 45-jährigen Coaches in einen Rausch und drang bis ins Viertelfinale vor. Hierbei sorgte vor allem das Achtelfinalspiel gegen Argentinien für Aufsehen. In einer fulminanten Partie setzten sich die Rumänen gegen den amtierenden Vizeweltmeister mit 3:2 in einem Spiel, das anschließend zum besten des Turniers gekürt werden sollte, durch. Im folgenden Spiel gegen Schweden musste man gegen Ende der Verlängerung aufgrund eines Torwartfehlers von Florin Prunea den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Fehlschuss von Miodrag Belodedici im folgenden Elfmeterschießen endete der Parcours der Iordănescu-Elf in den USA im Viertelfinale.

Die anschließende Europameisterschaft in England wurde erreicht, jedoch enttäuschte die Elf um Gheorghe Hagi vollends und schied als Gruppenletzter mit 0 Punkten aus. Zwei Jahre später präsentierte sich die Mannschaft bei der WM in Frankreich wesentlich besser und erreichte das Achtelfinale, in welchem man gegen eine aufstrebende kroatische Mannschaft mit 0:1 ausschied. Die in die Jahre gekommene goldene Generation konnte bei der folgenden EM 2000 in Belgien und den Niederlanden einen erfolgreichen Abschluss feiern.

Nachdem Victor Pițurcă die Elf zur Europameisterschaft geführt hatte, musste dieser aufgrund von Streitigkeiten mit Superstar Gheorghe Hagi die Koffer packen. An seiner Stelle wurde nun wieder Emerich Jenei aufgeboten, der mit seiner Mannschaft sowohl England als auch Deutschland hinter sich lassen konnte und somit erst im Viertelfinale am späteren Vizeeuropameister Italien mit 0:2 scheiterte.

Seit 2000 mini|Rumänische Nationalmannschaft 2014 In der Folgezeit konnte die rumänische Mannschaft an diese Erfolge nicht mehr anknüpfen: Bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 scheiterte sie trotz herausragender Spieler wie Cristian Chivu und Adrian Mutu knapp an Norwegen und Dänemark; für die WM-Endrunde 2006 konnte sich Rumänien ebenfalls nicht qualifizieren. 2008 konnte die Mannschaft zwar souverän den Gruppensieg in der EM-Qualifikation erringen, scheiterte anschließend jedoch bereits in der Vorrunde des Turniers. Für die WM-Endrunde 2010 und 2014 wurde die Qualifikation erneut verfehlt. Für die EM 2016 gelang die Qualifikation, das Team scheiterte jedoch in der Vorrunde. Danach war bis 2017 Christoph Daum Trainer, nach Josef Uridil (1934) der erste Trainer aus dem Ausland.

Für die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland qualifizierte sich die rumänische Mannschaft ungeschlagen.UEFA: Rumänien bei der EURO 2024: Spiele, Statistiken, Trainer, Tickets, 30. April 2024 Die Gruppenphase der EM absolvierte Rumänien als Gruppenerster.Der Spiegel: Rumänien überrascht in Gruppe E, Ukraine scheidet aus, 26. Juni 2024 Mit einer Niederlage gegen die Niederlande im Achtelfinale endete das Turnier für das rumänische Team.Der Spiegel: Niederlande gewinnen erstes K.-o.-Spiel bei einer EM seit 20 Jahren, 3. Juli 2024

Teilnahme Rumäniens an Fußball-Weltmeisterschaften

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen, Besonderheiten und ErgebnisseUnterartikel 1930 Uruguay Vorrunde Peru, Uruguay 8. Die Anreise wurde vom König finanziert, sie reisten zusammen mit den Belgiern und Franzosen auf der Conte Verde an. Peru wurde mit 3:1 (0:1) besiegt. Nach der Niederlage gegen Uruguay mit 0:4 (0:4) schied man als Gruppenzweiter aus.Fußball-Weltmeisterschaft 1930/Rumänien 1934 Italien Achtelfinale Tschechoslowakei 12. Die im K.-o.-System ausgetragene WM startete im Achtelfinale, wo man dem späteren Vize-Weltmeister mit 1:2 (1:0) unterlag.Fußball-Weltmeisterschaft 1934/Rumänien 1938 Frankreich Achtelfinale Kuba 9. Wie vier Jahre zuvor wurde die WM im K.-o.-System ausgetragen, das Achtelfinale entsprach erneut der ersten Runde. Nach dem 3:3 n. V. (2:2, 1:1) in der ersten Begegnung, folgte eine Niederlage mit 1:2 (1:0) im Wiederholungsspiel.Fußball-Weltmeisterschaft 1938/Rumänien 1950 Brasilien nicht teilgenommen 1954 Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Tschechoslowakei gescheitert 1958 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien gescheitert 1962 Chile zurückgezogen Zu den Qualifikationsspielen gegen Italien nicht angetreten. 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal gescheitert 1970 Mexiko Vorrunde England, Tschechoslowakei, Brasilien 10. Die Spiele gegen den amtierenden und den werdenden Weltmeister wurden nur mit einem Tor Unterschied verloren, gegen die Tschechoslowakei 2:1 gewonnen.Fußball-Weltmeisterschaft 1970/Rumänien 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an der DDR gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Ungarn und England gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Nordirland gescheitert 1990 Italien Achtelfinale Irland 12. 0:0 n. V., 4:5 im ElfmeterschießenFußball-Weltmeisterschaft 1990/Rumänien 1994 USA Viertelfinale Schweden 6. 2:2 n. V. (1:1, 0:0), 4:5 im ElfmeterschießenFußball-Weltmeisterschaft 1994/Rumänien 1998 Frankreich Achtelfinale Kroatien 11. 0:1 (0:1)Fußball-Weltmeisterschaft 1998/Rumänien 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs an Slowenien gescheitert 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Tschechien gescheitert 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien und Frankreich gescheitert 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs an Griechenland gescheitert 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und Polen gescheitert 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und Nordmazedonien gescheitert 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an der Türkei gescheitert

Teilnahme Rumäniens an Fußball-Europameisterschaften

Rumänien nahm an allen Europameisterschaften teil, erreichte aber nur sechsmal die Endrunde, davon einmal bei acht, zweimal bei 24 sowie dreimal bei 16 Teilnehmern. Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und BesonderheitenUnterartikel 1960 Frankreich nicht qualifiziert Im Viertelfinale am späteren Dritten Tschechoslowakei gescheitert. 1964 Spanien nicht qualifiziert In der Vorrunde am späteren Europameister Spanien gescheitert. 1968 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Italien gescheitert. 1972 Belgien nicht qualifiziert Im Viertelfinale nach Entscheidungsspiel in Belgrad am späteren Vierten Ungarn gescheitert. 1976 Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert, das aber die Endrunde auch nicht erreichte. 1980 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation erneut an Spanien gescheitert. 1984 Frankreich Vorrunde Deutschland, Portugal, Spanien – Nach einem Remis gegen Spanien und Niederlagen gegen Titelverteidiger Deutschland sowie Portugal als Gruppenletzter ausgeschieden.Fußball-Europameisterschaft 1984/Rumänien 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation wieder an Spanien gescheitert. 1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert. 1996 England Vorrunde Bulgarien, Frankreich, Spanien – Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschiedenFußball-Europameisterschaft 1996/Rumänien 2000 Niederlande und Belgien Viertelfinale Italien 0-2 Fußball-Europameisterschaft 2000/Rumänien 2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark gescheitert. 2008 Österreich und Schweiz Vorrunde Frankreich, Italien, Niederlande – Nach Remis gegen die Finalisten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und einer Niederlage gegen die Niederlande als Gruppendritter ausgeschieden.Fußball-Europameisterschaft 2008/Rumänien 2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich und Bosnien/Herzegowina gescheitert. 2016 Frankreich Vorrunde Frankreich, Schweiz, Albanien – Als Gruppenletzter ausgeschieden.Fußball-Europameisterschaft 2016/Rumänien 2021 Europa nicht qualifiziert Über die Nations League für die Play-offs qualifiziert, wo die Mannschaft im Halbfinale an Island scheiterte. 2024 Deutschland Achtelfinale Niederlande 0-3Nach dem Gewinn der EM-Gruppe vor Belgien, Slowakei und Ukraine gegen die Niederlande im Achtelfinale ausgeschieden. Fußball-Europameisterschaft 2024/Rumänien

UEFA Nations League 2018/19: Liga C, 2. Platz mit 3 Siegen und 3 Remis, Aufstieg in Liga B durch Ligaaufstockung 2020/21: Liga B, 3. Platz mit 2 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen 2022/23: Liga B, 4. Platz mit 2 Siegen, 1 Remis und 3 Niederlagen, mit schlechterer Tordifferenz als der punktgleiche Dritte 2024/25: Liga C, 1. Platz mit 6 Siegen 2026/27: Liga B