Karwik (ebenso ) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Gmina Pisz (Stadt- und Landgemeinde Johannisburg) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg) gehört.
Geographische Lage Karwik liegt am Südufer des Sexter Sees () in der östlichen Woiwodschaft Ermland-Masuren, sechs Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Pisz (). mini|Dorfstraße in Karwik Geschichte KarwikDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Karwik wurde im Jahre 1804 als Erbpachtdorf gegründet.Karwik bei Familienforschung Sczuka
Von 1874 bis 1945 war das Dorf als Landgemeinde in den Amtsbezirk Snopken () eingegliedert,Rolf Jehke, Amtsbezirk Snopken/Wartendorf der – 1938 in „Amtsbezirk Wartendorf“ umbenannt – zum Kreis Johannisburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Am 1. Dezember 1910 zählte Karwik 236 Einwohner, im Jahr 1933 waren es bereits 310 und 1939 schon 312.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Karwik gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Karwik stimmten 140 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 75
In Kriegsfolge kam Karwik 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen. Seinen Namen durfte das Dorf behalten. Heute ist es Sitz eines SchulzenamtesSołtysi w Gminie Pisz () und als solches eine Ortschaft innerhalb der Stadt- und Landgemeinde Pisz (Johannisburg) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Karwik zählte 2011 insgesamt 202 Einwohner.Karwik bei Polska w liczbach
Religionen Bis 1945 war Karwik in die evangelische Kirche JohannisburgWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 491 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche in Johannisburg im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gibt es in Karwik eine eigene Kirchengemeinde, eine Filialgemeinde der Pfarrei in Kociołek Szlachecki ().Parafia Kociołek Szlachecki Sie liegt im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zur Kirchengemeinde in der Kreisstadt Pisz innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Schleuse Karwik mini|Tor der Schleuse in Karwik Am nordwestlichen Dorfausgang befindet sich eine Schleuse im Kanał Jegliński (Jeglinner bzw. Wagenauer Kanal), der den Roschsee (auch: Warschauer See, ) mit dem Sexter See (polnisch Jezioro Seksty) verbindet.Słuza Karwik bei mazury.info.pl Das Schleusenbecken verfügt über eine Länge von 45 Metern und eine Breite von 7,5 Metern. Der Wasserweg ist nicht nur für touristische Zwecke beliebt.
Verkehr Karwik ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die von der polnischen Landesstraße 63 bei Jeglin (Jeglinnen, 1938–1945 Wagenau) abzweigt und direkt in den Ort führt.
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