mini|Campus Görlitz, Altbau der Rothenburger Versicherung mini|Neubau auf dem Görlitzer Hochschulcampus mini|Studentenwohnheim Vogtshof in Görlitz

Die Hochschule Zittau/Görlitz – Hochschule für angewandte Wissenschaften (Kurzform HSZG) ist eine Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) in Sachsen mit zwei Standorten in Zittau und Görlitz. Abs. 1 Nr. 3 Buchst. d. SächsHSFG Der internationale Name ist Hochschule Zittau/Görlitz – University of Applied Sciences (umgangssprachlich bekannt als Lusatia). Im Wintersemester 2019/20 waren mehr als 2818 Studenten immatrikuliert, darunter mehr als 500 aus dem Ausland.Datei mit dem Namen Studierende, Studienanfänger/-innen und Studierende im ersten Fachsemester nach Hochschulen, Hochschularten und Auswertungsgeschlecht, Datei ist nicht barrierefrei (*.xlsx, 26,54 KB). Website des Freistaats Sachsen. Abgerufen am 29. März 2021.

Geschichte Ursprünge Bereits im 17. Jahrhundert wurde auf Initiative des Zittauer Bürgers Christian Weise der Grundstein mit Gründung der „Zittauer Schule“ gelegt. Über die Einrichtung verbreitete sich im 18. Jahrhundert die Grundlagen der Zittauer Erziehungskunst. Durch die starke wirtschaftliche Stellung des Königreichs Sachsen wurde 1836 eine Königlich Sächsische Gewerbeschule eingerichtet. Daraus entwickelte sich eine Baugewerk-, eine Tiefbau- und Hochbau- sowie eine Höhere Handelsschule mit dem Recht der Verleihung von Ingenieurpatenten. 1951 wurde eine Ingenieurschule für Energiewirtschaft ins Leben gerufen, die überregionale Anerkennung fand. Die neu gegründete Ingenieurhochschule Zittau (IHZ) übernahm 1969 diese Absolventen und baute die Fachbereiche Kraftwerksanlagen, Energieumwandlung, Elektroenergieversorgung und Betriebswirtschaft auf, um sie im Sinne der Energiewirtschaftspolitik der DDR-Regierung einzubeziehen.Bildungszentrum der Energiewirtschaft. In: Freiheit. 10. April 1970. Seite 2. 1979 bereitete die Ingenieurschule dort den Zittauer Lehr- und Forschungsreaktor vor,Artikel in der Freiheit. 25. Mai 1979. Seite 10. der bis 2005 betrieben wurde. Darüber hinaus arbeitete sie unter anderem 1989 an der Rauchgasentschwefelung bei Kraftwerken.Neues Verfahren zur Entschwefelung. In: Freiheit. 23. Juni 1989. Seite 14. Über die postgraduale Weiterbildung (bis zur Promotion) und das Modell der praxisorientierten Hochschulzugangsberechtigung erhielt die Ingenieurhochschule Zittau im Jahr 1988 den Status einer Technischen Hochschule. Absolventen mit einer besonderen Sachkunde erhielten die Möglichkeit der Promotion und Habilitation.

In Görlitz waren nach Ende des Zweiten Weltkrieges hochschulische Arbeiten vollständig zum Erliegen gebracht und das östlich der Neiße gelegene Stadtgebiet (Zgorzelec) an Polen abgegeben worden. Anfang der 1950er Jahre nahm man in der Stadt die Lehre über Schienenfahrzeugbau wieder auf. 1952 gründete sich wieder eine Baufachschule in der Stadt. Diese ging 1956 auf in der Fachschule für Schienenfahrzeuge und Waggonbau. In den Jahren darauf entwickelte sich die Einrichtung weiter, bis sie 1969 unter dem Namen Ingenieurschule für Elektronik und Informationsverarbeitung entstand.Ingenieurschule - Historisches. Website von Falk Nebenthal. Abgerufen am 21. Januar 2026.

Gründung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Zittau/Görlitz Die Hochschule Zittau/Görlitz wurde am 13. Juli 1992 als Hochschule für Technik und Wirtschaft Zittau/Görlitz (FH) gegründetHochschule/Universität. Website des Landkreises Görlitz. Abgerufen am 3. April 2021. mit einem Doppelstandort in Zittau und Görlitz.Hochschule Zittau/Görlitz (FH), (HTWS), (BRD), (13.07.1992 (1) -). Website der Universitäts- und Landesbibliothek Jena. Abgerufen am 2. April 2021. Sie entstand durch den Zusammenschluss der Zittauer Technischen Hochschule mit der Görlitzer Ingenieurschule für Elektronik und Informationsverarbeitung. Der Zusammenschluss war die Empfehlung einer Kommission, die die Region auf der deutschen Seite der Lausitzer Neiße strukturell untersucht hatte.Das Ende ist bitter. In: Sächsische Zeitung. 4. Februar 2017. Seite 8. In Görlitz war der Vorgang anfangs umstritten, da die dortige Einrichtung eine Dominanz der aus der TH Zittau eingebrachten Strukturen befürchtete.

Die neue Hochschule begann ihren Betrieb mit dem Angebot von neun Studiengängen, darunter Informatik und Sozialarbeit/Sozialpädagogik, sowie 84 Professuren. Das Studienprofil enthielt neben technischen, wirtschaftlichen, ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen mit „Sozialarbeit/Sozialpädagogik“ erstmals auch einen sozialwissenschaftlichen Studiengang. Daher wurde die Hochschule 1993 in Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH) umbenannt. In den folgenden Jahren wurde das Studienprofil erweitert, darunter erstmals auch sprach- und kulturwissenschaftliche Studiengänge.

Zum Gründungsrektor wurde der Mathematiker und damalige sächsische Landtagsabgeordnete Peter Dierich ernannt. Im März 1994 verließen die ersten 105 Absolventen die Hochschule, die an der Görlitzer Vorgängerschule ihr Studium begonnen und am Doppelstandort beendet hatten.

Hochschule Zittau/Görlitz – University of Applied Sciences Über eine erneute Kandidatur 1996 erlangte Dierich eine zweite, vierjährige Amtszeit. In diese fällt die Entscheidung des Hochschul-Konzils, den Namen 1999 in Hochschule Zittau/Görlitz zu ändern und damit die bisherigen Zusätze, die nach einer Verordnung der sächsischen Landesregierung alle Fachhochschulen tragen mussten, gestrichen. Stattdessen gab sich die Hochschule den Zusatz University of Applied Sciences, um international sichtbarer zu werden.University statt "HTW". In: Sächsische Zeitung. 2. Juni 1999. Seite 27.

Dierich bewarb sich im Jahr 2000 nicht um eine dritte Amtszeit.Personendaten Peter Dierich. Datenbank des Deutschen Bundestages. Abgerufen am 28. März 2021.Hochschul-Konzil hat neuen Rektor gewählt. In: Sächsische Zeitung. 27. Januar 2000. Seite 1. Sein Nachfolger wurde Dietmar Reichel, der zuvor Prorektor gewesen war und drei Jahre Rektor blieb.Bis zuletzt noch voller Energie. Website der Sächsischen Zeitung. Abgerufen am 28. März 2021. Anschließend trat der zu dem Zeitpunkt 65-Jährige aus Altersgründen von seinem Amt zurück. Ihm folgte Rainer Hampel für sieben Jahre nach, der sich bei seiner Wahl gegen zwei Mitbewerber durchsetzte.Rektor wird am 25. Januar gewählt. In: Sächsische Zeitung. 23. Januar 2010. Seite 17. Zu Beginn seiner Amtszeit sah sich Hampel dem Verlust von Zuwendungen durch das Land Sachsen gegenüber und kündigte an, die Wichtigkeit der Hochschule herauszustellen, um Stellenstreichungen zu verhindern. Auch war von der Hochschule eine zurückgehende Studentenzahl prognostiziert worden.Rektor will Hochschule Zittau/Görlitz sichern. Website der Lausitzer Rundschau. Abgerufen am 30. März 2021. Zum Ende von Hampels Amtszeit konnte der Trend gestoppt und ins für die Hochschule Positive gekehrt werden. In seinem vorletzten Amtsjahr verzeichnete die Hochschule etwa 1000 Neueinschreibungen, im Wintersemester 2009/10 waren circa 3900 Studenten an der Hochschule eingeschrieben,Millionen für Umbau an Ostsachsens Hochschule Zittau. In: Lausitzer Rundschau. 14. Januar 2010. Seite 19. bei Hampels Amtsübernahme waren es noch 3600 gewesen. Ebenfalls 2009 verringerte die Hochschule ihre Fakultäten von acht auf sechs.An der Spitze der hiesigen Hochschule steht ein neuer Mann. In: Sächsische Zeitung, Sonderbeilage. 17. März 2010.Fakultäten. Website der Hochschule Zittau/Görlitz. Abgerufen am 30. März 2021. Friedrich Albrecht folgte Hampel 2010 als Rektor nach, der zuvor als Prorektor für Bildung an der Hochschule fungiert hatte.Neuer Rektor der Fachhochschule. Website der Lausitzer Rundschau. Abgerufen am 31. März 2021. In seinen zwei Amtszeiten erweiterte sich das Studienangebot, insbesondere mit den zwei Studiengängen Management im Gesundheitswesen und Kindheitspädagogik. Dagegen wurden auch Studiengänge aufgegeben, unter anderem das Bauwesen und Mathematik. Dadurch glichen sich die Studentenzahlen an beiden Standorten weitgehend an, zuvor waren mehr Studenten am Campus in Zittau tätig gewesen. Trotzdem verringte sich die Anzahl der Studenten aufgrund des demografischen Wandels insgesamt um mehr als 750 auf 2940 Studenten im Jahr 2020.„Eine Universität in Görlitz ist abwegig“. Website der Sächsischen Zeitung. Abgerufen am 8. Juni 2021. Nach zehn Jahren schied er aus dem Amt aus. Neuer Rektor wurde am 1. März 2020 Alexander Kratzsch.

Aktuelle Entwicklungen alternativtext=Bild des Hauptgebäudes der Hochschule Zittau-Görlitz in Zittau, charakterisiert durch seine historische Architektur, mit hervorgehobenen Fenstern und einer deutlichen Eingangstür. Die Umgebung zeigt gepflegte Grünflächen und einen klaren Himmel, was den akademischen Charakter des Ortes unterstreicht.|links|mini|Haus Z I am Standort Zittau

Im Juni 2017 erhielt die Hochschule mit dem Gebäude Z I einen Neubau zur Nutzung für Labore. Das Gebäude wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und bis in die 1960er Jahre erweitert. Ab 2013 wurde es grundlegend saniert, was im Mai 2017 abgeschlossen wurde.Modernes Lehrgebäude in historischem Gewand für Hochschule Zittau/Görlitz – Übergabe Haus Z I in Zittau. Website des Freistaates Sachsen. Abgerufen am 9. Juni 2021.

Im November 2019 eröffnete die Hochschule auf den Mandauhöfen im Westen Zittaus ein Forschungslabor. Dieses dient als Anlaufpunkt für Unternehmen, die gemeinsam mit Wissenschaftlern an Lösungen und Optimierungen für die Betriebe arbeiten können.Mandauhöfe werden zum Forschungslabor. Website der Sächsischen Zeitung. Abgerufen am 9. Juni 2021.

Die Fraunhofer-Gesellschaft, das Land Sachsen und das Unternehmen Siemens einigten sich im Juli 2019 auf den Aufbau eines Forschungsstandortes in Görlitz, an dem die Hochschule Zittau/Görlitz gemeinsam mit zwei weiteren sächsischen Hochschulen die Entwicklung von Wasserstoff als Energieträger vorangebracht werden soll.Siemens, Freistaat Sachsen und Fraunhofer beschließen Zukunftspakt für Görlitz. Website von Siemens. Abgerufen am 8. Juni 2021.Innovationscampus Görlitz nimmt Gestalt an. Website der TU Dresden. Abgerufen am 8. Juni 2021. Die Eröffnung des Standortes ist für 2023 vorgesehen.30 Millionen Euro für Hydrogen-Lab Görlitz. Website des Mitteldeutschen Rundfunks. Abgerufen am 9. Juni 2021.

Auf dem Zittauer Campus der Hochschule nahm 2019 ein Institut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt seinen Sitz und kooperiert mit der Hochschule.Raumfahrt-Zentrum eröffnet Institut in Zittau. Website der Zeit. Abgerufen am 9. Juni 2021. Die HSZG gehört mit Blick auf die eingeworbenen Drittmittel, zu denen u. a. Mittel der DFG und Horizon Europe Programms zählen, zu den forschungsstärksten kleinen HAWs in Deutschland. Um das Profil in diese Richtung noch weiter zu stärken und zugleich auch mehr Studierende anzuziehen, hat die Hochschule Zittau/Görlitz im Jahr 2025 einen tiefgreifenden Reformprozess eingeleitet.

Seit 2020 arbeitet die Hochschule am Aufbau der Sächsischen Filmakademie, in der Aus- und Weiterbildungen in Filmberufen wie dem Bühnenbau oder der Lichttechnik angeboten werden. Die Einrichtung hat das Ziel, die Filmproduktion in Deutschland zu fördern und Menschen für die Branche zu gewinnen. Website der Stadt Görlitz. Abgerufen am 8. Juni 2021. Zum Wintersemester 2024/2025 führte die Hochschule als erste HAW in Deutschland einen grundständigen Lehramtsstudiengang am Standort Görlitz ein, der gemeinsam mit der Universität Leipzig betrieben wird. Darüber hinaus betreibt die Hochschule gemeinsam mit dem in Zittau angesiedelten Internationalen Hochschulinstitut der Technischen Universität Dresden und der Technischen Universität Liberec gemeinsame Studiengänge. Enge lokale wissenschaftlichen Kooperationsbeziehung bestehen zudem mit mehreren Fraunhofer-Instituten in Zittau und Görlitz sowie dem Senckenberg Institut, dem Casus Institut und Deutschen Zentrum für Astrophysik (alle in Görlitz).