Jobstgreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Jobstgreuth hat eine Fläche von 9,678 km². Sie ist in 476 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 20.332,76 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Haaghof, Waldhaus und Wilhelmsgreuth.
Geografie Durch das Kirchdorf fließt der Steinbach, ein linker Zufluss der Zenn, und der Brunnenwiesengraben, der dort als linker Zufluss in den Steinbach mündet. Der Ort ist weitestgehend von Wald umgeben: im Norden liegt der Obere Wald, im Nordosten der Stiftungswald und im Süden der Lenkersheimer Gemeindewald. Im Norden liegt auch das Flurgebiet Straßäcker.
Die Kreisstraße NEA 17 führt nach Schußbach (2,2 km südöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2252 (1,2 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer Gemeindeverbindungsstraße (1 km östlich), die nach Wilhelmsgreuth (0,4 km südlich) bzw. ebenfalls zur Staatsstraße 2252 (0,8 km nördlich) verläuft.
Geschichte Aus einer Urkunde des Jahres 1164 geht hervor, dass das Kloster Heilsbronn ein ödes Landstück erwarb und dieses an Umwohnende verteilte, die dann darauf „Mucginrute“, „Willehalmesrute“ und „Breminrute“ gründeten.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 49. Nach G. Muck soll Breminrute das heutige Jobstgreuth und Mucginrute das heutige Hohenroth sein.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 50. Nach H. Sponholz soll Breminrute das heutige Jobstgreuth sein, während Mucginrute zur Wüstung geworden sein soll.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 103. Im 12. Jahrhundert wurde im Ort eine Kapelle errichtet, die dann auch zur Ortsnamensänderung führte.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 50; Bd. 2, S. 330. Das Kloster erwarb dort insgesamt 15 Anwesen, von denen zwölf während des Dreißigjährigen Krieges verödeten.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 330 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Jobstgreuth 17 Anwesen (Kirche, Schule, 1 Hof, 1 Halbhof, 1 Schmiede, 6 Güter, 1 Halbgut, 6 Häuser, 1 Ziegelei). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Neuhof.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 105.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Im Jahre 1810 kam Jobstgreuth an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Linden zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Jobstgreuth, zu der Haaghof und Wilhelmsgreuth gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 224. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 201. Ab 1862 gehörte Jobstgreuth zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt-Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,909 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Jobstgreuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Markt Erlbach eingemeindet.
Baudenkmäler evangelisch-lutherische Filialkirche St. Jobst Kirchhofmauer Haus Nr. 3: Schulhaus Haus Nr. 12: Wohnstallhaus, der westliche Teil zweigeschossig mit konstruktivem Fachwerk im Obergeschoss; der Türsturz des massiven Erdgeschosses bezeichnet „Johann Lorentz Cesinger 1800“R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 92. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen. Haus Nr. 27: am umgebauten Mansarddachhaus mit Halbwalm Bauinschrift: „Erbaut/von/Johann Leonhart/Kamberger/im Jahr 1828“; darüber: „Mauer Meister Bauer./Zimer.Meister Rost“.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Jobstgreuth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 223 301 272 264 276 297 291 271 269 277 243 235 225 253 239 213 184 181 163 236 216 195 186 178HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 38 51 45 46 46 45 45 39 39 Quelle Für die Gemeinde Jobstgreuth zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Haaghof (S. 34) und Wilhelmsgreuth (S. 103).
Ort Jobstgreuth Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2017 2023Einwohner 141 196 181 187 170 157 127 153 127 116 105 126 105Häuser 22 32 29 29 29 27 26 26 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Leonhard (Linden) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Markt Erlbach Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1164 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim