Age of Empires III ist ein Computerspiel im Genre der Echtzeit-Strategie, das vom US-amerikanischen Entwickler Ensemble Studios entwickelt und erstmals 2005 von Microsoft Game Studios veröffentlicht wurde.
Hintergrund Age of Empires III ist Mitte Oktober 2005 erschienen, beginnt inhaltlich ungefähr im Jahre 1500 und endet etwa um 1860 mit dem Amerikanischen Bürgerkrieg.
Es benutzt eine 3D-Grafik-Engine, die DirectX-9-Effekte und Shader 3.0 benutzt und den Namen Bang! trägt. Es handelt sich hierbei um eine erweiterte Version der Engine von Age of Mythology, welche laut Herstellerangaben zu über sechzig Prozent neu geschrieben wurde und zahlreiche Effekte und sonstige Neuerungen (wie beispielsweise höhere Texturauflösung) einführt.
Zudem wurde die Havok-Physik-Engine lizenziert. Diese soll unter anderem genutzt werden, um den Schaden zu berechnen, der mit Schüssen verursacht wird. So wird beispielsweise die Flugbahn von Kanonenkugeln wie auch das Einstürzen eines Turmes realistisch und exakt berechnet und dargestellt. Diese Physik dient aber nur der Optik, spielerisch wirkt sie sich (im Gegensatz zu anderen Echtzeitstrategiespielen, wie z. B. bei Command & Conquer) nicht aus.
Nachdem 2009 der Entwickler Ensemble Studios geschlossen wurde und der offizielle Support damit beendet war, versuchte die Spielgemeinde den Support selbst aufrechtzuerhalten, u. a. mit Fan-Patches.
Spielaufbau Die größte Neuerung ist die sogenannte „Heimatstadt“. Diese unterscheidet sich je nach Volk und kann in den Kampagnen von Mission zu Mission ausgebaut werden, ohne im späteren Verlauf eine Erweiterung der Stadt einzubüßen. Sie entwickelt sich wie der Charakter in einem Rollenspiel und ermöglicht je nach Erweiterung unterschiedliche Boni. Die Ressourcen sind erstmals andere als in den ersten beiden Age-of-Empires-Spielen: Es gibt nun Holz, Nahrung, Münzen (anstatt Gold) und Erfahrungspunkte (neu); die Steine wurden weggelassen. Erfahrungspunkte werden innerhalb eines Szenarios dazu benötigt, um Boni in Form von „Schiffsladungen“ aus der Heimatstadt empfangen zu können. Missionsübergreifend dienen sie zum Ausbau der Heimatstadt.
Es gibt in diesem Spiel mehr „Kulturen“ als bei Age of Mythology, und sie unterscheiden sich wesentlich stärker, als es in Age of Empires II der Fall war. Es gibt mehr Spezialeinheiten und auch verschiedene Technologien, die sich in der Heimatstadt anfordern lassen. Folgende acht Völker sind spielbar:
Flagge Volk Herrscher Heimatstadt 70px Spanier Königin Isabella Sevilla 70px Briten Königin Elisabeth London 70px Franzosen Napoleon Bonaparte Paris 70px Portugiesen Heinrich der Seefahrer Lissabon 70px Niederländer Moritz von NassauIm Spiel ist der Name „Moritz von Nassau“ gebräuchlich. Gemeint ist jedoch „Moritz (Oranien-Nassau)“, und nicht „Johann Moritz (Nassau-Siegen)“. Zu erkennen ist das in der Hintergrundinformation zur Geschichte, wo es nicht nur heißt, dass Moritz 1567 geboren wurde, sondern auch seine andere Bezeichnung „Moritz von Oranien“ genannt wird. Amsterdam 70px Russen Iwan der Schreckliche Sankt Petersburg 70px Deutsche Friedrich der Große Berlin 70px Osmanen Süleyman der Prächtige Istanbul
Diese Herrscher können in Zufallskarten gleichzeitig auftreten, was einen Anachronismus bedeutet. So liegen zwischen den Geburten von Heinrich dem Seefahrer (1394) und Napoleon Bonaparte (1769) über 375 Jahre, in Erweiterungen treten noch später geborene Personen auf. Auch die verwendeten Flaggen waren häufig während der Regentschaft des jeweiligen Herrschers nicht in Gebrauch.
Ein weiterer Aspekt sind die neutralen Indianerstämme: Mit der Errichtung eines Handelspostens in einem Indianerlager erhält der Spieler die Möglichkeit, Einheiten dieses Stammes zu erschaffen und verschiedene Verbesserungen zu erwerben. Folgende Indianerstämme stehen zur Auswahl: Azteken, Cherokee, Cree, Inka, Irokesen, Kariben, Klamath, Komantschen, Lakota, Maya, Nootka, Seminolen und Tupi.
Des Weiteren kann man in einem Saloon Söldner, wie Piraten, Pistoleros und andere, anheuern.
Zudem kommen in den Kampagnen Piraten (Lizzy und ihre Bande), Wegelagerer, gezähmte Jaguare, Schweizer Söldner etc. vor.
Neben diesen neuen Merkmalen wurde die Ressourcenbeschaffung stark vereinfacht, was den Fokus von den wirtschaftlichen auf die militärischen Aspekte des Spieles lenkt, die außerdem durch den neu hinzugekommenen Kundschafter und den verschiedenen Angriffsmodi mancher Einheiten (Fernkampf-, Nahkampf-, Trampelangriff z. B. bei Dragonern) an Tiefe gewonnen haben.
Die Zeitalter sind entsprechend der Geschichte chronologisch geordnet: Man startet im Entdeckungszeitalter, das sich nahtlos an AoK (AoE II) anschließt. Darauf folgen das Kolonialzeitalter, das Festungszeitalter, das Industriezeitalter und schließlich das Imperialzeitalter.
Die Dorfzentren können im Gegensatz zu Age of Mythology frei platziert werden. Es gibt nun Handelsrouten, die zur Erlangung von Erfahrungspunkten oder Rohstoffen genutzt werden können.
Die ehemaligen Dorfbewohner nennen sich nun Siedler (in der jeweiligen Sprache). Das Heer der AoE-III-Armeen besteht aus Infanterie, Kavallerie, Artillerie und der Marine.
Age of Empires III verwendet zum Online-Spielen die ESO (Ensemble Studios Online, „-Plattform“ zu ergänzen), eine Plattform, die hauptsächlich dem Auffinden von menschlichen Spielgegnern dient. Zusätzlich ist es möglich, nur je ein ESO-Nutzerkonto mit einer gültigen Seriennummer anzulegen. Dieses Konto kann nachträglich nicht mehr geändert werden.
Spiele können nun auch über DirectIP gestartet werden. Bislang konnte diese Option nicht für Internetspiele verwendet werden. Auch die Nutzung eines VPN zur Simulation eines lokalen Netzwerks ist nur mit Modifikationen wie aoe3loader und Hamachi möglich, da das Spiel sonst immer die erste Netzwerkverbindung des Systems verwendet. Offiziell ist eine Nutzung des Mehrspieler-Modus über das Internet nur über ES-Online vorgesehen.
mini|Stammbaum der Familie Black
Auch wenn Age of Empires III ausschließlich für Windows XP produziert wurde, läuft es mit Anpassungen auch teilweise auf dem Vorgängersystem Windows 2000.
Die aus drei Akten bestehende Kampagne behandelt die Geschichte der Familie Black. Diese muss immer wieder gegen den „Zirkel von Ossus“ kämpfen, der auf der Suche nach dem Jungbrunnen ist. Historische Dinge sind dabei nur am Rand von Bedeutung. Akt 1 handelt von der Belagerung Maltas 1565 und weiterhin von der Besiedelung Amerikas. Akt 2 spielt um 1757 und thematisiert den Franzosen- und Indianerkrieg. Akt 3 beginnt 1819. Er beinhaltet den Eisenbahnbau sowie die Befreiungsbewegung durch Simón Bolívar.
Cheats Wie in den Vorgängern gibt es auch im dritten Teil der Reihe Cheats, die ab Werk integriert sind. Diese sind in Einzelspielerpartien einsetzbar. Hierzu muss während eines Spiels die -Taste gedrückt werden und eine Zeichenfolge eingegeben werden. Codes wie Give me liberty or give me coin oder <censored> bringen 10000 Münzen oder 10000 Einheiten Holz, X marks the spot deaktiviert den Kriegsnebel, speed always wins verkürzt die Bauzeit und this is too hard erwirkt einen unverzüglichen Sieg. Andere populäre Cheats entsenden Einheiten und sind tuck tuck tuck, der einen Monstertruck mit Flächenschaden liefert oder Where's that axe, der George Crushington spawnt, welcher eine überlebensgroße George-Washington-Statue ist.
Kritik Age of Empires III erhielt von der Fachpresse durchgehend überdurchschnittliche Rezensionen. Computer Bild Spiele schrieb, das Spiel biete „überwältigend animierte Szenarien, die das historische und taktische Erlebnis farbenprächtig ausschmücken“ und vergab die Note „gut“ (2,3). Laut 4players.de (Wertung: 82 %) ist Age of Empires III mit den „herrlichen Animationen“ und der „epischen Musikuntermalung“ zwar „auf den ersten Blick der schönste […] Teil der ruhmreichen Serie“, allerdings zogen logische Ungereimtheiten und fehlende taktische Finessen den Unmut der Tester auf sich. GameStar (Wertung: 89 %) nennt das Spiel „Ein Fest für die Sinne“, kritisiert jedoch ebenso wie 4players.de die zwar graphisch schönen, aber bisweilen unrealistischen Gefechte, bei denen Geländeeigenschaften keine Rolle spielen würden und Soldaten durch Hindernisse schießen können.
Auf Kritik anderer Art stieß überdies die historische Korrektheit des Spiels. So enthalte Age of Empires III zwar „unzählige Punkte, die einen historisch wahren Kern haben“, allerdings ergäben sich bei näherer Überprüfung des Realitätsbezuges „oft grobe Mängel“. Beispielsweise wurde als Herrscher der Nation Portugal Heinrich der Seefahrer gewählt, obgleich dieser niemals Herrscher von Portugal war und lediglich Expeditionen nach Asien, nicht aber nach Amerika leitete, wo jedoch Age of Empires III ausschließlich spielt.Herbst, ebd., S. 7ff.
Age of Empires III: The WarChiefs Das Expansionpack (Erweiterungspaket) unter dem Namen Age of Empires III: The WarChiefs wurde Anfang November 2006 veröffentlicht. In diesem Add-on ist es möglich, drei Indianerstämme als vollständiges Volk zu leiten (Azteken, Sioux und Irokesen) und somit eine andere Geschichte in der Neuen Welt zu schreiben. Zudem gibt es eine neue Kampagne, die die Geschichte der Familie Black weiterführt. Hinzu kommen Erweiterungen der schon vorhandenen europäischen Völker. Hier wurden die Heimatstädte überarbeitet, neue Einheiten und Karten hinzugefügt. Eine weitere neue Option der europäischen Nationen ist die Revolution. Anstatt in das Imperialzeitalter zu gelangen, kann sich der Spieler entscheiden, eine Revolution auszurufen, um seine Nation somit in eine revolutionäre Nation zu verwandeln, die stark militaristisch geprägt ist. Die Briten z. B. können bei einer Revolution zu den USA werden. Eine Revolution ist jedoch mit einem starken Rückgang der Wirtschaft verbunden, da sich alle Siedler in Kolonialmilizionäre verwandeln und auch fortan keine neuen Siedler mehr ausgebildet werden können. Hier findet sich eine Übersicht der verfügbaren „revolutionären“ Nationen:
Flagge Nation Revolutionär Verfügbar für 70px Argentinien José de San Martín Deutsche 70px Brasilien José Bonifácio de Andrada e Silva Portugiesen und Niederländer 70px Chile Bernardo O’Higgins Osmanen und Spanier 70px Venezuela Francisco de Paula Santander Osmanen, Franzosen und Russen 70px Haiti Toussaint Louverture Franzosen und Briten 70px Mexiko Miguel Hidalgo Spanier und Portugiesen 70px Peru Simón Bolívar Russen und Deutsche 70px Vereinigte Staaten George Washington Briten und Niederländer
Auch die Kampagne aus The War Chiefs handelt von der Familie Black. Der „Zirkel von Ossus“ kommt jedoch nicht mehr vor. Stattdessen sind nun geschichtliche Ereignisse von höherer Bedeutung. Die Kampagne besteht aus zwei Akten. Der erste liegt zeitlich zwischen dem zweiten und dem dritten Akt aus Age of Empires III und handelt vom Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Der zweite Akt behandelt den Goldrausch und den Indianerkrieg unter George Armstrong Custer.
Flagge Indianerstamm Herrscher Heimatstadt 70px Azteken Cuauhtémoc Tenochtitlan 70px Sioux Gall Hunkpapa 70px Irokesen Hiawatha Caughnawaga
Außerdem sind in The WarChiefs sieben weitere Indianerstämme zu finden: Huron, Cheyenne, Zapoteken, Klamath, Apache, Navajo und Mapuche.
Age of Empires III: The Asian Dynasties Am 30. Oktober 2007 erschien in Europa das zweite Expansionspack für Age of Empires III. The Asian Dynasties spielt in Asien und enthält neben asiatischen Völkern (Japan, China und Indien) und Spielkarten auch neue Gameplay-Funktionen. Die Asiaten verfügen über den zusätzlichen Rohstoff „Export“, wodurch sie Bündnisse mit europäischen Völkern eingehen und dadurch bestimmte europäische Einheiten, Gebäude oder Technologien erwerben können. Japaner haben auch die Möglichkeit der Isolation. Das Add-on wurde von Ensemble Studios und Big Huge Games (Rise of Nations) entwickelt.