mini|Entwicklung der Verschreibungszahlen von Antipsychotika der ersten (grün) und zweiten (blau) Generation in den Jahren 2000 bis 2010 in Deutschland in Millionen Tagesdosen

Die Liste von Antipsychotika nennt Wirkstoffe und deren Handelsnamen für atypische Antipsychotika, typische Antipsychotika und Depot-Antipsychotika.Neuroleptika reduzieren und absetzen. Eine Broschüre für Psychose-Erfahrene, Angehörige und Professionelle aller Berufsgruppen. (PDF; 1,1 MB) Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP), Oktober 2014

Die Antipsychotika der ersten Generation (als typische Neuroleptika oder klassische Neuroleptika bezeichnet) sind bei 30 bis 40 % der Patienten unwirksam. Daher kommt es oft zu Wechseln in der Behandlung. Zunehmend werden atypische Neuroleptika eingesetzt. Zu den unerwünschten möglichen Nebenwirkungen zählen Störungen des extrapyramidalmotorischen Systems (EPS), die mit zusätzlichen Medikamenten bekämpfbar sind. Ein Absetzen der Medikamente sollte schrittweise erfolgen, um das Risiko von Beschwerden und das Auslösen einer Psychose (Schizophrenie) oder von Symptomen, die einer Psychose ähneln, möglichst gering zu halten.Peter Lehmann: Psychopharmaka absetzen – gewusst wie. In: Pro mente sana aktuell (Schweiz), 1998, Heft 1, S. 20–22Peter Lehmann: Peter Lehmann: Probleme beim Absetzen von Neuroleptika als Folge von Rezeptorenveränderungen und Toleranzbildung. Unveröffentlichtes Manuskript. Letzte Aktualisierung am 16. November 2014

Der Begriff Antipsychotika ist irreführend, da er nicht Medikamente umfasst, die gegen depressive Psychosen wirken.

Liste Die Angaben zu den Handelsnamen für Mono- und Kombinationspräparate mit den verzeichneten Arzneistoffen sind oftmals nicht abschließend.

Antipsychotika der ersten Generation Wirkstoff Handelsname Zulassung in Deutschland Zulassungsstatus für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland (Indikation, zum Teil in Auszügen bzw. gekürzt) orale Tageshöchstdosis Erwachsener (stationär) Anmerkung Benperidol Glianimon 1966Christian J. Bachmann, Thomas Lempp, Gerd Glaeske, Falk Hoffmann: Antipsychotika-Verordnungen bei Kindern und Jugendlichen. Auswertung von Daten einer gesetzlichen Krankenkasse für den Zeitraum 2005–2012. (PDF; 627 kB) In: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 111, Heft 3, 17. Januar 2014 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 24 (60) mgMichael Pelz: dr-michael-pelz.de; abgerufen am 29. Juli 2017 Bromperidol Impromen 1984 ab zwölf Jahre (akute, subakute und chronische Schizophrenien). 50 mg Chlorpromazin Megaphen 1953 ab drei Jahre 800 mg Kam am 1. Juli 1953 in Deutschland auf den Markt. Erste Arzneistoff aus der Gruppe der Neuroleptika. 1988 nahm Bayer das Megaphen aus dem Handel, als es wirksamere Mittel gab.Psychiatriemuseum Warstein: Megaphen. Chlorprothixen Truxal 1959 ab drei Jahre (Dämpfung psychomotorischer Unruhe und Erregungszustände im Rahmen akuter psychotischer Syndrome, maniforme Syndrome) 600 (800) mg Droperidol Xomolix 1963 ab zwei Jahre (Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen als Therapie der 2. Wahl) 40 mg Flupentixol Fluanxol 1966 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 60 mg Fluphenazin Lyogen 1961 ab zwölf Jahre (akute und chronische schizophrene Psychosen, psychomotorische Erregungszustände) 40 mg Fluspirilen Fluspi 1972 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen Haloperidol Haldol 1959 ab drei Jahre (akute und chronische schizophrene Syndrome, psychomotorische Erregungszustände psychotischer Genese, akute manische Syndrome, Tic-Störungen, Erbrechen) 40 (100) mg Levomepromazin Neurocil 1959 ab 16 Jahre (psychomotorische Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen psychotischer Syndrome, leichte akute psychotische Syndrome mit Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen, maniforme Syndrome, Kombinationstherapie bei der Behandlung von Schmerzen) 600 (1000) mg Melperon Eunerpan 1975 ab zwölf Jahre (Schlafstörungen, Verwirrtheitszustände, psychomotorische Unruhe, Erregungszustände) 200 (400) mg Perazin Taxilan 1958 ab 16 Jahre (akute und chronische Psychosen, maniforme Syndrome, psychomotorische Erregungszustände) 600 (1000) mg Perphenazin Decentan 1957 Kinder und Jugendliche (akute psychotische Syndrome, katatone Syndrome, delirante und andere exogen-psychotische Syndrome, psychomotorische Erregungszustände) 48 (64) mg Pimozid Orap 1971 Kinder und Jugendliche (Erhaltungstherapie bei chronischen Psychosen des schizophrenen Formenkreises) 16 (32) mg Pipamperon Dipiperon 1961 Kinder und Jugendliche (Schlafstörungen, psychomotorische Erregungszustände) 360 mg Promazin Protactyl 1957 ab drei Monate (psychomotorische Erregungszustände, Schlafstörungen, Kombinationstherapie bei der Behandlung von Schmerzen, Neuropathie im Kindesalter) 1200 mg Außer Handel seit Januar 2006. In der Schweiz weiterhin erhältlich unter dem Namen Prazine.Promazin unter www.compendium.ch Promethazin Atosil 1950 ab zwei Jahre (Unruhe und Erregungszustände im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen) 1000 mg Prothipendyl Dominal 1958 Kinder und Jugendliche (Dämpfung bei psychomotorischen Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen) 600 (1000) mg Thioridazin Melleril 1959 Kinder und Jugendliche (chronische Formen schizophrener und anderer Psychosen) Thiothixen Navane Tiaprid Delpral 1978 Kinder und Jugendliche (Chorea Huntington) Trifluperidol Triperidol 1961 Mitte 2005 erlosch die Zulassung. Zuclopenthixol Ciatyl-Z 1981 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 150 mg

Antipsychotika der zweiten Generation Wirkstoff Handelsname Zulassung in Deutschland Zulassungsstatus für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland (Indikation, zum Teil in Auszügen bzw. gekürzt) orale Tageshöchstdosis Erwachsener (stationär) Anmerkung Amisulprid Solian 1999Schizophrenie-Therapie. Generationenkonflikt. In: Pharmazeutische Zeitung, Nr. 42, 2007 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 1200 mg Aripiprazol Abilify 2004 ab 13 Jahre (Bipolar-I-Störung)ab 15 Jahre (Schizophrenie) 30 mg Asenapin Sycrest im September 2010 durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen (PDF; 1,1 MB) EMA, 2010Sycrest® (Asenapin). (PDF; 290 kB) Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, 2011 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 20 mg Brexpiprazol Rexulti Cariprazin Reagila in den USA seit 17. September 2015 zugelassenUSA: Neues Antipsychotikum zugelassen. In: Pharmazeutische Zeitung, 22. September 2015 In Europa seit Sommer 2017 zugelassen.https://www.gelbe-liste.de/neue-medikamente/reagila-neueinfuehrung Clozapin Leponex 1973 ab 16 Jahre (therapieresistente Schizophrenie). 600 mg Loxapin Adasuve 2013Neues Psychopharmakon. Loxapin erhält EU-Zulassung. In: Pharmazeutische Zeitung, Nr. 11, 2013 Lurasidon Latuda seit 2010 in den USAFDA approves Latuda to treat schizophrenia in adults. Pressemitteilung, 28. Oktober 2010. und seit März 2014 in der EU zugelassenSummary of opinion (initial authorisation) (PDF) Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP), 23. Januar 2014. Seit März 2015 aus dem Handel genommen. 2020 wurde der Wirkstoff von der EMA erneut bei Schizophrenie zugelassen. In Deutschland ist das Arzneimittel nach wie vor nicht verfügbar, jedoch u. a. in der Schweiz und in den Niederlanden.Promazin. Olanzapin Zyprexa 1996 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 20 mg Paliperidon Invega 2007 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 12 mgBorwin Bandelow, Stefan Bleich, Stefan Kropp: Handbuch Psychopharmaka. Hogrefe Verlag, November 2011, ISBN 978-3-8409-2323-4, S. 143 ff. Quetiapin Seroquel 2000 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 1200 mg Risperidon Risperdal 1994 ab fünf Jahre (symptomatische Kurzzeitbehandlung von anhaltenden Aggressionen bei Verhaltensstörungen bei durchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten oder mentaler Retardierung) 12 mg Sertindol Serdolect 1997 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 24 mg Sulpirid Dogmatil 1972 ab sechs Jahre (akute und chronische Schizophrenie, depressive Störung (wenn die Behandlung mit einem anderen Antidepressivum erfolglos war oder nicht durchgeführt werden kann), therapieresistente Schwindelzustände bei Morbus Meniere) 3200 mg Ziprasidon Zeldox 2002 ab zehn Jahre (manische oder gemischte Episoden bis zu einem mäßigen Schweregrad bei bipolaren Störungen) 160 mg ZotepinMax Schmauß: Verträglichkeitsaspekte atypischer Neuroleptika. In: Hans-Jürgen Möller, Norbert Müller (Hrsg.): Atypische Neuroleptika: Der Stellenwert in der Therapie schizophrener Psychosen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7985-1179-8. Nipolept 1990 nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen 450 mg Außer Handel seit Dezember 2010.

Depot-Antipsychotika Wirkstoff Handelsname GruppePrinzip der Verzögerung Aripiprazol Abilify Maintena atypisch Injektionssuspension Flupentixoldecanoat Fluanxol-Depot typisch lipophile Wirkstoffvariante als ölige Injektionslösung Fluphenazindecanoat Dapotum-D (a.V.) typisch lipophile Wirkstoffvariante als ölige Injektionslösung Fluspirilen Imap typisch Injektionssuspension Haloperidoldecanoat Haldol-Depot typisch lipophile Wirkstoffvariante als ölige Injektionslösung Olanzapinpamoat Zypadhera atypisch schwerlösliche Wirkstoffvariante als Injektionssuspension Paliperidonpalmitat Xeplion, Trevicta atypisch schwerlösliche Wirkstoffvariante als Injektionssuspension Risperidon Risperdal Consta atypisch Injektionssuspension Zuclopenthixoldecanoat Ciatyl-Z-Depot typisch lipophile Wirkstoffvariante als ölige Injektionslösung

Literatur Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie: Depot-Antipsychotika/Neuroleptika. State of the art 2014. (PDF) Thomas Scior: Psychopharmaka. Klinisches Know-how für den Apothekenalltag. In: Pharmazeutische Zeitung, Nr. 32, 2001

Einzelnachweise

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