Hibernian Edinburgh (offiziell: Hibernian Football Club, auch: The Hibs, Hi-bees – sprich: „High-bees“) ist ein schottischer Fußballverein aus Edinburgh. Das Team spielt in der Scottish Premiership, der höchsten schottischen Liga. Der Verein wurde im Jahr 1875 von Mitgliedern der irischen Gemeinde Edinburghs gegründet und der Name leitet sich vom lateinischen Wort für Irland ab. Das irische Erbe von Hibernian spiegelt sich im Namen, den Farben und Wappen des Vereins wider. Heimspiele werden seit 1893 im Easter-Road-Stadion ausgetragen. Hibernian gewann viermal die schottische Meisterschaft, zuletzt 1952. Drei dieser vier Meisterschaften wurden zwischen 1948 und 1952 gewonnen. Der Verein gewann den schottischen Pokal (1887, 1902 und 2016) und schottischen Ligapokal dreimal (1972, 1991 und 2007). Hibernian erreichte 1955/56 das Halbfinale des ersten Europapokals und war damit die erste britische Mannschaft, die an einem europäischen Wettbewerb teilnahm. Der Lokalrivale ist Heart of Midlothian, mit dem es das Edinburgh Derby gibt.

Vereinsfarben Die offiziellen Farben sind smaragdgrün und weiß. Das Hemd ist traditionell in grün gehalten mit weißen Ärmeln, weißem Kragen und grünen Bündchen bei langen Ärmeln. Die Hosen sind weiß und die Stutzen grün mit weißen Bündchen.

Hibernian trug die weißen Trikotärmel erstmals am 13. August 1938 gegen Hamilton Academical. Das Heimstadion Easter Road wurde im Vorfeld einer größeren Renovierung unterzogen. Die Keltische Harfe und die Kleeblätter am Eingangstor wurden neu bemalt. Die Tribüne, die Mauer um den Rasen und die Stehplatzbegrenzung wurden komplett weiß gestrichen. Die eckigen Torpfosten wurden durch ovale Torpfosten erneuert und die Tore mit grünen Netzen bespannt. Am Spieltag kündigte der Stadionsprecher über die neuen Lautsprecher eine „hellere Easter Road“ an, bevor die Hibs in ihren neuen Trikots erschienen.

Geschichte Gründung Der Klub wurde im August 1875 von Mitgliedern der katholischen Saint Patrick’s Church als Hibernians Football Club gegründet. Unter ihnen waren der Kanoniker Edward Joseph Hannan und der Vorsitzende der Catholic Young Men’s Association, Michael Whelahan, der auch der erste Kapitän der Vereinsgeschichte wurde. Die Gründung fand in der Saint Mary’s Street Hall statt, die heute noch existiert.

Der Verein war damit der erste größere Verein in Schottland für die Mitglieder der irisch-katholischen Bevölkerung. Der Vereinsname Hibernia ist der lateinische Name für Irland und reflektiert somit seine Wurzeln, die auf irische Auswanderer zurückgehen. So diente der Klub unter anderem als Vorbild für Dundee Hibernian – das heutige Dundee United – und den Celtic FC, der sich bei ihrer Gründung fast Glasgow Hibernian genannt hätte.

„Weltmeister“ Am 13. August 1887 besiegte Hibernian die englische Mannschaft Preston North End in einem Spiel, das von den beiden Verbänden The Football Association und Scottish Football Association zwischen den jeweiligen Pokalsiegern als Association Football Championship of the World ausgetragen wurde. Hibernian durfte sich von nun an Weltmeister nennen.

Nachkriegszeit Die Nachkriegszeit war die erfolgreichste Zeit der Hibs, in der sie drei Meisterschaften holten und für ihren Angriffsfußball berühmt wurden. Die damalige Angriffsreihe war als die „Famous Five“ bekannt, zu ihr gehörten die Spieler Gordon Smith, Bobby Johnstone, Lawrie Reilly, Eddie Turnbull und Willie Ormond. Auch unternahm der Club in dieser Zeit als einer der ersten schottischen Vereine Touren durch Südamerika, um dort Freundschaftsspiele auszutragen.Torneio Octogonal Rivadavia Corrêa Meyer 1953 bei RSSSF

Erster britischer Club im Europapokal Die Hibs waren der erste britische Klub, der in einem europäischen Wettbewerb spielte. Das erste Spiel im Europapokal der Landesmeister 1955/56 fand beim deutschen Vertreter Rot-Weiss Essen statt, das Hibernian mit 4:0 gewann. Das Rückspiel in Schottland endete 1:1. Hibernian kam letztendlich bis ins Halbfinale und wurde erst dort von Stade de Reims geschlagen, die von Raymond Kopa angeführt wurden. Die Einladung zu dieser ersten Austragung des UEFA Europapokals wurde, obwohl in der Meisterschaft 1955 nur der 5. Platz erreicht wurde, durch die damals zwingend vorgeschriebene Flutlichtanlage für Abendspiele möglich, die erst ein Jahr zuvor im Stadion installiert worden waren. Die Einladungen zu diesem ersten Europapokal erfolgten damals unabhängig von der Platzierung in den Ligen. Da der englische Meister FC Chelsea nicht teilnehmen wollte, wurden die Hibs somit das erste britische Team in einem europäischen Pokalwettbewerb.

Die Hibs spielten weitere sechzehnmal im Europapokal und gewannen unter anderem beim FC Barcelona und schlugen am 29. November 1967 im Rückspiel der zweiten Runde um den Messestädte-Pokal 1967/68 den SSC Neapel mit Dino Zoff im Tor 5:0.Hibernian FC – SSC Neapel 5:0 (Aufstellung)

Neuere Geschichte In der Saison 2004/05 wurde die Hosenfarbe in Grün geändert, um das 40-jährige Jubiläum des 2:0-Freundschaftsspielsieges über Real Madrid zu feiern. Diese Kombination wurde damals gewählt, um einer Verwechslung mit den in komplett Weiß spielenden Madrilenen zu vermeiden.

Hibernians letzter Abstieg in die First Division erfolgte 1997/1998. Sie schafften den sofortigen Wiederaufstieg in die Scottish Premier League, unter anderem mit einer Serie von 12 Siegen in Folge. Am Ende wurden die Hibs mit 89 Punkten Tabellenerster, mit 23 Punkten Abstand zum Zweitplatzierten Falkirk.

Sie erreichten das Ligapokalfinale 2004, verloren aber gegen den FC Livingston.

Am 18. März 2007 gewann man den Ligapokal durch einen souveränen 5:1-Sieg gegen den FC Kilmarnock.

Unter Trainer Pat Fenlon erreichte man 2012 und 2013 das Schottische Cupfinale, scheiterte aber an den Lokalrivalen Heart of Midlothian bzw. Celtic Glasgow. Dadurch qualifizierte man sich für die Europa League, blamierte sich aber, als man in der 2. Qualifikationsrunde mit einem Gesamtscore von 0:9 gegen den schwedischen Vertreter Malmö FF ausschied. Nach einer 2:0-Niederlage auswärts ging das Rückspiel zuhause mit 0:7 verloren, was neuen schottischen Rekord darstellt.

Nach dem Rücktritt Fenlons wurde am 1. November 2013 Terry Butcher als neuer Trainer vorgestellt. Er konnte von Inverness Caledonian Thistle abgeworben werden. Die Saison verlief unter dem neuen Trainer allerdings katastrophal und die Hibs fanden sich im Abstiegskampf wieder. Hibernian wurde nur Vorletzter und musste sich nun im Play-off gegen Hamilton Academical durchsetzen, um erstklassig zu bleiben. Dabei kam es zum Elfmeterschießen, welches die Accies aber für sich entscheiden konnten. Damit war der Abstieg der Hibs besiegelt.

Butcher und die Chefetage von Hibernian waren massiver Kritik vonseiten der Fans ausgesetzt, und schließlich wurde der Trainer entlassen und der damalige Reservetrainer des FC Everton, Alan Stubbs, als neuer Manager präsentiert. Dieser hat eine Vergangenheit in Schottland, er war von 1996 bis 2001 Spieler von Celtic Glasgow. Da die Hearts ebenfalls absteigen mussten, kam es in der Saison 2014/15 in der zweiten schottischen Liga zu einem Edinburgh Derby.

Nach 114 Jahren (1902) gelang Hibernian Edinburgh 2016 der Gewinn ihres dritten FA Cup. Sie besiegten die Glasgow Rangers mit 3:2. Hibernian lag bis zur 80. Minute mit 1:2 zurück. David Gray erzielte in der 90.+2 Minute den entscheidenden Treffer.weltfussball.de: Spielbericht Glasgow Rangers gegen Hibernian Edinburgh

In der Saison 2016/17 gelang der Wiederaufstieg in die erste Liga.

Stadion Die Mannschaft spielte ursprünglich wie alle anderen Mannschaften aus Edinburgh zur damaligen Zeit auf den Meadows, einem Park im Süden von Edinburghs Altstadt. 1880 zog der Klub in den Stadtteil Leith um, wo das neuerrichtete Stadion Hibernian Park stand. An dieser Stelle verläuft heute die Bothwell Street. Seit 1891 richtet Hibernian seine Heimspiele im Stadion an der Easter Road aus, nur einem Steinwurf von ihrer ersten Heimat entfernt.

Rivale Heart of Midlothian

Der traditionelle Konkurrent der Hibs ist der ebenfalls in Edinburgh ansässige Klub Heart of Midlothian. Das erste „offizielle“ Edinburgh Derby fand am 25. Dezember 1875 statt, als die Hearts Hibernian mit 1:0 schlugen.

Es sollte bis zum letzten Spiel einer Serie von fünf Spielen um den englischen FA Cup 1878 dauern, ehe die beiden Vereine die dominanten in Edinburgh werden sollten. Die Hearts gewannen mit 3:2 nach 0:0-, 1:1-, 1:1- und 1:1-Unentschieden.

Das wohl bemerkenswerteste Duell war das Finale im schottischen Pokal am 14. März 1896, das die Hearts mit 3:1 in Logie Green gewannen. Es blieb bislang das einzige Finale, das außerhalb von Glasgow ausgetragen wurde.

Kader Saison 2026/27 Stand: 17. September 2026

Verliehene Spieler

Top 10 nach Einsätzen und Toren (Stand: Saisonende 2025/26; berücksichtigt sind alle Pflichtspiele) Einsätze– Alltime Player Records 1 Gordon Smith 1941–1959 636 2 Arthur Duncan 1969–1984 626 3 Pat Stanton 1963–1976 617 4 Lewis Stevenson 2005–2024 600 5 Paul Hanlon 2008–2024 565 6 Willie Ormond 1946–1961 506 7 Eddie Turnbull 1946–1959 487 8 Peter Kerr 1910–1926 483 9 Bobby Combe 1941–1957 467 10 Johnny Halligan 1920–1934 457 fett= noch für Hibernian Edinburgh aktiv Tore 1 Gordon Smith 1941–1959 303 2 Lawrie Reilly 1945–1958 238 3 Eddie Turnbull 1946–1959 202 4 Willie Ormond 1946–1961 189 5 Joe Baker 1957–1961 158 6 Jimmy McColl 1922–1931 143 7 Bobby Johnstone 1946–19551959–1960 142 8 Jock Cuthbertson 1939–1949 124 9 Jimmy O’Rourke 1962–1974 122 10 Arthur Duncan 1969–1984 114 fett= noch für Hibernian Edinburgh aktiv

Europapokalbilanz

Stand: 27. August 2026

Erfolge Schottische Meisterschaft Meister: 1903, 1948, 1951, 1952 Schottischer Pokalsieger Sieger: 1887, 1902, 2016 Finalist: 1896, 1914, 1923, 1924, 1947, 1958, 1972, 1979, 2001, 2012, 2013, 2021 Schottischer Ligapokal Sieger: 1973, 1991, 2007 Finalist: 1951, 1969, 1975, 1986, 1994, 2004, 2016, 2022 Drybrough Cup Sieger: 1972, 1973 Scottish Division Two Sieger: 1894, 1895, 1933 Europapokal der Landesmeister Halbfinale: 1956 Europapokal der Pokalsieger Viertelfinale: 1973 Messestädte-Pokal Halbfinale: 1961

Trainer

Spieler Joe Baker (Stürmer, 1957–1961 sowie 1971/72 bei den Hibs, in den Spielzeiten 1958/59 und 1959/60 jeweils Torschützenkönig der schottischen Liga, erzielte beim 4:3-Sieg am 1. März 1958 gegen den Stadtrivalen Hearts in der Pokalsaison 1957/58 alle vier Tore der Hibs.Brian Glanville (The Guardian): Joe Baker - Scottish footballer who played for England (englisch; Artikel vom 8. Oktober 2003)) John Blackley (Verteidiger, 1967–1978 sowie 1983/84, WM-Teilnehmer 1974) Scott Brown (Mittelfeldspieler, 2002–2007, wechselte für die Rekordsumme zwischen zwei schottischen Vereinen von 4,4 Millionen Pfund zu Celtic) Bobby Combe (Mittelfeldspieler, 1941–1957) Peter Cormack (Mittelfeldspieler, 1963–1970 sowie 1980) Arthur Duncan (Mittelfeldspieler, 1969–1984, mit 446 Ligaeinsätzen Rekordspieler der Hibs) James Dunn (Stürmer, 1920–1928) James Fraser (Verteidiger, 1954–1968) Andy Goram (Torwart, 1987–1991, EM-Teilnehmer 1992 und 1996) Bobby Johnstone (Stürmer, 1949–1955 sowie 1959–1961, gehörte zur Hibs-Sturmreihe der Famous Five) Willie Ormond (Stürmer, 1946–1961, WM-Teilnehmer 1954 und Trainer der schottischen WM-Auswahl 1974, gehörte zur legendären Hibs-Sturmreihe der Famous Five) Lawrie Reilly (Stürmer, 1946–1958, gehörte zur legendären Hibs-Sturmreihe der Famous Five, war in den frühen 1950er Jahren dreimal in Folge Torschützenkönig der schottischen Liga, erzielte mit 187 Treffern die meisten Ligatore für die Hibs und war auch ihr Rekordnationalspieler, bezogen auf die während der Vereinszugehörigkeit absolvierten Länderspieleinsätze.) Alan Rough (Torwart, 1982–1988, WM-Teilnehmer 1978 und 1982) Erich Schaedler (Verteidiger, 1969–1977, 1981–1985, WM-Teilnehmer 1974) Gordon Smith (Stürmer, 1941–1959, gehörte zur legendären Hibs-Sturmreihe der Famous Five)