Klausaurach (bis 1875 in der Schreibweise Clausaurach) ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Klausaurach hat eine Fläche von 6,139 km². Sie ist in 606 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.129,87 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Mettelaurach und Rimbach.

Geografie Durch das Dorf fließt die Mittlere Aurach. Der Fischstubengraben mündet dort als rechter und der Hardgraben als linker Zufluss in die Mittlere Aurach. 0,5 km westlich des Ortes erhebt sich der Eichelberg, dahinter liegt das Waldgebiet Rödelsee. 0,5 km südöstlich liegt das Sandfeld. Die Kreisstraße NEA 24 führt nach Rimbach (0,9 km nördlich) bzw. nach Linden zur Staatsstraße 2252 (1,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mettelaurach (1,1 km östlich).

Geschichte Der Ort wurde 1402 in einer Urbar als „Klausvrach“ erstmals schriftlich erwähnt. Im Jahre 1464 wurde der Ort als „Obernawarach“ erwähnt. Dieser Ortsname dürfte der ursprünglichere sein und wurde erst umgeändert, seitdem es im Ort eine Kapelle gab mit dem Patrozinium auf den Heiligen Nikolaus.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 105. Das Kloster Heilsbronn erwarb dort Gülten.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 325.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Klausaurach neun Anwesen. Das Hochgericht südlich der Aurach übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus, nördlich der Aurach das Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stadtvogteiamt Markt Erlbach. Grundherren waren das Stadtvogteiamt Markt Erlbach (5 Höfe, 1 Gut), die Pfarrei Markt Erlbach (1 Gut, 1 Häuslein) und das Spital Neustadt an der Aisch (1 Höflein).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 107.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Im Jahre 1810 kam Klausaurach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Linden und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Linden zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Klausaurach, zu der Mettelaurach gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 224. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 202. Ab 1862 gehörte Klausaurach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,233 km².

Am 1. Januar 1972 wurde Klausaurach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Markt Erlbach eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Klausaurach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 146 186 188 183 199 183 170 166 165 174 156 157 162 168 160 141 136 134 132 203 195 182 141 129HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 28 30 27 32 29 32 26 28 27 Quelle Dort als Clausaurach aufgelistet. Für die Gemeinde Klausaurach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Mettelaurach (S. 58).

Ort Klausaurach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2017 2023Einwohner 59 83 77 78 76 79 73 104 82 79 72 56 47Häuser 12 14 16 15 14 16 16 16 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Markt Erlbach) gepfarrt. Die Katholiken gehören zur Kirchengemeinde Maria Namen (Markt Erlbach), die ursprünglich eine Filiale von St. Michael (Wilhermsdorf) war und seit 2019 eine Filiale von St. Johannis Enthauptung (Neustadt an der Aisch) ist.

Wanderwege Durch den Ort führt der Fernwanderweg Aurach-Weg.

Literatur

Robert Zöllner: Eine Kulturgeschichte des Dorfes – am Beispiel des mittleren Aurachtals in Franken. Verlag Fränkisches Freilandmuseum, Bad Windsheim 2018 (2. Auflage 2021). ISBN 978-3-946457-03-9.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Markt Erlbach Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1402 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Mittleren Aurach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim