mini|Das Pöstlingbergschlössl mini|Luftbild, Oktober 2023

Das Pöstlingbergschlössl ist ein Gebäude am Linzer Pöstlingberg, welches 1897–1898 als Gaststätte und Hotel errichtet wurde und heute ein Restaurant beherbergt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Architektur Das Gebäude wurde 1897–1898 nach Entwurf der Münchener Architekten Fritz Hessemer (1868–1929) und Johannes Schmidt (* 1870) durch Baumeister Gustav Steinberger erbaut; die Baukosten betrugen rund 35.000 Gulden. Der Baukomplex wird an der Schauseite zur Stadt durch einen hohen Turmbau betont, der auf der gegenüberliegenden Seite ein Gegengewicht durch einen mehreckigen Erkerbau mit turmartigem, überkuppelten Dachaufsatz erhält. Die dazwischen liegende Fassade zeigt in den unteren Geschoßen breite Rundbogenöffnungen, die im ersten Obergeschoß durch seitliche Säulen und gotisierende Parapetfelder akzentuiert sind. Am Turm zeigen sich abgetreppte Fenstergruppen des Stiegenhauses, dazwischen ein barockisierendes Ornamentfeld mit dem Jahr der Fertigstellung „A.D. 1898“. Das oberste Geschoß besitzt eine Rundbogenöffnung mit tief eingeschnittenem Fenster und zwei Parapetfelder mit gotisierendem Dekor. Dem Bau ist an zwei Seiten eine verglaste Veranda auf einem Sockel aus Zyklopenmauerwerk vorgelagert. Die um den zentralen Turm gegliederten Baugruppen werden durch eine ausgeprägte Dachlandschaft mit Giebelsilhouetten und Dachhäuschen abgeschlossen. Im Gastgarten befindet sich ein Springbrunnen.

Geschichte mini|Ansichtskarte von 1910 Mit der Errichtung der 1898 in Betrieb genommenen Pöstlingbergbahn wurde von der damaligen Tramway- und Elektrizitäts-Gesellschaft Linz-Urfahr (TEG), Vorläufer der ESG bzw. der heutigen Linz AG, das Pöstlingbergschlössl als Bergbahnhotel mit Restaurationsbetrieb und Gastgarten errichtet und am 30. August 1898 eröffnet. Die Militärmusik gab hier regelmäßig Konzerte zur Unterhaltung der Ausflügler und Gäste.

Von 1945 bis 1950 war das Hotel geschlossen und von der sowjetischen Besatzungsmacht beansprucht. 1951 wurde von der Betreiberin Leopoldine Wolfinger der Hotel- und Gastronomiebetrieb wieder aufgenommen. Von 1953 bis 1966 führte Agnes Rabeder den Betrieb, danach Rudolf und Adolfine Maier, die 1969 das Gebäude erwarben und fortan als reines Hotel führten. In dieser Zeit war auch Bundespräsident Franz Jonas zu Gast. 1988 wurde das Hotel geschlossen und das Gebäude an die Bauunternehmung Strabag verkauft, die einen Umbau in ein Seminarhotel mit störenden modernen Anbauten plante, was durch das Bundesdenkmalamt verhindert wurde.

mini|Der Biergarten mit Brunnen Seit 1995 ist das Gebäude im Besitz der Stadt Linz, die es renovieren und als Restaurant Pöstlingbergschlössl durch die Pächter Gebrüder Gallistl am 1. Mai 1997 wieder eröffnen ließ. Seit 2016 wird der zuvor in den Sommermonaten geöffnete Biergarten mit Selbstbedienung nicht mehr betrieben.

Literatur Gastwirthschafts-Gebäude auf dem Pöstlingberge bei Linz a. D. In: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk, 14. Jahrgang 1901, Nr. 5 (Mai 1901), S. 33 (Text), Tafel 41 (Abbildung). (Diese Quelle datiert den Bau auf das Jahr 1897, was sich aber wahrscheinlich auf die Erstellung des Entwurfs durch Hessemer und Schmidt bezieht.)

Weblinks

Restaurant Pöstlingberg Schlössl

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturdenkmal (Linz) Kategorie:Bauwerk in Linz Kategorie:Ehemaliges Hotel in Oberösterreich Kategorie:Hotelbau in Österreich Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Unbewegliches Denkmal unter Denkmalschutz in Oberösterreich Kategorie:Unternehmensgründung 1898