mini|Friedhofsmauer in GPH integriert Die Sperrstelle Lavin (Armeebezeichnung Nr. 1252) war eine Verteidigungsstellung der Schweizer Armee. Sie liegt östlich und westlich von Lavin an der Strasse von Davos über den Flüelapass ins Unterengadin.
Die Sperre wurde 1938–1943 von zivilen Unternehmen errichtet und gilt als militärhistorisches Denkmal von nationaler Bedeutung.Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler im Kanton Graubünden. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Hrsg.), Bern 2003 Sie gehörte zur Grenzbrigade 12.
Geschichte mini|Hauptwerk Lavin links A 7609 Lavin war schon im Ersten Weltkrieg befestigt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Dorf zur Schlüsselstelle und als erste starke Talsperre im Unterengadin ausgebaut. Die vier Geländepanzerhindernisse östlich und westlich des Dorfes wurden von sechs Infanteriewerken/-bunkern flankiert. Dazu kamen sieben Unterstandskavernen und in der Nachkriegszeit moderne Schutzunterstände. Die Talachse musste gesperrt und ein feindlicher Vorstoss von Osten ins Unterengadin und weiter über den Vereinapass nach Davos und Klosters verhindert oder verzögert werden.
Die Sperrstelle wurde im Juli 1936 rekognosziert und im Mai 1938 begann der Bau von Strassenbarrikaden und eines Infanteriebunkers, drei Kampfkavernen folgten im September 1940. Die zugehörigen Geländepanzerhindernisse (GPH T 4015) wurden 1942/43 erstellt.
Die feuerstarke Sperre war mit elf verbunkerten Maschinengewehren, einer Panzerabwehrkanone, zwei Panzerbunkerkanonen und einem leichten Maschinengewehr Lmg bewaffnet. Die Häuser von Lavin waren als Panzersperre und Stellungsraum in die Sperre integriert. Offene Hindernislücken wurden mit Geländepanzerhindernissen in Form von Betonhöckern geschlossen.
Das Hauptwerk (Lavin links A 7609) konnte mit seiner erhöhten Lage die gesamte Sperre und dessen Vorfeld mit Feuer belegen. Es wurde vom Gegenwerk Valplan A 7611 geschützt. Die geräumigen Stollengänge hätten einen nachträglichen Ausbau als Artilleriewerk erlaubt, um ins Unterengadin wirken zu können. Der Bunker in der Mitte der Sperre (Lavin rechts A 7608) konnte mit seinen vier Maschinengewehren einen Winkel von 240 Grad mit Feuer bestreichen. Die südliche Talflanke musste mit beweglicher Infanterie gesperrt werden, die in drei Höhenunterkünften untergebracht werden konnte.Crestawald: Sperrstelle Lavin
Der in den 1970er Jahren erstellte 8.1-cm-Festungsminenwerfer an der Flüelastrasse bei Susch/Murtèra wurde so platziert, dass er mit seinem Feuer auf die Sperrstellen Lavin und Crastatscha wirken konnte.
Anlagen der Sperrstelle Lavin Infanterie-Felsenwerk Planturen rechts A 7605: 1 Pz BK, 1 Mg, 1 Lmg Infanterie-Felsenwerk Planturen links A 7606: 1 Pz BK, 1 Mg Felsenwerk Pranun A 7607: 1 Mg Infanteriebunker Lavin rechts A 7608: 4 Mg Felsenwerk Lavin links A 7609: 1 Pak, 3 Mg Infanteriebunker Valplan A 7611: 2 Mg
GPH Nordost Kirche T 4015 GPH Nordwest T 4015 GPH Südost Planturen T 4015 GPH Südwest Erluns T 4015 Infanteriebunker Susch West A 7616: zwei 8.1-cm-Festungsminenwerfer
Sperrstelle Ramosch Ramosch (Remüs, Nr. 1268) ist die erste Sperrstelle im Inntal Richtung Österreich. Sie befindet sich unterhalb der mittelalterlichen Wehranlage Burg Tschanüff .
Felsenwerk Tramblai A 7600: 1 Mg Felsenwerk Brancla links A 7601: 1 Mg, 1 Lmg Felsenwerk Brancla rechts A 7602: 1 Pz BK, 1 Mg
Literatur Peter Baumgartner, Hans Stäbler: Befestigtes Graubünden. Wölfe im Schafspelz. Militärhistorische Stiftung Graubünden, Chur 2006. Neuauflage Verlag Desertina, Chur 2016, ISBN 978-3-85637-485-3. Befestigtes Graubünden 1941 Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler im Kanton Graubünden. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Hrsg.), Bern 2003.
Weblinks
Fotos der Sperrstelle Lavin Sperre Trin: Sperrstelle 1252 Lavin
Einzelnachweise
Kategorie:Befestigungsanlage im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Schweizer Réduit Lavin Lavin Kategorie:Befestigungsanlage im Kanton Graubünden Kategorie:Bauwerk in Zernez Kategorie:Festung in der Schweiz